Fragment eines Türgewändes, vor 1629.
H.19,5 cm, Br. 12,2 cm, T. 16,9 cm. Weilbach, Gemeindearchiv, Fd-Nr. Gotthard 1105.

Das Fragment eines reich dekorierten Türgewändes aus Sandstein fand sich bei Grabungen im Inneren der Gotthardskirche. Es stammt vom Türgewände des südlichen Eingangs in das Gotteshaus. Dieses ist inschriftlich auf das Jahr 1629 datiert.
Anlässlich der letzten Auffrischung des Gebäudes, dessen Wurzeln ins 11. Jahrhundert zurückreichen, wurde unter anderem in die Südwand des Langhauses eine nach Amorbach weisende Tür eingebaut. Den rahmenden Türsturz gestaltete der Steinmetz in zeitgenössischer Manier. Frei ausgebildetes Rankenwerk ist dabei von Beschlagwerk hinterfangen. Alles wird im Sinne der Augentäuschung möglichst funktional gearbeitet. So scheint das Beschlagwerk mittels einer Schraube am Untergrund fixiert zu sein.
Das abgeschlagene Teil des Dekors verrät dem Ausgräber allerdings noch deutlich mehr: Es offenbart den Zustand, indem sich das Türgewände am Ende des 17. Jahrhunderts befunden haben dürfte. Der vergleichsweise harte und erosionsbeständige Sandstein erforderte keine Farbfassung. Das Türgewände dürfte damit in der Form verblieben sein, in der es sich noch heute dem Betrachter zeigt.