Burg – Kloster – Aussichtspunkt

In den Jahren 2010, 2011 und 2012 wurde die Hügelkuppe des Gotthardsbergs zwischen Amorbach und Weilbach, Lkr. Miltenberg ausschnittsweise archäologisch erforscht.

Bereits im 8. Jahrhunderts stand auf dem Gotthardsberg eine Burg, die im 11. Jahrhundert erheblich ausgebaut wurde. Die im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstörte Anlage war vom ausgehenden 12. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert erst als Kloster und später als Priorat des Klosters Amorbach in Nutzung. Danach bildete die Kirchenruine als einzige obertägig sichtbare Landmarke ein wichtiges Element der regionalen Identität. Neben der Dokumentation der Zerstörungen der vergangenen Jahrhunderts konnte mit Hilfe der Grabungen die genaue Zeitstellung der Anlage und ihre politische und wirtschaftshistorische Bedeutung im unmittelbaren Umfeld des ehemaligen Reichsklosters Amorbach untersucht werden.

Die Maßnahme war ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft „Gotthardsberg“, der der Heimat- und Geschichtsverein Amorbach, der Heimatsverein Weilbach-Weckbach, die Stadt Amorbach und Gemeinde Weilbach angehören. Das Archäologische Spessartprojekt führte die Grabungen durch und zeichnet für die wissenschaftliche Auswertung verantwortlich. Eine maßgebliche Förderung erfolgte durch die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.