Dieses sehr ansprechende Fundstück lässt sich in keinen ursprünglichen Funktionszusammenhang stellen. Der annähernd zehn Zentimeter lange Eisentab wurde vor seiner weiteren Bearbeitung vollständig tordiert, also mehrfach in sich gedreht. Danach schmiedete man die stumpf auslaufenden Enden zu Haken. Diese sind um 90 Grad versetzt zueinander angeordnet.

Der so entstandene Doppelhaken konnte aufgrund siener Torsion seitlichen Belastungen ebenso trotzen wie größeren Zugkräften. Dementsprechend eignete er sich am besten als  Kesselhaken, als Teil der Aufhängung eines Kessels.

Fragment eines Kesselhakens von der Burg Wahlmich, Untermain (?), um 1250, Fd.-Nr. 329, H. 9,7 cm, Br. 1,5 cm

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Kesselhaken aus archäologischen Kontext sind vom Kugelberg bei Goldbach (zweites Drittel 12. Jahrhundert), vom „Alten Schloss“ bei Kleinwallstadt (Mitte 13. Jh.) sowie von der Burg Bartenstein bei Partenstein (15. Jh.) bekannt.


© Harald Rosmanitz, Partenstein, 2018