Auf der Burg Bartenstein sind gleich zwei ganz unterschiedliche Arten von Kämmen archäologisch nachgewiesen:

Der gesägte,  zweireihige Dreilagenkamm wies ursprünglich jeweils eine mit groben und eine mit feinen Zinken versehene Seite auf. Stabilisiert wurde die gesägte Knochenplatte durch einen beidseitig aufgenieteten Mittelsteg. Ein solcher lag als Halbprodukt in der Brandschicht von 1333. Kämme dieser Art waren nicht nur für die Schönheitspflege unverzichtbarer Bestandteil des Hausrats. Vielmehr musste man sich regelmäßig von Läusen befreien. Dreilagenkämme konnten, wie derjenige von der Burg Mole bei Heimbuchentahl, auch aus Holz gefertigt sein.

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Die zweite Form, ein aus einem Schweinknochen gesägter Langzinkenkamm, dürfte nicht für die Körperhygiene sondern zum Auskämmen von Wolle vor deren weiterer Verarbeitung gedient haben.  Vergleichbare Langzinkenkämme sind im Spessart für den Kugelberg bei Goldbach, das „Alte Schloss“ bei Kleinwallstadt, für die Burg Wahlmich bei Waldaschaff und für den Gotthardsberg bei Amorbach archäologisch belegt.

 


© Harald Rosmanitz, Partenstein, 2019