Archäologie mit allen, für alle

Sämtliche Ausgrabungen, die seit 2004 unter der fachlichen Leitung des Archäologischen Spessartprojekts e.V. (ASP) durchgeführt werden, folgen einem Grundprinzip: Jeder Mensch kann an einer archäologischen Ausgrabung teilnehmen, solange er Interesse an der Thematik mitbringt. In Anlehnung an das in Großbritannien entwickelte Konzept der „offenen Grabung“ werden die Projekte unter Anleitung von archäologischem Fachpersonal zusammen mit der Zivilgesellschaft durchgeführt.

Bei den archäologischen Ausgrabungen auf dem Gotthardsberg waren bis zu 300 engagierte Ehrenamtliche beteiligt. Dabei wurden in vier mehrmonatigen Kampagnen über 10.000 Arbeitsstunden erbracht. In erster Linie ging es darum, archäologisch aktiv zu sein. Die Arbeit sollte dazu anregen, das Interesse an regionaler Geschichte zu vertiefen. Beginnend bei den Planungen, Jahre vor den eigentlichen Grabungen, über das Abstecken der Schnitte, deren Ausheben per Hand, dem Freilegen und Putzen von Befunden, der zeichnerischen und fotografischen Dokumentation, dem Finden und Reinigen von Scherben, bis hin zum Wiederverfüllen der Schnitte, der Sichtbarmachung der Mauern und der Vermittlung des ergrabenen Bodendenkmals weit nach Projektabschluss, konnten die einzelnen Arbeitsschritte aktiv begleitet werden. Mitarbeit bei Schulprojekten, Grabungsfesten und – nicht zu unterschätzen – bei der täglichen Verpflegung der Helfenden sind weitere Bestandteile solcher Aktionen.

 

Impressionen – Teil 1

Die Sakristei wurde während der Grabungen zur Küche umgewidmet.
3D-Puzzeln: bei schlechtem Wetter wurden auch schon mal die Keramikscherben direkt vor Ort zusammengesetzt.
Alle auf einen Blick: Die Ehrenamtliche Grabungsmannschaft aus den Jahren 2010/2011
Auch bei den Wiederaufbauarbeiten war ehrenamtlicher Einsatz gefragt.
Die fleißige Baumannschaft bei einer wohlverdienten Pause.
Am östlichen Rand des Besiedelungsplateaus wurde nach dem Eingangstor gesucht.
Fast komplett freigelegt: Das steinerne Haus der Burg.
Sicherheit geht vor, auch in der Archäologie.
Noch ganz am Anfang: der allererste Schnitt im Bereich des großen Tonnengewölbes wird angelegt.
Ein Glück gibt es die Kirche, um auch bei schlechterem Wetter weiterarbeiten zu können.
Immer im Team: Gemeinsam arbeitet es sich einfach leichter.
Die Schnitte mussten immer wieder der gut wachsenden Flora abgetrotzt werden.
Arbeiten in verschiedenen Ebenen: Während hinten noch geschaufelt wird, wird vorne bereits geputzt.
Auch Regenwetter konnte uns nicht von der Arbeit abhalten.
Archäologie darf auch Spaß machen.
Mittagspause! Wer würde sich dabei nicht an solch einem Ausblick erfreuen?
Wenn die Chemie zwischen den Grabungspartnern stimmt, läuft die Arbeit leichter von der Hand.
Auf der Südseite der Kirche wurde der Friedhof freigelegt.
Grabungs-Haltungsnote 10*!
Im Herbst kann das Wetter auch leicht mythische Stimmung erzeugen.
Manchmal muss man ganz genau hinschauen, was die Kollegen so alles ergraben.
Scherbenwasch-Koryphäen unter sich.
Bei gutem Wetter kann der Waschbereich auch draußen stationiert werden.
Bis ganz nach unten: Von den Kellergewölben des Prioratshauses konnte ein Großteil untersucht werden, mussten allerdings nach Grabungsende wieder verfüllt werden. Die Sicherheit geht vor.
An der langen Tafel ist deutlich zu sehen, wie groß die Beteiligung durch Ehrenamtliche an den Grabungen war.
An heißen Tagen war ein schattiger Arbeitsplatz Gold wert.
Ja, was genau haben wir denn da jetzt ausgegraben?
Gutes Augenmaß: Für die zeichnerische Dokumentation ist Können gefragt.

Die Ergebnisse wurden noch während der Grabungen präsentiert. Angefangen von Führungen für Kindergartenkinder, Schulklassen oder Erwachsenengruppen bis hin zu mehreren Gotthardsbergfesten war das Interesse ungewöhnlich groß. In eigenen Schulprojekten und auch unter Einbindung von Fachstudenten aus den Universitäten Cottbus, Bamberg und Würzburg zeigt sich die breite Aufstellung des Vorhabens. Alle diese Einzelaspekte zusammen verdeutlichen den Anspruch und den Charakter der Ausgrabungen auf dem Gotthardsberg als ein breit angelegtes, zivilgesellschaftliches Projekt.

Beim Umsetzen der Idee dieser engen Zusammenarbeit mit ehrenamtlich Tätigen kam auf dem Gotthardsberg eine Besonderheit zum Tragen: Aufgrund des Grenzverlaufs über die Bergspitze hinweg war das Ganze von vorneherein als interkommunales Projekt angelegt. Neben der Stadt Amorbach und dem Markt Weilbach waren die Heimat- und Geschichtsvereine Amorbach und Weilbach-Weckbach involviert. Nach Abschluss der Grabungen wurde mit ihrer tatkräftigen Mithilfe ein Gutteil der wieder sichtbar gemachten Mauerzüge um die Gotthardskirche herum rekonstruiert.

Der Gotthardsberg in seiner jetzigen Gestalt ist ein weithin sichtbares Zeugnis der Heimatgeschichte. Zugleich kündet er von einem jahrzehntelangen, bürgerschaftlichen Engagement, das bis heute anhält.

 

Impressionen – Teil 2

Zu Beginn eines jeden Schnitts wird nach dem Abstecken der Maße mit dem Abtrag des Oberbodens begonnen.
Manchmal ist auch ein Zelt notwendig.
Bei der zeichnerischen Dokumentation ist manchmal auch ein bisschen Luxus erlaubt.
Vor den archäologischen Ausgrabungen steht immer das Freiräumen der Vegetation.
Brennnesseln und kurze Hosen: Oft eine unglückliche Kombination.
  • Nach vollbrachtem Tagwerk durfte es manchmal auch ein Feierabendbierchen sein.
Schaufeln in Reih und Glied.
Auch die sorgfältige Katalogisierung der Fundstücke musste vor Ort durchgeführt werden.
Auch über kleinste Scherben kann man sich freuen!
  • Ja was denn? Das ist doch praktisch!
In tieferen Schnittebereichen ist das Tragen von Helmen eine Notwendigkeit.
Stein für Stein wird sorgfältig freigelegt.
Manchmal ist auch ein Befund eine passende Arbeitsebene.
Wie die fleißigen Ameisen verteilt sich die Grabungsmannschaft im Schnitt.
Zu Beginn von Schnitt 9 war das Ausmaß der Erkenntnisse noch nicht abzusehen.
Musikalische Unterhaltung während des Mittagessens.
Auf jeden kleinsten Fund wurde bei den Grabungsarbeiten geachtet.
Schon die Kleinsten finden Archäologie spannend!
Wer freut sich nicht über solch ein Panorama an seinem Arbeitsplatz?
Bei starkem Sonnenschein muss auch schon mal die Beschattung wandern.
Die Bergung eines außergewöhnlichen Fundes: Schon am Einsatz von Staubsauger, dem Zuschaueraufkommen und einem persönlichem Schirmhalter erkennt man die besondere Grabungssituation.
Bei der Überbrückung größerer Distanzen kommt die gute alte Eimerkette zum Einsatz.
Bei Regenwetter muss man kreativ werden.
Feierabend bei Sonnenschein.
Wichtige Gespräche während einer wohlverdienten Pause.
Spektakuläre Perspektive: Manchmal ziehen auch düstere Wolken über dem Gotthardsberg auf.
Gemeinsames Graben schweißt zusammen.
Beim Zeichnen eines Kopfsteinpflasters ist genaues Hinsehen gefragt. Oder hatte ich diesen Stein schon?
Ganz tief unten: Der Prioratskeller wurde partiell bis auf die Sohle ausgegraben.