Der Gotthardsberg – nun mit archäologischem Park

Von Weilbach kommend bietet der Gotthardsberg den Besuchenden eine beeindruckende Kulisse.
Aber auch der Wanderweg von Amorbacher Seite ist eine optisch ansprechende Route.
Das Plateau nördlich der Kirche wurde zu einem für Veranstaltungen nutzbaren Areal umgestaltet.
Die Standorte für den Archäologischen Park gestalteten Tafeln wurden bewusst gewählt: Sie erläutern die Ergebnisse der Ausgrabungen direkt am Objekt…
… stören aber dennoch nicht den Eindruck der allgemeinen Kulisse.
Auf den Rückseiten der Tafeln sind jeweils Situationsfotos der Ausgrabungen zu entdecken.
Direkt vor dem Zugang zum ehemaligen Prioratsgebäude mit seinem tonnengewölbten Keller steht die thematisch dazugehörige Tafel.
Auch die Treppe in den Keller und der östlich anschließende Kelterraum wurden gesichert und gestaltet.
Nicht begehbare Stellen wurden mit einem modernen, pulverbeschichteten Stahlgeländer abgegrenzt.
Auch die Außenmauern des zweiten, kleineren Gewölbekellers wurden gesichert und die Fläche mit Kies eingestreut. So ist er heute sogar begehbar.
Der Archäologische Park zeigt sich Interessierten als sichtbares und selbstständig erschließbares Bodendenkmal.
Über einen neu angelegten Kiesweg kann die Kirchenruine einmal umrundet werden.
Auch hier wurden an für sie passenden Stellen Tafeln mit erklärendem Inhalt platziert.
So steht auch am heute obertägig nicht mehr erkennbaren, ehemaligen Friedhof eine passende Tafel.
In der ehemaligen Sakristei wurde ein Visitor Center eingerichtet. Um Vandalismus vorzubeugen, wurde dieses jedoch durch eine Gittertür gesichert. Zugänglich ist der Raum nur während einer Führung.
Aber auch bei geschlossener die Gittertüre lassen sich die ausgestellten Steinfunde betrachten.
Auf einem Stahlregal sind einige interessante Sandsteinspolien ausgestellt.
Die hier angebrachten acht weiteren Tafeln ergänzen und vertiefen die Informationen des Außenbereichs.
Alle Tafelinhalte und auch viele weitere Informationen sind online abrufbar. So ist auch eine geschlossene Sakristei bei einem Besuch kein Problem.

In den Jahren 2010 bis 2012 und 2021 wurde die Hügelkuppe des Gotthardsbergs zwischen Amorbach und Weilbach, Lkr. Miltenberg ausschnittsweise archäologisch erforscht. Neben der Dokumentation der Zerstörungen der vergangenen Jahrhunderte konnte mit Hilfe der Grabungen die genaue Zeitstellung der Anlage und ihre politische und wirtschaftshistorische Bedeutung im unmittelbaren Umfeld des ehemaligen Reichsklosters Amorbach untersucht werden.
Die Grabungen waren ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft „Gotthardsberg“, der der Heimat- und Geschichtsverein Amorbach, der Heimatsverein Weilbach-Weckbach, die Stadt Amorbach und die Gemeinde Weilbach angehören. Das Archäologische Spessartprojekt e.V. führte die Grabungen durch und zeichnet für die wissenschaftliche Auswertung verantwortlich. Eine maßgebliche Förderung erfolgte durch die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken.
Schon während der laufenden Grabungen kam der Wunsch auf, die Reste der ehemaligen Bebauung auch nach deren Abschluss sichtbar und erfahrbar zu halten. Dies geschah in Form eines archäologischen Parks.

 

Ein erster Schritt in Richtung Archäologischer Park war die Sanierung freigelegter Mauern. So wurden ab 2012, parallel zu den noch laufenden Grabungen, erste Bereiche der nördlichen Umfassungsmauer und die Außenmauer des steinernen Hauses, dem zentral gelegenen Element der Burg, von Ehrenamtlichen saniert. Die Arbeiten wurden in den folgenden Jahren fortgesetzt. Viele Schnitte wurden im Nachgang der Ausgrabungen wieder verfüllt.

Das Besucherleitsystem

Das 2024 vom Archäologischen Spessartprojekt e. V. konzipierte Besucherleitsystem ist zweiteilig. Im Außenbereich werden mit sieben Tafeln wesentliche Themen der archäologischen Erschließung vorgestellt:

Ein Faltblatt dient zum Verständnis des inneren Aufbaus des Rundgangs.

In der Sakristei werden der dortige Baubefund und die für das Bodendenkmal wichtigen Ereignisse als Zeitschiene dargestellt:

Geschichten 1168 1439 1525 1629 Sakristei Ehrenamt Bauphasen

Ein weiteres Faltblatt nimmt den Zeitstrahl vom Gotthardsberg auf.