Funde erzählen Geschichte(n)

Burgen oder ihre Baubefunde lassen sich oft nur durch das Fundgut datieren, so auch auf der Burg Bartenstein bei Partenstein. Dies trifft dort auf die gesamte, fast fünfhundertjährige Besiedelungsgeschichte des Höhenrückens südlich von Partenstein zu. Erst die Analyse tausender Keramikfragmente erlaubte die zeitliche Einordnung der Nutzung der Burg vom 13. bis ins 17. Jahrhundert. Darüber hinaus geben uns die Funde wesentliche Aufschlüsse über das Leben der Burgbewohner. Zahlreiche Gegenstände und Geräte zeugen vom Alltag der Adelshaushalte in den engen, kalten und feuchten Burggemäuern. Nur in der Öffentlichkeit versuchte der Adel, diese schlichte Funktionalität des Alltags hinter sich zu lassen und sich so von den anderen sozialen Gruppen abzuheben. Der auf Abgrenzung bedachte höfische Lebensstil betraf besonders die Sachkultur, die ein geeignetes Mittel zur Repräsentation und Legitimation bildete. So spiegeln viele Funde die adelige Komponente wider.

Bei den Grabungen auf der Burg Bartenstein konnten zwischen 2004 und 2009 und 2016 schnitt- und befundgetrennt insgesamt 2110 Fundnummern vergeben werden. Die Funde weisen ein breites Spektrum auf. Dieses reicht von unterschiedlichen Keramiken, Pfeifentonobjekte, Protosteinzeug, Steinzeug, Porzellan, Ofenkeramiken, Glasschmelztiegel, Ziegel, Glas, Knochen, Geweih, Fußperlmuscheln, Eisen, Gold, Silber, Blei, Messing, Stein, Koralle, Schiefer, Ziegel bis zu organischen Stoffen.

Im Folgenden sollen ausgewählte Fundstücke vorgestellt werden:


Keramik/Ziegel


Eisen


Edelmetall


Knochen


 

Um den auch nach ihrer Bergung fortschreitenden Zerfall zu stoppen und eine langfristige Erhaltung durch Konservierung zu ermöglichen, wurden besonders herausragende Fundstücke auf Wunsch des Geschichts- und Burgvereins einer konservatorischen Behandlung zugeführt. Alle infrage kommenden Stücke waren zuvor fotografisch aufgenommen, vermessen und in einer File-Maker-basierten Datenbank erfasst worden