Direkt zu: ProgrammCall for papersImpressionenNachlese

 

 


Programm

(Download als PDF )

Freitag, 16. Mai 2025
11:00 – 11:10 Uhr Begrüßung durch Dr. Robert Fecher, Heimat- und Geschichtsverein Kleinostheim e. V.
11:10 – 11:30 Uhr Dr. Harald Rosmanitz (Partenstein)
Gedanken zum Tagungsthema
THEMENBLOCK I: Schlachtfeldarchäologie als Forschungsfeld der Geisteswissenschaften
11:30 – 12:00 Uhr Prof. Dr. Rüdiger Krause (Frankfurt a. Main)
Konfliktforschung in der Bronzezeit – Befestigte Burgen, neue Waffen und Professionalisierung des Krieges
12:00 – 12:30 Uhr Dr. Benjamin Richter (Frankfurt a. Main)
Umzingelt von Flammen – Zur Verwendung von Feuer an Befestigungen während bronzezeitlicher Konflikte
12:30 – 13:00 Uhr Matthias Wenzel (Seligenstadt)
Wie ein Einzelfund zur (Wieder-)Entdeckung eines scheinbar vergessenen Gefechtes bei Aschaffenburg führte
13:00 – 13:30 Uhr Tom Müller (Lützen)
Museum Lützen 1632: Schlachtfeldarchäologie und Erinnerungskultur
13:30 – 14:00 Uhr Kaffeepause
14:00 – 14:30 Uhr Dr. Thomas Liebert (Roßtal)
Eine Stadt für 70 Tage – Wallensteins Lager bei Zirndorf und die Schlacht an der Alten Veste 1632
14:30 – 15:00 Uhr Dr. Christoph Lobinger (Nürnberg)
Eine Vermutung traf voll ins Schwarze – neue Befunde und Funde zum Wallenstein’schen Lager aus Stein-Unterweihersbuch (Lkr. Fürth)
15:00 – 15:30 Uhr John Zeitler (Nürnberg)
Gewinne und Verluste – Bestattungen aus dem Stadtgebiet Nürnberg von Opfern der Schlacht an der Alten Veste 1632
15:30 – 16:00 Uhr Melanie Langbein (Nürnberg)
Kriegsopfer abseits der Schlachtfelder – Der Pestfriedhof des Sebastianspitals in Nürnberg
16:00 – 16:30 Uhr Kaffeepause
16:30 – 17:00 Uhr Dr. des. Priscilla Pfannmüller (Ingolstadt)
Fight in style. Osmanische Prunkzelte auf den Schlachtfeldern Europas
17:00 – 17:30 Uhr Dr. Gerald Volker Grimm (Obernburg)
Hagel, Schrot und Kettenkugeln. Streumunition vom Mittelalter bis zur Gegenwart
17:30 – 18:00 Uhr Jochim Weise (Lübeck)
Auf den Spuren von 1864 – Die Kampfhandlungen im Deutsch-Dänischen Krieg
18:00 – 18:30 Uhr Dr. Marius Kröner (Duisburg)
Duisburg im Bombenhagel. Archäologische Zeugnisse des Luftkriegs gegen das Ruhrgebiet im 2. Weltkrieg auf der heutigen Stadtfläche Duisburgs
18:30 – 19:00 Uhr Kaffeepause
Festvortrag
19:00 Uhr Begrüßung durch Dr. Robert Fecher, Heimat- und Geschichtsverein Kleinostheim e. V.
19:15 Uhr Dr. Andrea Hampel (Frankfurt a. Main)
Frankfurt sehen und sterben – die napoleonischen Soldaten von Frankfurt am Main-Rödelheim

 

Samstag, 17. Mai 2025
09:00 – 09:20 Uhr Begrüßung durch Dr. Alexander Legler, Landrat des Landkreises Aschaffenburg und zweiter Vorsitzender des Archäologischen Spessartprojekts e. V.
09:20 – 09:30 Uhr Begrüßung durch Joachim Lorenz, Geschichtsverein Karlstein e.V.
THEMENBLOCK II: Die Schlacht von Dettingen und ihr Umfeld
09:30 – 10:30 Uhr Dr. Robert Fecher (Kleinostheim)
Die Schlacht zwischen Kleinostheim und Dettingen am 27. Juni 1743 -– Ein historisches Ereignis wird im Gelände greifbar
10:30 – 11:00 Uhr Kaffeepause
11:00 – 11:30 Uhr Jörg Oberkinkhaus (Pfungstadt)
Spurensuche – ein Heerlager von 1743
11:30 – 12:00 Uhr Arne Homann (Hannover)
Das Zentrum der Schlacht bei Minden 1759: Geschehen – vergessen – wiederentdeckt
12:00 – 14:30 Uhr Mittagspause mit Exkursion

Besichtigung des Schlachtfelds von Dettingen
(Führungen: Dr. Robert Fecher)

Besichtigung des Heimatmuseums Dettingen incl. Sonderausstellung
(Führung: Joachim Lorenz)

Für die Exkursion steht ein Bus zur Verfügung.

14:30 – 15:00 Uhr Patrick Rauch (Amöneburg)
Die Schlacht an der Brücker Mühle, am 21 September 1762
15:00 – 15:30 Uhr Stefan Lorenz (Augsburg)
Reenactment und Gedenkfeiern – ein vorteilhaftes Miteinander?
15:30 – 16:00 Uhr Tanja Kilzer (Trier)
Schlachtfeld Meer – Seekrieg und Lebensalltag auf der militärischen Flotte von Heinrich VIII. und Elisabeth I.
16:00 – 16:30 Uhr Kaffeepause
THEMENBLOCK III: Aus anderen Forschungsbereichen
16:30 – 17:00 Uhr Joachim Lorenz (Karlstein)
Bronzegussformen aus Hösbachit – weiter verbreitet als gedacht
17:00 – 17:30 Uhr Dr. Detlef Wilke (Wenningsen)
Zerstörungsfreie chemische Analyse von archäologischem Fundgut – hier am Beispiel von Bronzegussformen aus Hösbachit
17:30 – 18:00 Uhr Dr. Harald Rosmanitz (Partenstein)
Archäologie im Hinterland – Der Lufthof bei Dorfprozelten
18:00 – 18:30 Uhr Christine Reichert (Mainaschaff)
Mehr als eine Nachlese – Das Besucherleitsystem auf dem Gotthardsberg

Call for papers

Schwerpunkt des 16. Symposiums zur Burgenforschung im Spessart ist die Schlachtfeldarchäologie, ein Teilbereich der Archäologie, der sich mit der Erforschung der Hinterlassenschaften an Schauplätzen kriegerischer Auseinandersetzungen beschäftigt. In historischer Zeit sind solche Ereignisse auf Karten, aber auch in Schriftquellen bezeugt.

Lange Zeit erfuhr die Thematik, bezogen auf das Mittelalter und die Neuzeit, zumindest aus archäologischer Sicht so gut wie keine Beachtung. Dies änderte sich in Deutschland erst mit der Untersuchung des Schlachtfelds von Lützen in Sachsen-Anhalt. Eine 2009 stattfindende Tagung in Halle/Saale 2011 war impulsgebend für ein Sonderheft der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“. Es folgte 2012 die Aufarbeitung der Schlacht von Wittstock. Unter dem Oberbegriff „Konfliktarchäologie“ nahm sich das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg 2022 ausführlich des Themas an. Ausgangspunkt der Tagung in Karlstein am Main ist die Untersuchungen des Schauplatzes der Schlacht bei Dettingen vom 27. Juni 1743. Dieses wurden und werden durch Ehrenamtliche durchgeführt.

Die Schlachtfeldarchäologie fasst den Begriff „Schlachtfeld“ in mehrfacher Hinsicht weiter. In ihren Dunstkreis fällt die Beschäftigung mit den Spuren des dazugehörigen Umfelds wie Schanzwerken, Lagerplätzen, Nachschublinien, Lazaretten, Gräbern, Gefangenenlagern und Bunkern. Orte, an denen Konflikte militärisch ausgetragen wurden, gibt es in sämtlichen Epochen der Menschheitsgeschichte. Dem Thema zuzurechnen sind nicht nur die Austragungsorte des Kampfes selbst. Auch in deren Vorgeschichte und im Nachgang entstandene Strukturen, die heute als Bodendenkmale unsere Kulturlandschaft mitprägen, harren ihrer Erforschung.

Bei der Dokumentation mittelbarer Überreste von Kampfhandlungen erweisen sich viele althergebrachte Ansätze der Spatenforschung als unzureichend. Bei einer Schlacht handelt es sich um ein meist kurzes und für archäologische Verhältnisse großflächiges Ereignis, dessen Spuren weit verstreut sein können. Wichtige Aussagen sind über Geschosse, aber auch über verlorene Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände, die nahe der Erdoberfläche liegen, zu treffen. Maßgebendes Werkzeug bei der Aufarbeitung eines solchen Kampfplatzes ist das Metallsuchgerät. Die Identifikation solcher Funde und deren Kartierung lassen Rückschlüsse auf den Kampfverlauf zu. Schriftquellen über den Schlachthergang können bestätigt, ergänzt oder eventuell sogar korrigiert werden. Es sind darüber hinaus Aussagen über den Alltag der Soldaten möglich. Dies schließt die anthropologische Erforschung der bei den Kampfhandlungen Gefallenen ein. Informationszugewinn ergibt sich auch beim Nachstellen im Rahmen des Reenactments.

 

Impressionen

Freitag, 9.30 Uhr: noch ist alles ruhig.

Letzte Vorbereitungen werden getroffen. 
Auch das fleißige Küchenteam ist schon im Einsatz.
Die ersten Referenten treffen ein. 
Alle Ankommenden werden persönlich begrüßt und erhalten eine Tasche… 
… die mit Spannung ausgepackt wird.
Langsam füllt sich das Auditorium. 
Die gesamte Tagung wird fotografisch begleitet.

Der erste Referent, Prof. Dr. Rüdiger Krause…

…startet seinen Vortrag trotz der frühen Uhrzeit schon vor vollem Haus.
Durchgehend war für das leibliche Wohl gesorgt.
Der Zuschauerraum war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Das Kaffee- und Kuchenbuffet füllte sich immer wieder – fast wie von Zauberhand.
Alle lauschten gespannt…
…von welch spannenden Erkenntnissen berichtet wurde.
Auch die Technik ließ uns nur ganz vereinzelt im Stich.
Besonders wichtig sind die regelmäßigen Pausen, … 
… in denen viel Raum für gute Gespräche, …
… neue Kontakte…
… und frische Luft war.
Gute Laune auch unter Vorstandsmitgliedern des ASP.
Die Plätze blieben auch im Verlauf des Nachmittags gut gefüllt.
Den gelungenen Festvortrag hielt Dr. Andrea Hampel aus Frankfurt. 
Auch die Organisatoren waren mehr als zufrieden. 
Der zweite Tag startete zeitlich früh, aber nicht vor leeren Rängen.
Dr. Robert Fechers Vortrag zur Schlacht bei Dettingen wollte sich niemand entgehen lassen.
Auch Landrat Dr. Alexander Legler schaute vorbei. 

Wichtige organisatorische Absprachen.

Und auch an Tag Zwei gilt: Regelmäßige Pausen…
… bei bestem Wetter und guter Verpflegung …
… heben die Stimmung.
In der Mittagspause gab es leckere Pizza für alle. 
Bevor es dann zu den beiden Exkursionen ging. Die erste führte zusammen mit Joachim Lorenz in das Heimatmuseum Karlstein, …
… in dem man u.a. ein Diorama der Schlacht bestaunen konnte.
In der zweiten Exkursion führte Dr. Robert Fecher die Interessierten per Bus… 
… zum Originalschauplatz der Schlacht zwischen Kleinostheim und Dettingen.
Nach ausreichend Bewegung und frischer Luft ging es im vollbesetzten Saal…
… wieder mit spannenden Vorträgen weiter.
Bis zum Schluss blieb die Stimmung gut. 
Zum Ende blieb den glücklichen Veranstaltern nur „Danke“ zu sagen. 

 

Nachlese

Geschehen, vergessen, wiederentdeckt. Der Untertitel des Vortrags von Referent Arne Homann aus Hannover beschreibt treffend die Essenz der Ergebnisse des 16. Burgensymposiums des Archäologischen Spessartprojekts e.V. – Unterfränkisches Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg (ASP). Die Tagung widmete sich dem Thema „Schlachtfelsarchäologie“.

Zeichnete für die inhaltliche Gestaltung das ASP, Fachbereich Archäologie verantwortlich, so waren für die hervorragend organisierten Rahmenbedingungen und die beste Verpflegung der Teilnehmenden der Geschichtsverein Karlstein e.V., der Heimat- und Geschichtsverein Kleinostheim 1979 e.V. und der Verein für Heimatpflege Wenighösbach e.V. zuständig.

Bis zu 120 Zuhörende kamen am Freitag, den 16. und Samstag, den 17. Mai in das Pfarrheim St. Peter und Paul in Karlstein am Main und folgten den insgesamt 21 vielfältigen und hochkarätig besetzten Fachvorträgen, die das Tagungsthema in all seinen denkbaren Facetten widerspiegelten.

Ausgehend von den jüngsten Forschungen zur Schlacht bei Dettingen am 27. Juni 1743, die von einer ehrenamtlichen Initiative unter Federführung von Dr. Robert Fecher betrieben wird, gingen die Vorträge einem relativ jungen Forschungsfeld der Archäologie nach, dessen Rahmenbedingungen bis heute noch nicht vollständig erschlossen wurden. Die Tagung bildete durch die Beteiligung von engagierten Ehrenamtlichen, hauptamtlich Forschenden und Beteiligten des Denkmalschutzes eine ungewöhnliche Plattform des Ideenaustauschs, die als Markstein der Schlachtfeldforschung gesehen werden kann. Klingt die reine Erforschung zu Schlachtfeldern zunächst sehr spezifisch, bewirkt eine Weitung des Begriffs hin zu „Konfliktarchäologie“ die Einbeziehung eines großen Teils archäologisch fassbarer Spuren. So werden auch Befestigungen, Burgen oder Friedhöfe wichtiger Teil einer übergeordneten Zusammenschau und machen bei der Bewertung einer Schlacht Sinn. Der Archäologie gelingt es so, ein konkreteres Bild einer Schlachthandlung zu formen, als es rein aus Schrift- oder Bildquellen möglich wäre.

Von der Bronzezeit bis in den 2. Weltkrieg, vom Schlachtfeld selbst, die dazugehörigen Feldlager und der weiteren Infrastruktur bis hin zu den Überresten der Opfer auf Friedhöfen: Die Tagung beleuchtete das übergreifende Thema von annähernd jeder erdenklichen Seite. Nicht zuletzt die hervorragend organisierten Exkursionen zum Heimatmuseum in Dettingen und per Bus zum Schlachtfeld zwischen Kleinostheim und Dettingen rundeten die rundum gelungene Veranstaltung ab.