Nicht nur für Holzwürmer
Mit der Holzbibliothek in Amorbach besitzt der Spessart eine herausragende Lehrsammlung, die sich mit den heimischen Holzgewächsen, also Bäumen und Sträuchern auseinandersetzt. Solche Xylotheken wurden im ausgehenden 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhunderts enzyklopädisch geordnet und für eine anschauliche Betrachtung zubereitet. Dabei bildete man aus jeder einzelnen Baum- oder Strauchart eine Art Scheinbuch, dessen Äußeres aus Holz und Rinde besteht, während im Inneren die jeweiligen Blätter, Blüten und Früchte dreidimensional vorgestellt sind. Eingeklebte Legenden enthalten das damalige forstbotanische Wissen zur jeweiligen Art.
Eingesetzt wurden Xylotheken als Anschauungsmaterial zur Fortbildung von Forstleuten. Im ausklingenden 18. Jahrhundert interessierten sich insbesondere Waldbesitzer und Forstleute für die Holzbibliotheken. Obschon die holzkundliche Seite eindeutige Priorität besitzt, geben die Xylotheken darüber hinaus Zeugnis über weitere forstbotanische Aspekte: So weist der Buchrücken, wo die Rinden der Bäume und Sträucher präpariert sind, stets auch die für die jeweiligen Gehölze typischen Flechten, Moose und Pilze auf.
Die Xylothek befindet sich im Besitz des Fürstenhauses zu Leiningen in Amorbach. Die umfangreiche Ländereien des Fürsten liegen im Odenwald und im Spessart.
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