Über die umfangreichen Funde von Pfeilspitzen lässt sich – ähnlich wie durch das Vorhandensein von Hirschgeweihfragmenten – die Ausübung herrschaftlicher Jagdrechte nachweisen. Aus dem Fundgut der Burg Kugelberg lassen sich zwei unterschiedliche Formen von Pfeilsitzen unterscheiden. Ihre Verteilung erfolgte vergleichsweise gleichmäßig über die gesamten Schnitte.

Unterscheidbar im Fundgut sind folgende Pfeilspitzentypen:

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Blattpfeilspitzen wie sie auch für die Burg Wahlmich bei Waldaschaff (Mitte 13. Jh.) und das „Alte Schloss“ bei Kleinwallstadt (Mitte 13. Jh.) nachgewiesen sind, ähneln kleinen Lanzenspitzen. Sie besitzen konvexe Schneiden und ähnlich den Nadelpfeilspitzen eine vergleichsweise hoch ansetzende Tülle.

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Die vierkantigen Nadelpfeilspitzen sind mit 32 Stück die auf der Kugelburg am häufigsten nachgewiesene Pfeilspitzenform. Die Nadelpfeilspitzen können dabei unterschiedliche Längen erreichen. Auf der Kugelburg können diese bis zu 12,8 cm lang sein. Die nadelförmige Spitze sitzt auf einer Tüllenöffnung. Diese ragt bisweilen weit in die Pfeilspitze hinein. Die Nadelpfeilspitze kam als panzerbrechende Kriegspfeilspitze beim Beschuss von Kettenhemden zur Anwendung. Darüber hinaus ist auch eine jagdliche Nutzung denkbar.

Weiterführende Literatur:

Carsten Rau, Europäische Pfeilspitzen und Armbrustbolzen. Von der Bronzezeit bis ins Spätmittelalter, Berlin 2017


© Harald Rosmanitz, Partenstein, 2019