Im Folgejahr des 775-jährigen Ortsjubiläums veranstaltete der Geschichts- und Burgverein Partenstein e.V. 2009 das vierte Burgfest auf der Bartenstein. Aufgrund des Erfolgs im Vorjahr wurde auch heuer wieder die „Lebendige Baustelle“ betrieben und eine Vielzahl alter Handwerke um die Burgmauern herum dargestellt. Mit dem Bau einer Blide, einer mittelalterlichen Wurfmaschine, und deren Vorführung sorgten die „Milites Theutonici“ für ein weiteres Highlight auf dem zweitägigen Fest.

Impressionen zum Bugfest 2009

Die Besucher des vierten Partensteiner Burgfests wurden morgens schon von diesen Recken in den rieneckischen Farben gold und rot erwartet.
Aber auch etwas ungefährlicher wirkende Genossen waren so früh am Tag schon am Werk. ...
... und zwar bastelten sie an einer seltsamen Konstruktion.
Der Grabungsleiter übte sich derweil als Hofnarr.
Mit vereinter Kraft wurde das Holzgestell schließlich angehievt ...
... und abtransportiert?
Weit kamen sie jedoch nicht bis die erste Pause eingelegt werden musste.
Nach einer ganzen Weile war man auf einer Wiese oberhalb der Burg Bartenstein angekommen ...
... und stellte dort das (Kletter-?) Gerüst auf.
Dann wurde erst mal das Schweineschmalz ausgepackt - aber nicht für eine Brotzeit, ...
... sondern zum Einfetten.
Als das geschmierte Teil in das Balkengerüst eingesetzt wurde, schimmerte dem ein oder anderen Beobachter, was die so friedlich wirkende Truppe vorhatte.
Mit den Seilen konnten die Männer den eingesetzten Arm zum Schwingen bringen.
Die "Milites Theutonici" hatten eine mittelalterliche Wurfmaschine gebaut! Eine sogenannte Zug-Blide, mit der zentnerschwere Steinkugeln gegen Feinde geschleudert werden konnten.
Natürlich wurde das Kriegsgerät gleich einem Schusstest unterzogen.
Die großen und vor allem die kleinen Zuschauer der Aktion waren darauf gespannt wie ein Flitzebogen.
Also: Alle Mann an die Seile ...
... und Feuer frei!
Der Schuss hat zwar funktioniert, aber sein Ziel getroffen hat er nicht. Zum Justieren der Flugbahn des Geschosses müssen jetzt vor allem Seillängen an der Schleuderschlaufe verändert werden.
Danach kann die Kugel - ein Fußball - erneut eingelegt werden.
Dann heißt es wieder an die Seile. Das Prozedere wiederholt sich dann, bis die Kriegsmaschine trifft ... oder die Kräfte schwinden.
Mit der letzten Kraft muss noch der Wurfarm herausgehoben und das Gerüst zurückgebracht werden.
Zum Abschluss der "Belagerung" posiert die Geschützmannschaft sichtbar stolz mit ihrer Hightech-Waffe des 12./13. Jahrhunderts.
Hernach konnten sich die Mittelalterdarsteller körperlich leichteren Aufgaben zuwenden.
Das Lagerleben der "Milites Theutonici" war für die jungen Fans nicht minder interessant.
Die Klinge ist gut austariert ...
... und lässt sich dementsprechend gut führen.
Die Küche gehört natürlich auch zum Reenactment. Besondere Empfehlung des Tages: gefülltes Schmalzgebäck
Auch das Hauptgericht köchelt bereits vor sich hin und wird sehnsüchtig erwartet.
Endlich kommt der Topf aus dem Feuer und sein Inhalt auf den Tisch. Und was gibt's?
Linseneintopf - offensichtlich nicht jedermanns Fall.
Doch solange der Magen gefüllt ist wird nicht gemeckert, schließlich können ganz schnell auch andere - magere - Zeiten kommen.
Dem Kleinen kann's noch egal sein =)
Dem Großen nicht. Aber von dem ordentlich gedeckten Tisch kann man nur satt und zufrieden aufstehen.
Die Mägde und Knechte sitzen derweil eine Ebene tiefer und müssen arbeiten - oder wenigstens dabei zuschauen.
Hier wird gerade Holz bearbeitet. Fein ...
... und grob.
Heute können zum Glück viele Pausen gemacht werden. Und das vor dem Partensteiner Panorama.
Selbst hinter einem so einfachen Objekt wie einer Holzschale ....
... steckt eine Menge Handarbeit.
Die Kinder interessieren sich da eher für etwas anderes, ...
... denn gegenüber wird ebenfalls gearbeitet.
Hier ist wie auch im letzten Jahr die mittelalterliche Bauhütte angesiedelt.
Die Werkzeuge des nächsten auf dem Burgfest vertretenen Handwerks.
Die Schmiede
Wer an der heißen Esse steht, und das in der prallen Sonne, braucht regelmäßig Pausen im Schatten.
In diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Burgfest vertreten: Seiler.
Neben zahlreichen Infos zur Burg Bartenstein und mittelalterlichem Handwerk ...
... gab es selbstverständlich auch den Festplatz mit allem was das Herz der hungrigen und durstigen Gäste begehrte.
Wie immer besonders beliebt: Die Flammkuchen aus dem Backwagen des Geschichts- und Burgvereins.
Die Damen machen kein Sauerkraut ein, sondern lagern die Flammkuchenbeläge in den Steinzeugtöpfen.
Nebenan wird gebruzzelt.
Und daneben befand sich das sprichwörtliche "schattige Plätzchen".
Dutzende Helfer standen bereit, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Selbst bei gefülltem Festplatz zu den Stoßzeiten wurden die Wünsche der Gäste schnell erfüllt.
Am Abend konnten sich auch die Vereinsmitglieder bei einem kühlen Bier zurücklehnen und - wieder einmal - auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurückblicken.