Messer gehörten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit  zur Grundausstattung des täglichen Lebens. Vor „Erfindung“ des Service trug jeder jenes Messer bei sich, das er für die Mahlzeiten benötigte.

Spezielle Messer waren speziellen Verrichtungen angepasst: Der Schuster, der Schneider oder auch der Metzger arbeiteten dabei mit ganz unterschiedlichen Klingenformen.

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Darüber hinaus konnte das Messer neben der Jagd auch Verwendung in der eigenen Verteidigung finden. Beleg dafür ist auf der Burg Hauenstein ein besonders langes Messer mit einem weit vorstehenden Niet. Er stammt aus dem Laufhorizont des Zwingers. Die „Bauernwehr“ war im 15. Jahrhundert, wie der Name bereits andeutet, ein bei Bauern beliebter Austattungsgegenstand. Aus Prestigegründen war man darauf bedacht, diesen möglichst sichtbar am Gürtel hängend zu tragen. Schöne Beispiele für das Repräsentieren dieser Mischung aus Blankwaffe und Allzweckwerkzeug finden sich in den Zeichnungen und Druckgraphiken von Albrecht Dürer. Einer der Vorgänger der Bauernwehr könnte das lange Messer gewesen sein, welches Fuhrleute mit sich führen durften.


© Harald Rosmanitz, Partenstein, 2018