Die verschwundene Burg auf dem Klosterberg –
Ergebnisse der Ausgrabungen im Jahre 2013

 

Ein Vortrag von Harald Rosmanitz

am Freitag, dem 11. April 2014, 19:30
im Landgasthaus „Zum Löwen“, Ringstraße 2 in 63768 Hösbach-Rottenberg

Eintritt frei

Die Burg auf dem Klosterberg war ein Zeichen der Macht des Landesherren, ein Statussymbol, das auf dem zur damaligen Zeit unbewaldeten Klosterberg weithin und insbesondere vom Stift Aschaffenburg aus sichtbar war. Es ging bei der Errichtung der Burg weniger um den Schutz Lehenspflichtiger aus den Gemeinden Rottenberg und Sailauf. Nach der Niederlegung ihrer Gegenburg, der Burg auf dem Gräfenberg, erlebte die Anlage im ausgehenden 14. Jahrhundert eine Wiederbelebung. Zusammen mit weiteren, ähnlich dimensionierten Burgen bildete die Burg auf dem Klosterberg von Anfang Teil eines äußeren Verteidigungsgürtels um Aschaffenburg. Im Falle einer Belagerung der Stadt am Main hätte die Burg als sicherer Rückzugsort der Entsatztruppen genutzt werden können.

Trotz des guten Erhaltungszustandes der noch bis zu 10 Meter tiefen Wall-Grabenwerke, welche die Burg auf den Klosterberg rechteckig umschließt, erbrachten die Grabungen 2013 anfgangs lediglich mehrfach verlagerte Bauschutthorizonte. Diese „Bergbauspuren“ verdeutlichen, dass die Burgstelle nach ihrer Aufgabe als Allgemeingut betrachtet und gleich in mehrfacher Hinsicht als Rohstofflieferant genutzt wurde. Der annähernd vollständige Abtrag der Innenbebauung einschließlich der ursprünglichen Laufhorizonte vernichtete eine wesentliche Informationsbasis, mit deren Hilfe eines der primären Ziele der Grabung 2013, der Abgleich des Klosterberg mit seiner Gegenburg, der Burg auf dem Gräfenberg möglich gewesen wäre. Für den Umgang mit den mittelalterlichen Zeugnissen der Vergangenheit geradezu beispielhaft wurde der Klosterberg seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Zentrum einer Bewegung aus der sich letztlich neben ortsansässigen Heimatvereinen auch der Spessartbund entwickelte. In diesem Kontext steht der historische Nachbau eines Mauerfundaments.

Etwa einen Monat vor Grabungsende stießen die Ausgräber im Bereich der Nordkante des Burghügels auf die Reste einer Ringmauer mit nachträglich integriertem Bastionsturm. Gemeinsam mit einem vorgelagerten, mehrere Meter in den Felsen eingetieften Graben wird dieses Ensemble nach seiner Konservierung künftigen Generationen eine neues Bild von hochmittelalterlichen Klosterberg vermitteln.

Im Rahmen des Vortrags wird es möglich sein, aus den ergrabenen und zu Tage geförderten Spuren, den Verfüllungen und den Mauerresten ebenso wie mit Hilfe der Fundstücke, in die turbulente Geschichte des markantesten Bodendenkmals des Zweiburgendorfs Rottenberg einzutauchen.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung des Arbeitskreises Klosterberg.

Kunstwerke massenhaft –
Die Ofenkacheln aus Steinau an der Straße und aus Schlüchtern

Vortrag von Harald Rosmanitz im Landgasthaus „Grüner Baum“, Leipziger Straße 45 in 36396 Steinau an der Straße am 15. April 2014, 19:00 Uhr

Eintritt frei

Der Wohlstand der Bewohner an der Via Regia zeigt sich bereits in der Gotik nicht nur an den Bauwerken selbst. Frei nach dem Moto „Man gönnt sich ja sonst nichts“ stattete man auch die eigenen vier Wände mit allerlei Luxus aus. Kriege und der Zahn der Zeit haben das meiste aus jenen Epochen unwiederbringlich zerstört. Scherben, vor allem aber die Reste von Ofenkacheln geben uns jedoch eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie prächtig die einstige Innenausstattung gewesen sein dürfte.

Im Rahmen der im Jahre 2004 begonnenen Erfassung der Ofenkeramiken der Rhein-Main-Raumes durch das Archäologische Spessartprojekt – Institut an der Universität Würzburg konnten gemeinsam mit Museen und den Denkmalämtern Südhessens und Noprdbayerns bislang mehrere hundert Model- und Kachelfragmente erfasst werden. Sie bilden einen festen Bestandteil einer Datenbank zur süddeutschen Ofenkeramik, die inzwischen über 52.000 Objekte umfasst.

Bei genauerer Betrachtung verraten uns diese Stücke eine Vielzahl von Geheimnissen. Sie bauen eine Brücke in die Bilderwelt und das Denken unserer Ahnen und zeugen vom umfassenden humanistischen Weltbild der Altvorderen. Die Bilderwelt, die man sich – insbesondere in der Renaissance und dem Frühbarock - auf den Öfen vorzustellen hat, war topaktuell. Designer schufen in Frankfurt a. Main und Nürnberg, aber auch im Vogelsberg nach neuesten Ideen Reliefs, die in kürzester Zeit auf Burgen und in reichen Bürgerhäusern der Städte im Dunstkreis der Via Regia zu sehen waren.

In vielen Fällen haben wir es bei den Kachelfragmenten mit kleinen Kunstwerken zu tun, die massenhaft von auswertigen Töpfern gefertigt wurden. Die Fragmente bilden dadurch ein für die Gegend einzigartiges und herausragendes Ensemble. Hier zeigt sich der unmittelbare Einfluss des weitreichenden Handelssystems.

Im Rahmen des Vortrags wird es möglich sein, in eine Welt der kleinen Reliefs einzutauchen, die uns viel Geschichte und viele Geschichten erzählen.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung des Stammtischs des Geschichtsvereins Steinau e.V.

 



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