Knochenkamm, 13. Jahrhundert.
H. 5,4 cm, Br. 3,7 cm, T. 0,5 cm. Weilbach, Gemeindearchiv, Fd-Nr. Gotthard 0276.

Bei der Fertigung eines solchen Kamms wurde vom gereinigten und gekochten Mittelfußknochen eines Rinds eines der Gelenkenden abgetrennt. Nach dem Aussägen in Längsrichtung wurde die flachere Hälfte mit Hilfe eines Ziehmessers und einer Säge zu einem Kamm ausgebildet. Das Griffstück konnte durchbohrt werden.

Bislang ist die Forschung uneins, welchen Zweck die Langzinkenkämme ursprünglich hatten. Die Vermutung, dass Langzinkenkämme bei der Textilverarbeitung zum Anschlagen und Auskämmen der Fäden zum Einsatz kamen, erweist sich aufgrund der rauen Zwischenräume zwischen den Zinken als nicht haltbar. Am ehesten könnten sie als Haarkamm oder zum Aufstecken der Haartracht gedient haben.