179 Brösel ins rechte Licht gerückt – Die Ofenkacheln von der Burg Königsberg
Vortrag von Dr. Harald Rosmanitz
Freitag, 6. März 2026 um 18:30 Uhr
im Café Eiring – Herrenschenke, Marienstrasse 3 in 97486 Königsberg/Bayern
Der Eintritt ist frei.
Der Wohlstand der Bewohner der Burg Königsberg in Bayern zeigt sich bereits in der Spätgotik nicht nur am Bauwerk selbst. Auch die eigenen vier Wände wurden mit allerlei Luxus ausgestattet. Kriege, der Zahn der Zeit, wechselnder Modegeschmack und die vielen Umbauten haben alles aus jenen Epochen unwiederbringlich zerstört. Scherben, vor allem aber die Reste von Ofenkacheln geben uns jedoch eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie prächtig die einstige Innenausstattung gewesen sein dürfte.
Im Rahmen eines Forschungsprojekts des Archäologischen Spessartprojekts e.V., Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg, konnten 2025 gemeinsam mit der Schlossberggemeinde die in den letzten Jahren vor allem im Bereich der nördlichen Ringmauer ergrabenen Kachelbruchstücke erfasst und in ein Archiv süd- und südwestdeutscher Ofenkeramiken (FurnArch) eingebunden werden.
Bei genauerer Betrachtung verraten uns die 179 Kachelfragmente eine Vielzahl von Geheimnissen. Sie bauen eine Brücke in die Bilderwelt und das Denken unserer Ahnen und zeugen vom Weltbild der Altvorderen. Die Bilderwelt, die man sich in Königsberg auf den Öfen vorzustellen hat, war topaktuell. Designer schufen in Metropolen wie Nürnberg nach neuesten Ideen Reliefs, die in kürzester Zeit auch in Königsberg zu sehen waren.
Egal ob als Bildmotiv die marianische Rose gewählt wurde oder ob auf einem Tapetendekor ein Fabeltier, ein Greif, erscheint, in allen Fällen haben wir es mit kleinen Kunstwerken zu tun, die massenhaft gefertigt werden konnten.
Die Kachel von der Königsberger Burg bilden ein beachtenswertes Ensemble. Hier zeigt sich der unmittelbare Einfluss eines weitreichenden Handelssystems, in die auch diese Anlage einst eingebunden war. Der Blick ist aber auch auf das benachbarte Haßfurt zu richten.
