Das Kloster Elisabethenzell, auch Kloster „Einsiedel“ genannt, kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es bestand bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Von den Baulichkeiten hatten sich obertägig keine Spuren mehr erhalten. Um der Geschichte dieser einst so bedeutenden Anlage nachzuspüren, fanden sich im Frühjahr 2011 zahlreiche Vertreter der umliegenden Gemeinden und interessierte Bürger zusammen und gründeten die Arbeitsgemeinschaft „Kloster Einsiedel“. Eine noch im gleichen Jahr erfolgte Bestandserfassung durch ein Bodenradar lieferte erste Informationen darüber, was unter dem Waldboden zu erwarten war.

 

 

Im Frühjahr 2012 begannen die Ausgrabungen als Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Staatsforsten AöR, Forstbetrieb Hammelburg, der Arbeitsgemeinschaft „Kloster Einsiedel“ und dem Archäologischen Spessartprojekt. Die Arbeitsgemeinschaft „Kloster Einsiedel“ bewies wie entscheidend zivilgesellschaftliches Engagement für ein solches Forschungsprojekt sein kann. Bis zu zwanzig Bürgerinnen und Bürger aus Burgsinn, Fellen, Flörsbachtal, Frammersbach, Gemünden, Jossgrund, Langenprozelten, Lohr, Lohrhaupten, Partenstein, Rieneck, Ruppertshütten und Wiesthal unterstützten täglich das Grabungsteam. Auch die umliegenden Gemeinden in Bayern wie Hessen trugen ihren Teil zum Gelingen des Projekts bei.

In insgesamt fünf Grabungskampagnen konnten bis 2016 beeindruckende Reste des als Straßenstation fungierenden Klosters freigelegt und dokumentiert werden. Die Maßnahme fand in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege statt. Eine Förderung erfolgte durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt sowie durch die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.