Mit einem Bein im Grab
Tod und Sterben als Forschungsfeld der Archäologie

14. Symposium zur Burgenforschung in Spessart und Odenwald

Eine Tagung der Arge Gotthardsberg, des Marktes Weilbach und des Archäologischen Spessartprojekts e.V. – Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg

 

am Freitag, den 05. Mai 2023,
von 14:00 bis 18:00 Uhr
mit einem Festvortrag um 19:00 Uhr

und am Samstag, den 06. Mai 2023,
von 9:00 bis 19:00 Uhr

im Dorfgemeinschaftshaus Weckbach, Ohrnbachtalstr. 37
in 63937 Weilbach-Weckbach

Der Eintritt ist frei.

 


Call for papers

download als .pdf

Das Thema „Tod und Sterben“ betrifft jeden Menschen persönlich und übt seit jeher eine Faszination auf die Lebenden aus. Eine Mischung aus Interesse und Furcht kennzeichnet unseren Umgang mit dieser Materie und endet häufig im Verdrängen. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde dies völlig anders gehandhabt.

Für die archäologische Forschung ist die Beschäftigung mit der Thematik unerlässlich: Die wissenschaftliche Auswertung von Bestattungen über alle Zeiten hinweg zählt zu ihren traditionellen Forschungsschwerpunkten. Wer sich mit der Vergangenheit des Menschen auseinandersetzt, kommt an seinen sterblichen Überresten und am Totenbrauchtum nicht vorbei.

Die Behandlung der Verstorbenen durchlief über die Jahrhunderte und Jahrtausende der Menschheitsgeschichte hinweg zahlreiche Veränderungen. Die Ursachen liegen oft in Jenseitsvorstellungen, denen ein ständiger Wandel zu eigen ist. Archäologisch fassbar sind beispielsweise die unterschiedlichen Bestattungssitten: Von Brandbestattungen und Urnengräbern über Deponierungen in Totenhäusern bis hin zu Körpergräbern, die spätestens im Mittelalter in strengen Reihungen auftreten, die mit und ohne Beigaben ausgestattet sein können. Bei der intensiven Auswertung dieser Zeugnisse der Vergangenheit können je nach Befundlage auch Aussagen zu sozialer Stellung und Herkunft, Jenseitsvorstellungen und der sozialen und demographischen Struktur einer Gemeinschaft von Bestatteten getroffen werden.

Die Archäologie kennt sich mit Scherben und Befunden aus, kann Grabbeigaben datieren und den kulturellen Kontext ermitteln. Aber die Bestimmung des Geschlechts, des Sterbealters, potentieller Krankheiten oder des Ernährungszustandes der Verstorbenen gehört definitiv nicht zu ihrem Fachgebiet. Erst eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Anthropologie und anderen Naturwissenschaften liefert mitunter spektakuläre Ergebnisse. Damit sind unter anderem Aussagen zu Aussehen, Verwandtschaftsbeziehungen, Umwelteinflüsse oder Ernährung möglich.

Sorgfältiges Freilegen einer Bestattung, während der Grabung auf dem Gotthardsberg zwischen Amorbach und Weilbach im Jahr 2021Die archäologische Forschung des Archäologischen Spessartprojekts e.V. – Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg hat sich dieses Themas mehrfach angenommen. Impulsgebend war die Aufdeckung des Friedhofs im Priorat von Elisabethenzell bei Rieneck, bei der insgesamt 52 Individuen ergraben werden konnten. Mehrere von ihnen wurden anthropologisch analysiert. Den Anstoß für die Themenfindung des diesjährigen Symposiums zur Burgenforschung im Spessart gab ein weiterer von uns untersuchter Begräbnisplatz auf dem Gotthardsberg zwischen Amorbach und Weilbach.

Das Symposium findet vom 5. bis zum 6. Mai 2023 in Weilbach-Weckbach statt. Interessierte, die sich an dieser Veranstaltung aktiv beteiligen möchten, werden gebeten, ihre Vorschläge bis zum 31. März 2023 mit einem vorläufigen Titel und einer Kurzzusammenfassung (maximal 150 Worte) einzureichen. Die Vortragsdauer ist auf 25 Minuten beschränkt. Der Aufruf richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie an Personen, die sich anderweitig mit dem Thema Tod und Sterben, mit Totenbrauchtum und Sepulkralkultur beschäftigen.

Ein breites Spektrum an Vortragsthemen zur Thematik, aber auch zu anderen Aspekten der archäologischen Forschung im Spessart und seiner angrenzenden Regionen wird ausdrücklich begrüßt. Uns liegt viel daran, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu ermutigen, ihre Forschungsergebnisse im Rahmen dieser Tagung vorzustellen.

Wir freuen uns über Ihre Einreichungen!

 

Kontakt:

Archäologisches Spessartprojekt e. V.
Harald Rosmanitz
Grubenweg 5,
97846 Partenstein

Telefon: 09355/976569, Mobil: 01520/9861693

Mail: rosmanitz@spessartprojekt.de