Die Geoarchäologie ermöglicht es mit Methoden der physischen Geographie eine Hilfestellung für das wissenschaftliche Feld der Archäologie. Sowohl Einblicke in die Zusammensetzung des Untergrundes, gewonnen durch Seismologie, Geoelektrik oder Geomagnetik, welche Aufschluss geben können über verschüttete oder übersedimentierte Strukturen, als auch Oberflächenbeschaffenheiten, gewonnen durch die Fernerkundung, können eine wichtige Hilfestellung sein und die Analysen erste Aussagen über ehemalige Landnutzung oder das im Untergrund verbliebene Material liefern.

Von der Bayerischen Vermessungsverwaltung wird landesweit ein Digitales Geländemodell (DGM) als regelmäßiges 1-m-Punktraster mit den Lagekoordinaten und den Geländehöhen der Rasterpunkte bereitgestellt. Dessen Grundlage sind die Ergebnisse von Laserscannerbefliegungen. Wie zu anderen Bodendenkmälern im Wald mit erhaltenen Spuren im Geländerelief ermöglicht das hochauflösende Digitale Geländemodell auch für die Burg Kugelberg einen Blick durch die Baumkronen des bewaldeten Burghügels hindurch auf das Gelände. Die topographische Gesamtsituation sowie die Kleinformen und -strukturen des Geländereliefs werden so gut erkennbar.

Die Ausgrabung befindet sich in der bayerischen Gemeinde Krombach. Sie liegt nördlich von Aschaffenburg in der Gemeinde Krombach. Sie liegt unterhalb des Hofs Hauenstein – einem Reitgestüt und einer Gaststätte – welches zum Teil aus Steinen der ehemaligen Burganlage errichtet wurde[1].

Zur Analyse der Geomorphologischen und Hydrologischen Analysen sind LiDAR Daten hervorragend geeignet. Die räumlich hochaufgelösten Daten liefern trotz Datenlücken, die interpoliert werden mussten, aussagekräftige Ergebnisse. Die gewonnenen TLS Daten sind, da das Gerät vor Ort falsch kalibriert wurde, für Vergleichsanalysen ungeeignet. Bei korrekter Einstellung der Datenerhebung jedoch, bietet sie eine beispiellos hochauflösende Datenerhebung. Anhand der Bilder der Digital Kamera lässt sich das Verhalten des Bachlaufes sehr gut wiederspiegeln. Für eine aussagekräftige Analyse sind hier jedoch zeitlich höher aufgelöste Daten erforderlich, da hier nur Bilder an einem Tag aufgenommen wurden.

Im Digitalen Geländemodell (DGM) ist der Burghügel mit seiner im nordöstlichen Bereich „eingedellten“ Hügelkuppe bereits im Maßstab 1:5000 deutlich erkennbar. Die Merkmale werden jedoch von heutigen, modernen Bebauungsstrukturen im Nordosten und in der Schummerung deutlich erkennbaren Terrassierungen dominiert. Verkleinert man den Maßstab auf 1:1000, wird zunächst eine deutliche Unschärfe in den Details erkennbar, die auf die nicht optimal aufgelöste Datengrundlage zurückzuführen ist. Der Burghügel hebt sich nun im Nordosten durch einen tiefen Graben von der umgebenden Landschaft ab, während sich zwei Bachläufe, je einer westlich und östlich des Burghügels abzeichnen. Im südwestlichen Bereich wird durch eine das südliche Areal umgebende Verflachung des Geländes eine Struktur deutlich, die auf den Verlauf einer Mauerstruktur hindeutet. Die Grabungsschnitte aus den 1930er Jahren zeichnen sich im zentralen Bereich des Burghügels ab. Westlich des Burghügels ist das moderne Wegenetz erkennbar, welches sowohl die Terrassierungen als auch die Bachläufe überschneidet.

In der 3D-Ansicht zeigen sich die angedeuteten Strukturen zum Teil deutlich: insbesondere der westlich Bachlauf sowie die alten Grabungsschnitte sind sehr gut erkennbar. Auffällig ist außerdem eine weitere Struktur im Westen des Burghügels, die sich als Gräbchen im Gelände darstellt. Bei dieser Struktur dürfte es sich um den heute verlandeten alten Bachlauf handeln.

Desweiteren zeigt sich, dass das DGM durchaus mit der historischen Skizze übereinstimmt, die somit einer akkuraten Prägnanz nicht entbehrt.

Anmerkungen:

[1] Lagekoordinaten: 50°04’28.2″N 9°11’16.7″E.


© Harald Rosmanitz, Partenstein 2019