Von der Glasmacherkirche zur Wallfahrtsstätte

Auf einem Bergsattel zwischen Wiesen und Frammersbach steht die Kreuzkapelle, eine Wallfahrtskirche. Ihre Entstehung ist von Legenden umrankt, die von wundersamen Kreuzauffindungen und sich verirrenden Rittern künden.

Tatsächlich benötigten die im Spätmittelalter im Spessart umherziehenden Glasmacher eine Kirche: für ihr Seelenheil ebenso wie als rechtlichen Sitz einer Standes- und Interessensvertretung. Dafür wählten sie einen von allen Hüttenplätzen am günstigsten zu erreichenden Ort aus.

Später wurden in den Tälern ringsum Ortschaften mit eigenen Kirchen gegründet, die die Kreuzkapelle als Zentralort der Glasmacher unnötig machten. So entschied man sich in der Gegenreformation für die Umwandlung in eine Wallfahrtskirche. Die Wallfahrt machte die Kreuzkapelle zum Anziehungspunkt für die regionale Bevölkerung.

Heute weist nichts mehr an dem unscheinbaren, in mehreren Bauphasen veränderten Gebäude auf dessen entscheidende Rolle bei der Etablierung der Glasmacher und damit als Fixpunkt mittelalterlicher Siedlungstätigkeit hin.

 

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