Durch die Zeiten
Die Baubefunde, die bei den Grabungen auf dem Gotthardsberg aufgedeckt wurden, lassen sich in das Umfeld von vier urkundlich nachweisbaren Ereignissen stellen.

Bereits anlässlich des Burgenbaus wurde das gesamte Plateau eingeebnet und umfriedet. Die Außengrenzen der Anlage, gekennzeichnet durch die Umfassungsmauer, blieben bis zur Aufgabe der Besiedelung die gleichen. Sie bildete den größten Baukörper der Burgzeit. Der Zugang dürfte in der Nordostecke gelegen haben. Er war von einem turmartigen Gebäude flankiert. Für eine Burg ungewöhnlich stand bereits damals die Kirche an der höchstgelegenen Stelle, und zwar annähernd in ihrer heutigen Größe. Sie hatte einen verkürzten Chor und war ausschließlich durch einen Zugang von Norden her zugänglich. Nur in zwei Bereichen des Plateaus sind weitere Gebäude aus dieser Zeit nachweisbar: Das steinerne Haus mit wahrscheinlich angesetztem Treppenturm und ein weiteres Gebäude mit steinernen Fundamenten in der Nordwestecke der Anlage.

In der Klosterzeit verdichtete man die Bebauung. Unter Beibehaltung der Umfassungsmauer kamen vornehmlich östlich der Kirche großflächige, teils unterkellerte Häuser hinzu. An der tiefsten Stelle in der Nordostecke wurde eine Zisterne angelegt. Direkt vor der westlichen Umfassungsmauer befand sich ein Brennofen für Keramik. Die Kirche wurde weiter genutzt, erhielt aber an der Südseite des Chores eine Pforte, durch die der außerhalb des geschützten Plateaus liegende, ebenfalls neu eingerichtete Friedhof betreten werden konnte.

Nach Aufgabe des Klosters wurden durch das nun vornehmlich wirtschaftlich genutzte Priorat einige Gebäude rückgebaut, teilweise auch ganz aufgegeben. In direkter Nähe des sich inzwischen auf der Nordseite befindenden Eingangsbereichs entstanden Stallungen. Große bauliche Änderungen gab es im Bereich der Kirche: Der Friedhof wurde aufgelassen. An seiner Stelle wurde die Sakristei aufgeführt. Dazu wurde der Chorbereich nach Osten erweitert und um Nordosten durch einen Treppenturm ergänzt. Kirche und Sakristei erhielten einen Fliesenboden.

In der letzten Aktivierungsphase wurde die Bebauung im Bereich des Priorats erneuert. Über den Kellergewölben erhoben sich nun wieder Fachwerkhäuser. Die Zugänge zur Kirche erhielten neue Gewände. Ein weiterer Eingang ins Kirchenschiff, der Südliche, wurde neu eingebaut. Die Umfassungsmauer dürfte nur noch in Teilen intakt gewesen sein. Der Gotthardsberg war nun auch von Weilbach kommend zusätzlich über eine Treppe zu erreichen.