Der Sporn eines Reiters von der Burg Hauenstein lässt sich zusammen mit eisernen Schnallen, Hufeisen, Steigbügeln und einer Kandarre dem Reitzubehör zuweisen. Der einem dünnen Lederschuh angepasste, vorne anschnallbare Sporn weist hinten einen langen Stab auf, an dessen Ende ein sternförmiges, beweglich montiertes Rädchen sitzt. Radsporen ersetzten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Spessart die bis dahin gebräuchlichen Stachelsporen. Funde von Radsporen auf Kloster Elisabethenzell bei Rieneck, auf dem Gotthardsberg bei Amorbach sowie auf den Burgen Wildenstein bei Eschau, Mole bei Heimbuchenthal und Bartenstein bei Partenstein verdeutlichen die Beliebtheit dieser Form am Übergang vom 14. zum 15. Jahrhundert.

Die Wertigkeit des Sporn ist an der Ausführungsqualität des Interimstücks ablesbar. Hierzu zählt die Vergoldung, Einlegearbeiten mit Silber oder Blei sowie die Kombination der eisernen Sporen mit Messingschnallen.