Der Körperhygiene sind auf der Burg Mole der Hakenkamm und ein längliches Objekt aus Messingdraht zuzuweisen. Der gleichmäßig verdrehte Stift mit einer Höhe von 9,4 cm läuft nach unten spitz zu. Oben befindet sich eine 0,4 cm breite Öse. Gemeinsam mit Bartschere und Pinzette gehörte das Stück zu einem Necessaire, das man in seinem Beutel ständig mit sich geführt haben dürfte. Mit der Spitze ließen sich Speisereste aus den Zahnlücken entfernen, die Öse am anderen Ende dieses Multifunktionsinstruments konnte dazu benutzt werden, überzähliges Ohrenschmalz zu entfernen.

Ohrlöffel aus Messing, um 1400, fd.-Nr. 153, H. 9,4 cm, Br. 0,4 cm

Das Ohrlöffelchen zu dem es ein eisernes Gegenstück von der Kugelburg bei Goldbach gibt, zeigt, dass auch auf den kleinen Spessartburgen nicht nur ungepflegte Raubritter ansässig waren. Vielmehr achtete man auf Hygiene und Sauberkeit und zwar deshalb, weil man damit sein Gegenüber  beeindrucken wollte. Das Mittelalter war eben doch nicht so dunkel, wie es heute gemeinhin wahrgenommen wird.


© Harald Rosmanitz, Partenstein, 2020