Anlässlich der 775-Jahrfeier der Gemeinde Partenstein (1233), fand 2008 nach dreijähriger Wartezeit wieder ein großes Fest auf der Burg Bartenstein statt. Als Beitrag zum Ortsjubiläum organisierte der Geschichts- und Burgverein e.V. gemeinsam mit der Gemeinde Partenstein ein buntes Festprogramm, das sich in diesem Jahr dem mittelalterlichen Handwerk rund um eine Burgbaustelle widmete. Hierfür wurde nach dem Vorbild der mittelalterlichen Experimentalbaustelle Guédelon im französischen Burgund eine „Lebendige Baustelle“ auf der Burg Bartenstein eingerichtet, deren Kern der hölzerne Schwerlastkran mit seinem riesigen Tretrad bildet. Hier wurden verschiedene Arbeitsabläufe dargestellt, die beim Bau einer steinernen Burg ineinandergreifen. Außerdem wieder mit dabei war die Reenactment-Gruppe „Milites Theutonici“.

Impressionen zur 775-Jahrfeier Partensteins 2008

Werbung wie die Großen: Mit einem riesigen Banner im Hang unterhalb der Burg wurde das Burgfest 2008 beworben. Schließlich feierte Partenstein in diesem Jahr sein 775. Jubiläum.
Die Festzelte waren bei diesem Mal etwas authentischer gestaltet.
Der Stand der Grundschule wartete mit farbenfrohen Wappenschilden auf.
Auf dem Burgplateau direkt darüber hatten es sich die Milites Theutonici "bequem" gemacht.
Vor Festbeginn konnten diese noch in "Unterwäsche" umherwandeln.
Wenig später waren jedoch alle zuchtig gekleidet.
Hinter jeder Ecke lauerte Wissenswertes und Interessantes: Hier erklärt Claudia, wie mit einfachsten Hilfsmitteln (Knotenschnur) gemessen wurde, denn einheitliche Maßeinheiten gab es im Mittelalter noch nicht.
Bedecke dein Haupt!
Einer der schweißtreibendsten Jobs an diesem Tag: das Schmieden.
Ein nicht endender Strom von Besuchern kämpfte sich den schmalen Pfad zur Burg herauf ... und wieder herab.
So war der Festplatz stets gut gefüllt.
Auch über die Herstellung von Dachziegeln und die Gewinnung der Ausgangsstoffe konnten sich die Gäste informieren.
Roland und Elmar führten die Ziegelherstellung natürlich auch vor.
Die Praxis zog mehr Zuschauer an als die vorhergehende Theorie ... komisch.
Anschließend durften die Historiker von morgen ran. Wie im Mittelalter möchte man meinen, wo Kinderarbeit völlig normal war.
Im Jahre 2008 hat sie glücklicherweise nur noch künstlerischen Anspruch.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Individuelle Ziegel-Souvenirs vom Burgfest.
Die Jungs präsentieren verschiedene Formen mittelalterlicher Zieglerwaren (von links nach rechts): Bieberschwanzziegel, Dachziegel à la Mönch/Nonne und Bodenfliese.
Eine Korbmacherin aus Rottenberg führte ihr Handwerk vor.
Wer wollte, konnte sich daran versuchen.
Die Herolde und Heroldinen von der Grundschule Partenstein
Thematische Klammer der Aktionsstände beim Burgfest 2008 war der Bau einer Burg und die hieran beteiligten Handwerke.
Dem Baustellenbetrieb schauten die Damen selbstverständlich nur zu.
Den Betrieb der für das Fest eingerichteten "Lebendigen Baustelle" nach Vorbild des französischen Guédelon eröffneten die Partensteiner Böllerschützen mit Salutschüssen.
Anschließend ging für die Darsteller die Arbeit los, ...
... und zwar mit der Koordinierung der verschiedenen Arbeitsschritte.
Entweder ist das noch die Vorfreude oder der Beweis, dass körperliche Arbeit glücklich macht.
Beim Transport von Steinen und Mörtel kommen Körbe zum Einsatz.
Um schwere Werksteine nach oben befördern zu können, ist der mit einem Tretrad betriebene Kran gebaut worden.
Das Wasser hingegen muss eimerweise nach oben geschafft werden.
Und bei der Herstellung von Kalkmörtel wird eine Menge Wasser gebraucht.
Nur mit ständigem Nachschub von Mörtel kann ordentlich gemauert werden.
Am angenehmsten ist es, wenn man das Ganze von außen beobachten kann.
Auch der "Baumeister" begutachtet das Fortschreiten der Baustelle.
Nebenan sind die Zimmerleute zugange: Aus runden Stämmen müssen eckige Balken werden und als Werkzeug steht nur die Bundaxt zur Verfügung ... schweißtreibende Arbeit.
Doch auch Magd Claudia versuchte sich daran.
Plötzlich kam es zu Tumulten ...
... und ein Gefecht brach los.
Die auf dem Burgplateau lagernden Burgmannen wurden angegriffen - vermutlich von Frammersbachern ;-).
Glücklicherweise war das Schauspiel nur inszeniert von der Reenactment-Gruppe und niemand kam tatsächlich zu Schaden.
Bei den Damen ging es zivilisierter zu: Mit Stickerei ...
... oder Hausarbeit - je nach Stand.
Auch eine Armbrust wurde vorgeführt.
Die vom Kampf zurückgekehrten Männer benötigten Hilfe beim Ablegen der Ausrüstung - wie auch schon Anlegen.
Am Ende des Festes waren alle abgekämpft und auch die gedeckte Tafel hatte sich geleert.