Das fast vollständige Kännchen von der Mole

Insgesamt wurden bei den Grabungen drei in ihrer Form fast übereinstimmende Kännchen aus Dieburger Produktion gefunden.

Die kleine Kanne konnte schon am dritten Grabungstag westlich der Westmauer der Mole fast vollständig geborgen werden.

Das Schankgefäß, das ursprünglich eine trichterförmige Mündung besaß, hat einen auffällig schlanken, abgesetzten Standfuß. Er verleiht dem Gefäß eine sanduhrfömige Grundform, die sich durch die Teilengobierung noch verstärkt.

Die Zweifarbigkeit entsteht dadurch, dass das Gefäß aus hellbrennendem Dieburger Ton mit seiner Mündung in eine stark eisenhaltige Engobe getaucht wurde. Diese „getauchte Ware“ ist typisch für die in den Spessart importierte Dieburger Keramik des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts. Sie löst die voll engobierten Waren ähnlicher Machart ab, die seit dem Ende des 13. Jahrhunderts unter anderem im hessischen Aulendiebach in großer Stückzahl gefertigt wurden. Ähnliche Gefäße wie das von der Mole bei Heimbuchenthal entdeckten die Ausgräber in der im Jahre 1399 zerstörten Burg Tannenberg bei Seeheim-Jugenheim.

Die Teilengobierung ist übrigens in erster Linie das Ergebnis einer rationalen Fertigung. Tauchte man das Gefäß lediglich bis zum halben Bauch in die Engobe, sparte man Zeit und Material. Große Fehlstellen am Boden und in der Wandung machen darüber hinaus deutlich, dass man sich bei der Aufbereitung des Tones vor dem Drehen nicht mehr die eigentlich dafür notwendige Zeit ließ.