Funde.
Reliquien der Vergangenheit? Zeitzeugen? Möglichkeiten und Grenzen.


13. Symposium zur Burgenforschung im Spessart

Eine Tagung des Geschichts- und Burgverein Partenstein, der Gemeinde Partenstein und des
Archäologischen Spessartprojekts – Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung
an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
im Jugendheim Partenstein, Friedhofstraße 1, 67846 Partenstein
am Samstag, den 16. Oktober 2021, von 9:00 bis 18:00 Uhr

CALL FOR PAPERS

auch als PDF verfügbar


Dem einzelnen Fundstück als Ausgangspunkt weitreichender Überlegungen wird von zahlreichen Fachwissenschaften große Aufmerksamkeit geschenkt. An ihm lässt sich durch Vergleich und naturwissenschaftliche Analyse gleichermaßen ein ganzer Mikrokosmos von Informationen gewinnen. Unser Blick auf die Vergangenheit hat sich durch diese Art von Befund- und

Funddeutung stark gewandelt.  Umso erstaunlicher ist es, dass zahlreiche Historiker und Denkmalpfleger dies nicht in den Fokus ihrer Arbeiten rücken.

In den letzten siebzehn Jahren sind bei Grabungen des Archäologischen Spessartprojekts eine sehr große Anzahl mittelalterlicher und neuzeitlicher Hinterlassenschaften zu Tage gefördert worden. Die Bandbreite reicht von Topfscherben bis zum Fragment eines Tragaltars. Dabei war es möglich, wichtige Stücke zu konservieren und damit ihrem kontinuierlichen Verfall Einhalt zu gebieten. Nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem sämtliche relevanten Fundstücke unserer Arbeit online jederzeit angesehen werden können. Die Zusammenschau aus zwanzig Grabungsstellen verdichtet unseren Kenntnisstand zu vielen Materialgruppen über mehrere Jahrhunderte und über eine größere Gebietskulisse.

Mit dem 13. Symposium zur Burgenforschung im Spessart kehren wir 2021 zu jener Gemeinde zurück, in der diese Tagungsreihe 2008 ihren Ausgang genommen hat. Funde stellen einen wichtigen Teil der Beschäftigung mit der Burgruine dar, die sich über der Gemeinde Partenstein erhebt. Der Schwerpunkt „Funde“ soll Anregungen zur musealen Präsentation dieser Stücke geben. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um das Herausstellen von besonderen Objekten. Als Zeugnisse des Alltags bilden die Funde, so unscheinbar sie uns heute auch anmuten, eine Brücke zum Leben unserer Vorfahren. Über sie lässt sich im Einzelfall sogar indirekt in Erfahrung bringen, was für ein Weltbild diese hatten, wie sie ihre Umgebung wahrnahmen, wie sie mit Ressourcen umzugehen verstanden und wie sie mit den verfügbaren Mitteln ihr Leben meisterten. Doch welche Möglichkeiten der Interpretation und Deutung gibt es eigentlich? Die theoretische Archäologie kennt eine Vielzahl von Modellen, die für sich beanspruchen Aspekte der Vergangenheit beinah regelhaft rekonstruieren zu können.  Daneben steht die Frage im Raum, wie sich die Funktionszusammenhänge dieser Artefakte zeitgemäß visualisieren lassen.

Weiterhin können wir uns in die Problematik vertiefen, ob solche Stücke als Zeitzeugen der Vergangenheit auf Augenhöhe mit Archivalien rangieren dürfen. Zwingen sie uns, unsere bisherigen Vorstellungen von der Vergangenheit zumindest in Teilen zu revidieren? Spannend ist auch der Umgang der letzten hundert Jahre mit Gegenständen, die historischen Orten zugeschrieben wurden. An markanter Stelle platziert, kam ihnen bisweilen fast schon eine reliquienähnliche Funktion zu.

Interessenten für Beiträge werden gebeten, ihre Vorschläge bis zum 28. Mai 2021 mit einem vorläufigen Titel und einer Kurzzusammenfassung (maximal 150 Worte) einzureichen. Der Aufruf richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie an Personen, die mit mittelalterlichen und neuzeitlichen Funden arbeiten. Ein breites Spektrum an Vortragsthemen zu verschiedensten Aspekten des Themas wird ausdrücklich begrüßt. Als Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung möchten wir auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ermutigen, ihre Forschungsergebnisse vorzustellen.

Wir freuen uns über Ihre Einreichungen!

 

Kontakt:

Archäologisches Spessartprojekt, Harald Rosmanitz
Grubenweg 5, 97846 Partenstein
Telefon: 09355/976569, Mobil: 01520/9861693
Mail: rosmanitz@spessartprojekt.de