Die Gartenerdeschicht südwestlich der Zwingermauer der Burg Hauenstein barg ein reich verziertes Messigblech. Auf der Vorderseite ist dieses mit den gotischen Minuskelen „pb“ besetzt. Das einseitg vertikal genietete Messigblech ist auf seiner Schauseite abgesehen von einem schmalen Rand vollständig mit Gravuren bedeckt. Das querrechteckige Bildfeld zeigt die beiden gotischen Minuskeln (Kleinbuchstaben) „p“ und  „b“.  Sie liegen auf einem Untergrund, der mit unregelmäßigen Zickzackstrichen belebt wurde.

Das ursprünglich golden schimmernde Messingblech ist Teil einer Buchschließe oder einer Schnalle eines schmalen Ledergürtels. Die beiden Niete erlaubten es, das zweiteilige, rückseitig glatte Blech im Leder zu verankern. Eine vertikale Tülle, die beim Umbiegen des querrechteckigen Messingblechs entstand, diente zur Aufnahme einer Schnalle.

Ähnlich gravierte Messingbleche stammen von der Burg Bartenstein bei Partenstein und vom Gotthardsberg bei Amorbach. In beiden Fällen sind auf den Schauseiten zwei gotische Minuskeln vor geriffeltem Untergrund zu erkennen. Leichte Kippungen der Buchstaben sowie die unregelmäßige Gravur belegen, dass es sich bei den gravierten Messingobjekten in allen Fällen um Einzelstücke handelt. Die Auftragsarbeiten dürften von in der Region ansässigen Goldschmieden gefertigt worden sein.

Wie die Stücke nach ihrer Restaurierung aussehen, erfahren Sie, wenn Sie auf die Bilder klicken. 

In deutlich schlechterem Zustand befindet sich ein ebenfalls gravierter Messingbeschlag. Er stammt aus der Brandschutt des Hauses südlich der Burg Hauenstein.