Die Brücke als Staudamm

Wiesen waren über Jahrhunderte Orte, in denen Heu produziert wurde. Der Ertrag lässt sich durch kontinuierliche Bewässerung enorm steigern. Dazu legte man ein komplexes System von Bewässerungskanälen an.

Wenn Täler eine gewisse Breite erreicht haben, sind Bewässerungskanäle alleine nicht mehr ausreichend. Um die Auen großflächig unter Wasser setzen zu können, wurden über Jahrhunderte hinweg an geeigneten Stellen steinerne Wehre errichtet. Heute kaum noch in Funktion, haben sie sich als Zeugnisse einer Landswirtschaft erhalten, bei der man dem kargen Boden ohne Kunstdünger, Schädlingsbekämpfungsmittel oder Subverntionen ein Optimum an Ertrag abringen musste.

Das in diesem sumpfigen Boden schnell wachsende Gras war besonders fett und als Viehfutter gut geeignet. Den extrem feuchten Bedingungen konnten allerdings nur wenige Grasarten Widerstand leisten, weshalb die Täler sehr dicht, aber ohne Artenvielfalt bewachsen waren. Wenn wir heute im Frühling in manchen Spessarttälern wahre Blumenmeere beobachten können, so ist das ein Ergebnis des Extensivierung der Bewirtschaftung. Eine völlige Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung führt jedoch zu einer ungeregelten Wiederbewaldung, die ihrerseits einen erneuten Verlust des Artenreichtums nach sich zieht..

 

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