Eiserne Unterzüge von hölzernen Trippen sind im Spessart für das beginnende 14. Jahrhundert für das Koster Elisabethenzell bei Rieneck (ein Stück) und für das beginnende 15. Jahrhundert für die Burg Bartenstein bei Partenstein (fünf Stücke) archäologisch belegt. Mit sechs Trippeneisen nimmt die Burg Hauenstein zumindest hinsichtlich der Fundmenge solcher Objekte im Spessart die Spitzenposition ein. Der bei einem Stück noch in situ befindliche Befestigungsnagel verdeutlicht darüber hinaus, dass die in Hauenstein zum Einsatz kommenden Trippen vergleichsweise hoch waren. Die Breite der stollenbesetzten Eisenbänder variiert zwischen 6,7 und 10,2 cm. Entsprechend unterschiedlich dürften die ursprünglich dazugehörigen hölzerne Überschuhe gewesen sein.

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Die Trippe, der hözerne Unterschuh gehört im ausgehenden 14. und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zum „must have“ der Oberschicht. Modisch spitz zulaufend, schütze die Fußbekleidung den eigentlichen ledernen Schuh vor Verschmutzung. Mindestens ebenso wichtig war die Trippe als Isolierung der von (Stein)Fußböden abstahlenden Kälte. Auf zeitgenössischen Darstellungen kommen die Unterschuhe nicht nur im Außenbereich, sondern auch im Hausinneren zum Einsatz. Eiserne, auf die Sohle genagelte Bänder mit nach unten weisenden Stollen, die Trippeneisen, verliehen den ansonsten glatten Sohlen der Unterschuh die notwenige Rutschfestigkeit.

Altartafel aus dem 15. Jahrhunderts mit der Johanneslegende: Salome präsentiert Herodias den Kopf von Johannes dem Täufer. Der an der Tafel sitzende König trägt Trippen, an denen ursprünglich auch Trippeneisen befestigt gewesen sein konnten. (Münster, LWL- Museum für Kunst und Kultur)

 

Literatur:

Joachim Gerdsmeier u.a., „Schätze“ aus Brunnen und Latrinen. Mittelalterliches Leben in Warburg im Spiegel archäologischer Sachgüter, In: bendix Trier (Hg.), Mittelalterliches Leben an der Klockenstrasse, S. 81-141, bes. S. 119-121