Wirtschaftsgeschichte in einer "Einöde"? Die Entdeckung der Kulturlandschaft Spessart *

von Gerrit Himmelsbach

Inhalt

1. EIN KLISCHEE UND SEINE FOLGEN

2. FORSCHUNGSPOTENTIALE EINER KULTURLANDSCHAFT

2.1. Forstwesen

2.2. Landwirtschaft und Weinbau

2.3. Glashütten

2.4. Mühlen

2.5. Bergbau, Steinbrüche, Salzgewinnung

2.6. Verkehr

2.7. Niedergang

3. FAZIT

Vil über herre min.
Ich wände daz diz pirsen
hivte solde sin
da zem Spehtsarte
den win den sande ich dar

Nibelungenlied (um 1200, Donauraum)

 

der Swarzwalt und der Spehteshart
die tannen künden niht getragen,
die man üfsach ze berge ragen

Der Trojanische Krieg, Konrad von Würzburg (1220/1230-1287)

 

Ich hatte einen Theil des Waldes, den man Spessart nennt, zu durchwandern. Dieser Wald war eine nicht blos durch Räuberbanden, sondern auch durch eine Menge reißender wilder Thiere berüchtigte Wildniß. Gleich nachdem ich diesen Wald betreten, gerieth ich in Verwirrung über die Menge der sich verzweigenden Wege und gewahrte bald, daß ich, je weiter ich voranschritt, desto mehr vom rechten Wege abirrte.

Autobiographie des Athanasius Kircher (1602-1680)

1. EIN KLISCHEE UND SEINE FOLGEN

Jagd, Wald, Räuber und Wildnis - das ist das Klischee, mit denen das Mittelgebirge Spessart seit 800 Jahren zu kämpfen hat. Es dominiert heute das Bild, das in der Öffentlichkeit vermittelt wird. Vor allem die Romantik förderte seine Popularisierung. Der Schwarzwälder Wilhelm Hauff erzählte 1828 in der Märchensammlung ,Das Wirtshaus im Spessart' von dunklen Wäldern, Räubern, Holzflößern und Glasmachern. Doch wählte er für den Titel nicht seine Heimatlandschaft, sondern den Spessart. Oder war es am Ende sein Verleger, der diese Inhalte schon damals als für den Spessart typisch empfand?

1852 wurde dem Spessart ein Stigma hinzugefügt, an dem er bis heute zu leiden hat. Rudolf Virchows Publikation einer Inspektionsreise wurde unter dem Titel ,Die Noth im Spessart' veröffentlicht. Das in staatlichem Auftrag unter medizinischen Aspekten erstellte Protokoll beleuchtet die zeitgenössische Armutsperiode im Spessart in drastischen Farben. In der Erinnerung der einheimischen Bevölkerung dominiert heute diese von 1750 bis 1950 reichende Krise die Erinnerung an die Vergangenheit und damit auch das (negative) Selbstbild. Virchows Momentaufnahme ist eindringlich, oft moralisierend, bietet jedoch auch sehr differenzierte Blicke auf den Spessart. Einprägsam blieben aber vor allem jene Stellen, die die Armut in dunkelsten Farben ausmalen. Sein Werk stellt eine Quelle dar, auf die jeder sehr bald trifft, der sich mit dem Spessart beschäftigt, und es hat wesentlich zur Verfestigung des Armutsklischees beigetragen. (1)

Vor diesem Hintergrund hatte weder die einheimische Bevölkerung Interesse, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, noch erwartete die historische Wissenschaft verwertbare „Geschichte". Worüber anders könnte im Spessart, dem angeblich größten deutschen zusammenhängenden Waldgebiet, zu forschen und zu erzählen sein als über Forstgeschichte? Aus diesem Grund verdanken wir königlich bayerischen Forstbeamten die ersten Werke über die Pflege und die Geschichte des Forstes. (2) Dabei wird ein erster Blick auf die Geschichte der Menschen im Spessart geworfen, da man erkannte, daß der miserable Zustand des Waldes auf die Übernutzung durch die örtliche Bevölkerung zurückging. Die Menschen im Spessart waren also in diesem Sinne dem Gedeihen des Waldes nicht förderlich - ihre Anwesenheit wurde vor allem als Reservoir von Hilfskräften im Forst- und Jagdwesen als notgedrungen unvermeidlich eingestuft. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts zeichneten die Förster ein düsteres Bild der Waldbewohner. Sie schadeten dem Wald und dem Wild als Waldfrevler und Wilderer. Dieses Zerrbild trug zum Mißverständnis des Spessarts bei.

Die Kombination von Klischee und Armut führte unter dem Regime der Nationalsozialisten beinahe zu einem Pilotprojekt, mit dem sich der Gauleiter von Mainfranken, Otto Hellmuth, bei der nationalsozialistischen Führung profilieren wollte. Er hatte vor, in Spessart und Rhön landwirtschaftliche Mustersiedlungen zu errichten und „lebensunwerte" Dörfer zu entfernen, da diese nicht überlebensfähig seien, wie die vergangenen Jahrhunderte bewiesen hätten. Dieser Plan wurde 1934 in einer großen Ausstellung in Würzburg thematisiert, kam aber nur in Anfängen in der Rhön zur Ausführung. (3)

In der historischen Forschung stand bei dem Thema Spessart die Forstgeschichte im Vordergrund, insbesondere die Auswirkungen der Forstweistümer und -Ordnungen, die seit dem 14. Jahrhundert im Spessart bis zur Säkularisation erlassen wurden. (4) In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden zwei Standardwerke über den Spessart mit forstgeschichtlichem Hintergrund. (5) Landesgeschichte berührte den Spessart, wenn Belange des Stiftes St. Peter und Alexander sowie Aschaffenburgs Funktion als Mainzer Residenz berührt wurden. (6) Mit der Zugehörigkeit zu Bayern ab 1814 erhielt der neugebildete bayerische Bezirk „Unterfranken und Aschaffenburg" einen Namen, der der unterschiedlichen Geschichte des Erzstiftes Mainz und des Hochstifts Würzburg Rechnung trug. (7) Der preußische und heute hessische Spessartteil war zu klein, um als eigenständige Landschaft wahrgenommen zu werden. Ergebnis dieser verwaltungsbedingten Teilung ist, daß Themen und Forschungen zum Spessart in lokalen und regionalen Publikationen behandelt werden, die Teil- und Detailfragen untersuchen, die die Ergebnisse jedoch zum größten Teil nicht in einen überregionalen Bezug setzen. (8) Eine herausragende Ausnahme bildet die seit 1906 in Aschaffenburg erscheinende Zeitschrift ,Spessart', die sich, in Kooperation mit dem Spessartbund, als Sprachrohr der gesamten Kulturlandschaft Spessart versteht.

Der Spessart als ein Natur- und Kulturraum wurde bis in die 1980er Jahre am Rande mitbehandelt, z.B. im Bereich der Verkehrsgeschichte. (9) Wir haben es also nicht nur mit dem Klischee des Spessarts als Einöde zu tun, sondern stehen auch im Bezug auf die Erforschung der Geschichte dieser Kulturlandschaft erst am Anfang.

Tatsache ist, daß der Spessart das deutsche Mittelgebirge mit dem dauerhaftesten falschen Etikett ist. Das einmal von Minnesängern im 13. Jahrhundert geschaffene (oder schon damals verwendete) Klischee hat Jahrhunderte überdauert, wurde gepflegt und gefestigt, bis „Spessart" im deutschen Sprachraum zum Synonym für „Waldeinsamkeit" wurde. Fiel aus diesem Grund eine Kulturlandschaft unerkannt durch das Raster der Reichs-, Landes- und Wirtschaftsgeschichte, weil man sicher war, daß es hier nichts zu forschen gibt? Die Eingangszitate aus dem „Trojanischen Krieg" enthalten bereits das Klischee, denn Tannen wuchsen im mittelalterlichen Spessart nach den Erkenntnissen der Vegetationsgeschichte nicht. Vielmehr herrschten hier Buchenwälder, durchsetzt von Eichen und anderen Laubbäumen und in den Tälern Auenwald vor. Nadelbäume erschienen erst mit der Aufforstung im 18. Jahrhundert. (10) Die Tannen stehen somit für „großen, dunklen Wald".

2. FORSCHUNGSPOTENTIALE EINER KULTURLANDSCHAFT

Es ist Aufgabe dieses Beitrages, das Klischee von der „Einöde Spessart" zu entkräften und weitere Forschungstätigkeit anzuregen. Dazu braucht es ein aussagekräftiges Beispiel, und dies soll die Spessartkarte des Nürnbergers Paul Pfinzing von 1562/94 sein. (11)

Die Karte zeichnet sich dadurch aus, daß sie den Spessart in seinen natürlichen Grenzen zeigt, von den Flüssen Main, Kinzig und Sinn eingerahmt, und dieses Gebiet auch mit dem Namen „Spessart" benennt. Es besteht eine farbliche Zweiteilung in Ost und West, die durch die Wasserscheide abgegrenzt wird - Territorialgrenzen fehlen. Stattdessen dominiert das deutlich hervorgehobene Gewässernetz und die detaillierte Angabe von Dörfern, Weilern und Gebäuden. Verkehrswege werden vielfach durch Hohlwege angedeutet. Auffallend ist, daß Wirtschaftsbetriebe mit eigenen Signaturen erklärt werden: Bislang zugeordnet werden konnten vier Glashütten, fünf Ziegelhütten, sieben Schafhöfe und 51 Mühlen. Zwar dürfte die Entstehung der Karte mit dem Aussterben der Grafen von Rieneck zusammenhängen. Doch warum diese Karte Gewässer, Ortschaften und Wirtschaftsbetriebe in den Mittelpunkt stellt, während der Forstanteil nur angedeutet wird (und man den Eindruck erhält, zwischen den Dörfern herrsche eine „Einöde"), ist noch nicht erforscht. Zu untersuchen wäre ein Zusammenhang mit der „neuen Waldordnung des Spessarts" vom 26. September 1564, die kurz nach Fertigstellung der Karte erlassen wurde. Darin benennt Kurfürst Daniel Brendel von Homburg den Spes­sart als nit das geringst cleinot unser und unsers Erzstifts Mainz. Bislang wurde dies als Wertschätzung des Forstes interpretiert.

Ein Ausschnitt aus der nach rechts genordeten Pfinzingkarte von 1562/1594 zeigt die Vielfalt der Informationen über die frühneuzeitliche Kulturlandschaft Spessart. Zwischen Habichsthal (Habichstal) und Wiesen (Wisadorff) ist eine der vier Glashütten eingezeichnet, die parallel im Spessart arbeiten durften (Habenstein Glashütten). Angedeutet am rechten Bildrand ist der überregionale Nord-Süd-Verkehrsweg Eselsweg (Eselspfad). Am oberen Bildrand befindet sich bei Westerngrund (Wessendorff) im Kahlgrund ein „Haken", der in der Legende als „Schafhof" bezeichnet wird. Jenseits der West-Ost-Wasserscheide wird der Hintergrund dunkler gehalten - wohl um die Abflüsse der Bäche deutlicher zu kennzeichnen. Einzelne Landschaftsteile werden mit oder ohne Namen dargestellt.

In Bezug auf die Pfinzingkarte erhält das Wort cleinot eine andere Gewichtung, nämlich die Wahrnehmung des Spessarts als Wirtschaftsraum und Quelle unterschiedlicher Steuern, Zölle und anderer Einkünfte. Das Beispiel der Pfmzingkarte kann um andere zeitgenössische Kartenwerke erweitert werden, deren intensive Untersuchung zur Entwicklung der historischen Kulturlandschaft aussteht.

Vom Beginn der 1980er Jahre an wurden den Spessart betreffend eine Reihe von Publikationen erarbeitet, die neue Grundlagen für eine übergreifende Kulturlandschaftsforschung bildeten. (12) Ein Ergebnis dieser Bewegung war der hessisch­bayerische Spessartkongress 1995, aus dem der Verein „Archäologisches Spessartprojekt e.V.", kurz ASP, hervorgegangen ist. (13) Im Zentrum der Projektarbeit steht die Erforschung und Erschließung des Spessarts in Hinblick auf seine Geschichte als Naturraum und vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft in seinen durch die Flüsse Main, Kinzig und Sinn gebildeten Grenzen. Dies geschieht durch die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen Teildisziplinen in Kooperation mit Universitäten und Forschungsinstitutionen. Ziel ist, die stetige Veränderung der Kulturlandschaft über die Jahrhunderte zu rekonstruieren und die Interaktion von Natur und Mensch zu erforschen. Zu diesem Zweck wurde gemeinsam mit dem Senckenberg-Forschungsinstitut ein auf den Spessart zugeschnittenes Geo-Informations-System entwickelt.

Die Ergebnisse der Forschung werden der Bevölkerung des Spessarts näher gebracht und in Projekten umgesetzt, um die eigene Geschichte und die aus der Vergangenheit auf uns überkommenen Relikte schätzen zu lernen. Daraus leitet sich eine Aufwertung der eigenen Identität ab. Mit dem Spessartbund als dem Kulturträger im Spessart mit 18.000 Mitgliedern konnte ein starker Partner vor Ort gewonnen werden. Das erarbeitete Potential wurde und wird in mehreren EU-Projekten eingesetzt. Die Erfolge auf europäischer Ebene haben dazu geführt, daß das ASP als Nicht-Regierungs-Organisation im Fachgremium des Europarates für die Umsetzung der Landschaftskonvention vertreten ist. Auf diese Weise ist eine effektive Lobbyarbeit für den Spessart möglich. (14)

Die Erforschung der Kulturlandschaft beginnt bei der Archäologie. Im Spessart sind die ältesten Siedlungsspuren über 7000 Jahre alt. Während Funde des Neolithikums punktueller Art sind, sind die Bronze- und Eisenzeit (3000-500 v. Chr.) im Spessart flächendeckend vertreten. Die neuesten Forschungsergebnisse aus der Eisenzeit lieferte die Grabung an der „Alteburg" in Biebergemünd-Kassel, die in mehreren Perioden bis in das frühe Mittelalter besiedelt war. (15) Der Main von Großkrotzenburg bis Miltenberg bildete während der Epoche der römischen Herrschaft den Limes. Letztere Epoche zeichnet sich im Spessart durch Fundarmut aus. Belegt sind wenige Münzfunde sowie der Einsatz römischer Holzfällertrupps, die etwa vom Grenzkastell Obernburg nach Bauholz ausgeschickt wurden. (16) Grundsätzlich besteht bei der archäologischen Erforschung des Spessarts Bedarf für eine flächenübergreifende und zusammenfassende Darstellung der vorgeschichtlichen Epochen. (17)

Die Archäologie hat für den Spessart das Bild einer Landschaft gezeichnet, die insbesondere in der Eisenzeit stark vom Menschen geprägt war - basierend auf der Ausbeutung von Rohstoffen, der Kontrolle wichtiger Verkehrswege, von Rodungen und Ansiedlungen - aber auch das Bild einer Landschaft, die in der Folge beinahe ein Jahrtausend lang sich selbst überlassen blieb. Spuren einer Besiedlung der Randbereiche erscheinen und verdichten sich in karolingischer Zeit, in der schließlich im 8. Jahrhundert Inschriften und Grenzbeschreibungen als erste schriftliche Zeugnisse erscheinen. Die Inschrift auf dem Sarkophag des ersten Neustädter Abtes Megingaud im Neumünster zu Würzburg ist die älteste erhaltene Monumentalinschrift Frankens nach der Römerzeit und damit ein bedeutendes Zeugnis der Kultur des frühmittelalterlichen Spessart. Die Grenzbeschreibung des um 768 gegründeten Klosters Neustadt am Main im Südostspessart ist eine der ältesten in Bayern. Das Territorium, das zur Grundausstattung des Klosters gehörte, wurde anhand von Landschaftsteilen wie Bächen oder markierten Bäumen umschrieben. Die Gründung erfolgte nicht etwa zur Erschließung eines eigenen Territoriums, sondern als Basis für die Sachsenmission im Norden. (18)

Im nördlichen Spessart erschien die erste Markenbeschreibung 886 in Zusammenhang mit dem Kloster Salmünster, das von Fulda abhängig war. (19) Am Ende des 10. Jahrhunderts wurde das wohl zuvor schon bestehende Kloster Schlüchtern schriftlich erwähnt, von dem aus eine Erschließung des Nordostspessarts erfolgte. (20) In den westlichen Vorspessart griff das von Einhard 834 gegründete Kloster Seli-genstadt aus, dessen Interesse im Bereich des Hahnenkamms vor allem dem Weinbau galt. (21) Der zentrale Bereich des Spessarts dürfte Königsgut gewesen sein. Er kam zunächst 957 als Schenkung an das Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, welches 982 an das Mainzer Erzstift überging. Eine Markungsbeschreibung des 11. Jahrhunderts gibt Auskunft über seine Ausdehnung. (22) Festzuhalten ist, daß der Spessart am Ende des 10. Jahrhunderts in seinem vollen Umfang im Rahmen (laien)klösterlicher Besitzverhältnisse erfaßt war. Die Schenkungen speisten sich aus dem Besitz königlicher oder adeliger Personen.

Mit dem Hoch- und Spätmittelalter trat der Spessart in die Phase der Binnenkolonisation. Sie wurde von regionalen Herrschaftsträgern geleitet und äußerte sich im Auf- und Ausbau bestehender Siedlungen (an Verkehrswegen), planmäßigen Gründungen (Waldhufendörfern), bzw. in der Förderung von Glashütten, wobei letztere eine Siedlungstätigkeit nach sich zogen. Diese Epoche erreichte im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als darüber entschieden werden mußte, wo sich die Territorialherrschaften abgrenzen sollten. Der Übergang des (laien)klösterlichen Besitzes in die Gewalt von geistlichen Territorialherren wurde mit dem Investiturstreit akut und erlebte im Interregnum seinen Höhepunkt im Spessart. So baute das Erzstift Mainz Besitz des Aschaffenburger Stiftes St. Peter und Alexander aus, das Hochstift Würzburg inkorporierte das Kloster Neustadt und zum Teil die Abtei Schlüchtern. Gegenspieler der geistlichen Herrschaften beim Landesausbau waren die Grafen von Rieneck, die aus der Position der Vögte des Erzstiftes Mainz und mit Unterstützung der Staufer den Burgenbau sowie die Rodungs- und Siedlungstätigkeit im Spessart übergreifend vorantrieben. Im Spätmittelalter traten im Südosten die Grafen von Wertheim und im Nordwesten die Herren von Hanau hinzu. (23) Machtzentren für den Spessart waren nun Aschaffenburg für das Erzstift Mainz, Lohr für die Grafen von Rieneck, Würzburg, sowie Hanau und Wertheim. Bislang herrscht die Meinung vor, Burgen und Siedlungen der hoch- und spätmittelalterlichen Territorialherren seien aus strategischen Gründen angelegt worden, also zur Grenzsicherung. (24) Das ökonomische Interesse wurde bisher nicht ausreichend berücksichtigt, d. h. daß die Neuanlagen zu zusätzlichen Einnahmen durch Zölle, die Lieferung von Rohstoffen wie Bau- und Brennholz oder Nahrungsmitteln wie Wild führten. Da vom ackerbaulichen Standpunkt der Spessart im Bereich des nährstoffarmen Buntsandsteins, der über zwei Drittel seiner Fläche bedeckt, tatsächlich als „Einöde" verstanden werden kann, muß sich der Blick auf das richten, was den Spessart zu einer wirtschaftlich interessanten Region im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit gemacht haben kann. (25)

Forstwesen

Wie erwähnt, ist die Pfinzingkarte für Fragen nach dem eng mit dem Spessart verbundenen Thema „Forst" nicht aussagekräftig. Mit der Überwachung des vom Erzstift Mainz verwalteten Spessarts sind seit dem 11. Jahrhundert die Grafen von Rieneck als Vögte greifbar. Über die Rechtsverhältnisse gibt diese quellenarme Zeit wenig her. Jedenfalls wurde nach der Ausschaltung des Vogtamtes spätestens nach 1270 eine mainzische Forstadministration aufgebaut, die über verschiedene Rangstufen (Forstmeister, Laubmeister, reitende Förster) die Verwaltung der Forstbewirtschaftung übernahm. Hauptsächlich ging es dabei um Holzverwertung (Bau- und Brennholz), Jagdbewirtschaftung und Überwachung der Waldweide und Waldrechte der Einwohner sowie der Glasmacher. (26) Die aus dem Spessart seit dem 14. Jahrhundert bekannten Forstordnungen befassen sich vor allem damit, den Verbrauch von Holz für die Glasproduktion einzuschränken, bzw. auf die Forstbestände zu achten und sie zu schützen. (27) Es fehlt bislang eine grundlegende Arbeit über den Rang des wirtschaftlichen Nutzens, den die Territorialherren aus dem Spessart durch den Verkauf von Bau- oder Brennholz, die Einnahmen von Steuern oder Zöllen aus der Glasproduktion zogen. Auch der Faktor „Jagd" und der Unterhalt von „Tiergärten" kann über die Repräsentationsfunktion hinaus als Teil der Fleischversorgung für den Aschaffenburger Hof verstanden werden. Im Rahmen der Forstwirtschaft wurde auch die Holzflößerei betrieben, und zwar nur für Brennholz. Stausperren für die Anlage von Wassersammelbecken zur Auslösung des Flößvorganges sind bei Waldaschaff und Dammbach erhalten.

Landwirtschaft und Weinbau

Der größte Teil des Spessarts eignete sich nicht zum Ackerbau. Doch finden sich vielfach Feldmauern, Terrassenmauern oder Terrassenstrukturen an Berghängen. Die meisten dieser Strukturen dürften auf Ackerterrassen zurückgehen, die in der frühen Neuzeit angelegt wurden. Sie sind heute noch erkennbar, werden aber nicht mehr in dieser Form genutzt, weshalb sie sich heute im Wald befinden. Terrassenmauern stehen auch mit ehemaligem Weinbau in Verbindung, der in weiten Teilen des Spessarts betrieben wurde. Die Terrassen am Spessartrand wurden durch den klimatisch und wirtschaftlich bedingten Rückgang im Weinbau seit dem 19. Jahrhundert zumeist als Streuobstwiesen umgenutzt. Im Hochspessart gibt es einzelne bewaldete Abschnitte, die außer Terrassen auch Podeststrukturen erkennen lassen. Sollten diese für Weinstöcke errichtet worden sein, spräche dies für hochmittelalterlichen Weinbau im Hochspessart. Weinbau dürfte bis in das 17. Jahrhundert einträglich gewesen sein. Ein Fachwerkhaus mit Weinrankenverzierung im Kleinwallstädter Ortsteil Hofstetten aus dem Jahre 1602 bezeugt Wohlstand durch Weinbau. Im Nachbarort Rück, wo gegenwärtig Wein angebaut wird, steht heute eine alte Weinkelter aus Hofstetten. Zu erwähnen ist die Wiesenbewässerung mittels „Wässerwiesen", die in den Tallagen seit dem späten Mittelalter betrieben wurde. Dabei wurden Wiesen zur Ertragsteigerung über Kanäle künstlich bewässert. (28)

Glashütten

Die Glasproduktion wurde im hohen Mittelalter aus den Städten hin zu den Energie- und Rohstoffquellen in die Mittelgebirge verlagert. Quarzsand für die Schmelze, Hafenton zur Herstellung von Schmelztiegeln, Holz für Pott-(Asche) als Glasflußmittel waren ausreichend vorhanden. Glasmacher erscheinen archäologisch erstmals am Ende des 12. Jahrhunderts im oberen Kahlgrund und von dort auf den Hochspessart übergreifend. Wiewohl Standorte für Glashütten zur Produktion nur zwischen Ostern und Martini (11. November) genutzt wurden, erzeugten diese Betriebe eine so große Wertschöpfung, daß in ihrem Umfeld dauernde Ansiedlungen in Gebieten möglich wurden, deren Boden für die landwirtschaftliche Nutzung nicht gut genug war. Träger waren Privatunternehmer, die ihr Wissen über Familienverbände weitergaben, aber seit 1406 auch in einem überregionalen Glasmacherbund auf und umb den Spessart organisiert waren. Der Betrieb von Glashütten fußte auf dem Prinzip der Arbeitsteilung: Holz- und Schmelzstoffbeschaffung, Ofenbetrieb, Glasfertigung und -transport waren in einem mehr oder weniger großen Betrieb organisiert, der die Größe von mehreren Hundert Personen einnehmen konnte. Dieses Gewerbe war deshalb kapitalintensiv. Die Produzenten waren abhängig von Kaufleuten, die hohe Stückzahlen bestellten und deshalb den Markt beherrschten, bzw. sogar steuerten, für das Spessartglas insbesondere die Frankfurter und Kölner Kaufleute. Produziert wurden grüne Trinkgläser, das so genannte „Waldglas". Später trat die Produktion von farblosem Glas hinzu. Grünes Waldglas wurde - insbesondere im 17. Jahrhundert - in Köln und Antwerpen künstlich verknappt und erhielt in einer Art frühem Werbefeldzug der Kaufleute den Hauch des Besonderen und Wertvollen. (29) Sichtbaren Niederschlag fand dies in zeitgenössischen flämischen Stillleben mit Spessartglas. Aber bereits 100 Jahre zuvor erscheint Spessartglas auf Bildern des Frankfurter Malers Georg Flegel. Der Absatz erreichte Stückzahlen von Hunderttausenden, die per Schiff transportiert wurden. Die Abhängigkeit von den Auftraggebern führte dazu, daß Konjunkturschwankungen der Absatzgebiete die Produktion im Spessart zum Erliegen brachten. Der Spessart kann also als abhängiger Produktionsstandort der Städte im Rhein-Main-Raum und in Holland gesehen werden. Festzuhalten ist, daß das Produkt Spessartglas einer Anzahl spezialisierter Handwerker und ihren Gehilfen Arbeit verschaffte, die einen gewissen Wohlstand im Waldgebiet erzeugte. Steuerlisten des 16. Jahrhunderts zeigen, daß der Besitzstand von Einwohnern der Glashüttendörfer eine vergleichbare Höhe mit denen wohlhabender Maindörfer erreichte. Die Ergebnisse der Grabungen in Wiesen, Frammersbach und Partenstein z. B. in Form hochpreisiger Importkeramik weisen darauf hin, daß Adel und Bevölkerung von der Glasproduktion profitierten: entweder durch finanzielle Abschöpfung von Pachtzinsen und Zollgebühren, oder durch die günstige Ausstattung mit Spessartglas hoher Qualität.

Der Spessart war also schon im Mittelalter Teil europäischer Handelsströme. Deshalb spielte die Nähe zu überregionalen Verkehrswegen bei der Standortsuche für Glashüttenplätze eine große Rolle, insbesondere zur West-Ost-Verbindung Birkenhainer Straße. Die daraus hervorgegangenen Ortschaften zeigen das Bild typischer so genannter Siedlungsinseln mitten im Wald. Dieses bis heute erhaltene Landschaftsbild prägt den Norden des Spessarts, während im südlichen Teil durch die Jagdgehege bis an den Spessartrand ein geschlossenes Waldbild vorherrscht

Die Geschichte der eigenständig von Glasmachern betriebenen Glashütten endet im 18. Jahrhundert mit dem Merkantilismus, als der Staat mehr und mehr als Unternehmer in der Glasproduktion auftritt. Schließlich wurden die Waldglashütten zur Ausschaltung der privaten Konkurrenz um 1720 von der Mainzer Obrigkeit verboten.

Damit einher ging der grundsätzliche Wandel von einer von Angebot und Nachfrage abhängigen Produktion hin zur Produktion in staatlichem Auftrag. Für den Mainzer Erzbischof produzierte ab 1688 eine Glashütte in Rechtenbach, seit 1698 dort nach französischem Verfahren. Seit 1706 wurde Mondglas in Weibersbrunn sowie Rohglas im Birklergrund hergestellt, Material, das in der Lohrer Spiegelmanufaktur weiterverarbeitet wurde. (30) Im Nordspessart gingen schönbornsche und hanauisch-hessische Glashütten in Betrieb. Gemäß den Wünschen der Erzbischöfe wurden in Lohr Spitzenerzeugnisse hergestellt und an die europäischen Fürstenhöfe verkauft. Die staatliche Leitung mit ihrem schwerfälligen Beamtenapparat war jedoch nicht in der Lage, die Produktion an die sich wandelnden Ansprüche des Marktes anzupassen. Hinzu traten am Ende des 18. Jahrhunderts die Krise im Zug der französischen Revolution sowie der um sich greifende Holzmangel, der die Preise dauerhaft in die Höhe trieb und die Glashütten unrentabel machte. Aus diesen Gründen wurden die Glashütten bis auf den Weibersbrunner Betrieb geschlossen, der als Löwensteinscher Glashüttenbetrieb fortbestand und mit der Verlagerung nach Einsiedel im Hafenlohrtal weitergeführt wurde. Diese letzte Glashütte ging in den 1880er Jahren mit der Industrialisierung unter.

Mühlen

Die Präsenz von Mühlen in der Pfinzingkarte verdeutlicht ihre Funktion des Was­sers als Energieträger des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Im Spessart wurden Mühlen bislang nicht in regionalem Maßstab untersucht: Was sie mahlten, wer die Abgaben erhielt, wie oft die Besitzer wechselten, Streitfälle, etc. (31)

Beispiele ungünstiger Mühlenstandorte, denen Wasser aufwändig zugeführt werden mußte, zeigen das hohe Interesse für Mühlenbau. Ein Beispiel dafür sind die Mühlen am Omersbach im mittleren Kahlgrund. Dieser Bach mündet nach kurzem Verlauf aus einem Seitentälchen in den Geiselbach, der hier die Grenze zwischen Mainz und Hanau markiert. Wasserrechtliche Fragen waren wohl auch der Grund, Mühlen in das Seitental des Omersbaches zu verlegen. Mit einem mehrere hundert Meter langen Kanal führte man Wasser aus dem Geiselbach den Mühlen am Omersbach zu. Die Mühlen erscheinen erstmals auf der Pfinzingkarte. Archivalisch sind hier seit dem 18. Jahrhundert drei Mühlen belegt: Die obere Teufelsmühle erscheint urkundlich erstmals 1796 und wurde um 1847 aufgegeben. Ihr Standort geriet in Vergessenheit, bis er 1985 durch eine Grabung lokalisiert werden konnte. Die Mittlere Mühle erscheint erstmals auf einer 1728 gefertigten Karte. Sie stellte ihren Betrieb 1890 ein und wurde 1893 abgetragen. 1909 wurde an dieser Stelle ein Blockhaus errichtet. Die untere Teufelsmühle wechselte laut dem Geiselbacher Gerichtsbuch erstmals 1781/82 den Besitzer. Der letzte Eigentümer erwarb die Mühle vor 1860, bis sie am Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Die abgetragenen Gebäude wurden teilweise in den benachbarten Dörfern als Wohnhäuser wieder errichtet. (32)

Aus Mühlen gingen oftmals frühindustrielle Betriebe hervor. Bis zu elf Mühlwerke arbeiteten auf den letzten drei Kilometern vor der Einmündung der Kahl in den Main. Gemahlen wurde Getreide, Senf und Öl. Die höchste Auslastung hatten die Mühlen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als z. B. in der Sandmühle eine Maschinenfabrik mit bis zu 15 Beschäftigten betrieben wurde. Hier konstruierte Nikolaus Wahl 1904 die erste automatische Filzmaschine der Welt zur Herstellung von Filzen in langen Stücken. (33)

Die Spessarter Eisenhämmer wurden mit Mühlwerken betrieben. Der bekannteste unter ihnen ist der „Höllhammer" bei Heimbuchenthal, der seine Blüte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie Rexroth erlebte. Mit dem Einsetzen der industriellen Revolution zog der Betrieb nach Lohr, das seit 1854 über einen Bahnanschluß verfügte, weshalb Rexroth weiter expandieren konnte, während andere Eisenhämmer, die im Spessart verblieben, nach kurzer Zeit von der industriellen Entwicklung überholt und unrentabel wurden. Eine Ausnahme bildet der Eisenhammer bei Hasloch im Südspessart, wo heute in einer Art Museumsbetrieb Glockenklöppel hergestellt werden. (34)

Besonders wegen des Holzkohlebedarfs der Eisenhämmer wurde die Köhlerei betrieben, die bis zum Aufkommen der Steinkohle im 19. Jahrhundert weit verbreitet war. Die ärmlichen Behausungen der Köhler wurden oftmals herangezogen, um ein plastisches Bild vom „armen Spessart" zu erhalten.

Bergbau, Steinbrüche, Salzgewinnung

Mühlen erscheinen auch in Verbindung mit Bergbautätigkeit als Mahl- und Waschmühlen, so z.B. in Partenstein beim Schwerspatabbau. Die Schwerpunkte des Bergbaus befanden sich im westlichen und nördlichen Spessart, wo aufgrund geologisch günstiger Voraussetzungen verschiedene Erze gewonnen werden konnten. Im 15. Jahrhundert wurde Bergbau im Oberen Kahlgrund nach Golde, Silber, Zinne, Bly, Kupffer, Isen und Saltz betrieben. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts waren Bergbau, Erz- und Metallhandel für Kurmainz ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Kapital für die hier ansässige Hüttenindustrie kam aus Genossenschaften, denen Niederadelige und ausländische Kaufleute aus Basel, Aachen, Nürnberg und Frankfurt angehörten. (35) Hier ist eine ähnliche Verknüpfung mit auswärtigen Wirtschaftskreisläufen wie bei der Glasproduktion zu beobachten. Der Bergbau brachte technischen Fortschritt in die Region. Das im Hanauischen liegende Abbaugebiet bei dem Ort Bieber im Nordspessart war in den 1780er Jahren auf dem neuesten Stand der Bergbautechnik mit seinen Maschinen, Künste genannt, die vom Bergbaumeister Franz Ludwig Cancrin erfolgreich konstruiert und eingesetzt wurden. Hier wurden bis ins 20. Jahrhundert Erze gefördert. Der Abbau von Kobalt wurde, wie auch im Mainzischen Huckelheim, im 18. Jahrhundert zur vorindustriellen Blau-Farbherstellung genutzt. (36) Die Bemühungen bei der Suche und dem Abbau von Kupfer hinterließen bei Sailauf und Laufach auf großen Flächen sogenannte Pingen (Verstürzungen von Schachteingängen), die aus dem 17. Jahrhundert stammen. Stollen und einen Schacht des mit Unterbrechungen seit der frühen Neuzeit bis 1925 betriebenen Kupferbergbaus bei Sommerkahl können heute besichtigt werden. (37)

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte der Schwerspatabbau eine wichtige Rolle. In Partenstein, Rechtenbach, Neuhütten, Heigenbrücken, Waldaschaff und anderen Orten wurde Schwerspat bis 1970 abgebaut. Als geologische Besonderheit ist das Tonvorkommen im Buntsandstein bei Klingenberg zu erwähnen, das aufgrund seiner Reinheit und besonderen Qualität noch heute untertägig ausgebeutet wird. Die Stadt Klingenberg verdankte in der Neuzeit ihren Wohlstand diesem Vorkommen. Hinzuweisen ist auf eine erst seit wenigen Jahren bekannte Ansammlung von Schlackehalden im Nordspessart in der Nähe von Steinau an der Straße, die ihren Ursprung im Vorkommen oberflächennaher Erze hat. (38) Grundsätzlich litt der Erzabbau im Spessart unter dem Problem der mangelnden Konstanz. Die Vorkommen waren stets nicht so ausreichend, daß sich ein längerer Betrieb lohnte.

Auf der Pfinzingkarte sind vielfach Erhebungen mit Namen bezeichnet. Ein Blick auf die zu identifizierenden Berge zeigt, daß sich an diesen Stellen auch heute Steinbrüche befinden. Deshalb werden diese mit Namen ausgezeichneten Hügel als Steinbrüche interpretiert, wobei 31 zugeordnet werden konnten. Der Betrieb von Steinbrüchen ist seit dem Frühmittelalter bekannt, zunächst am Spessartrand in der Nähe des Mains. In der Region um Miltenberg sind an mehreren Stellen Überreste von Säulen aus Buntsandstein anzutreffen. Diese Relikte, „Heunesteine" genannt, dürften aus dem hohen Mittelalter stammen. (39) Von lokalen Steinbrüchen abgesehen, wurde aus Transportgründen die Nähe zum Main gesucht. Durch die Erschließung des Spessarts mit der Eisenbahn wurden dann auch mainferne Steinbrüche, wie etwa bei Heigenbrücken, wirtschaftlich interessant und somit ausgebeutet. Auch heute werden Steinbrüche im Spessart betrieben, so seit 1957 der Steinbruch Hartkoppe bei Sailauf, aus dem Rhyolith für den Straßenbau gewonnen wird. Daneben ist die Hartkoppe für Mineraliensammler interessant. Hier findet sich eine Vielzahl von Mineralien, unter denen der kürzlich entdeckte Sailaufit herausragt. (40)

Ein besonders wichtiger Rohstoff war das Salz, das im Spessart in den Mainzischen Orten Orb und in geringerem Maße auch in Soden (bei Sulzbach/Main) gewonnen wurde. Die Orber Salzquellen waren schon in vorgeschichtlicher Zeit von Bedeutung. Im Mittelalter kamen sie durch königliche Schenkung 1064 an Mainz. Die Auswirkungen der Salzgewinnung und des Salzhandels waren gewaltig. Für das Sieden des Salzes wurden große Mengen an Holz benötigt, was die umliegenden Walddistrikte dauerhaft belastete und schädigte. Offensichtlich wurde Salz nach Süden über den „Eselsweg" in das Miltenberger Salzkontor geliefert. Bedeutung und Ausmaß der Salzgewinnung und des Salzhandels für das Mainzer Wirtschaftsleben müssen genauer untersucht werden. In Orb selbst bestanden ausgedehnte Anlagen zur Gewinnung von Salz, deren aufwändiger Betrieb den Umfang der Salzgewinnung bezeugt und auf die dadurch generierten Einnahmen verweist. (41)

Verkehr

Der Spessart befindet sich mitten in Europa, und im Gegensatz zum Klischee liegt er alles andere als abgelegen. Deshalb durchzogen ihn seit der vorgeschichtlichen Periode Verkehrswege. Während seit dem hohen Mittelalter Routen benutzt wurden, die bis heute ihre Bedeutung erhalten haben, existierten im Frühmittelalter Verbindungen, die später nicht mehr befahren wurden. Dazu zählt der so genannte Salzweg von Worms über Niedernberg am Main, Soden und von dort nach Nordwesten weiterführend, sowie die Süd-Nord-Verbindung entlang des Ostspessarts in der Blütezeit des Klosters Neustadt. (42)

Hauptverkehrsader war bis zur Industrialisierung der Main, der den Spessart von Osten, Süden und Westen umfaßt. Für die Landverkehrswege ist seit dem späten Mittelalter die Nähe der Handelsmetropole Frankfurt am Main bestimmender Faktor. Auf den zweimal jährlich stattfindenden Messen wurden Waren gehandelt, die auf dem Hin- oder Rückweg über Handelsrouten im oder entlang des Spessarts transportiert wurden. Für die jeweiligen Landesherren waren die Zoll- und Geleittarife wichtige Einnahmequellen. (43)

Die beiden Hauptverbindungen in Nordwest-Südost-Richtung waren die später so genannte Poststraße (seit auf ihr im 17. Jahrhundert der Thurn-und-Taxis'sche Postverkehr lief), die bei Aschaffenburg und bei Homburg am Main zweimal den Main überquert, sowie die rechtsmainische Birkenhainer Straße zwischen Hanau und Gemünden. (44) Hier flössen Waren- und Personenverkehr auf der Route Nürnberg-Frankfurt-Köln-Antwerpen. Hügelgräber und Ringwälle machen deutlich, daß die Birkenhainer Straße bereits in vorgeschichtlicher Zeit als Verkehrsweg genutzt worden ist. Auch die Strecke Aschaffenburg-Rothenbuch-Lohr war eine West-Ost-Geleitsstraße, die parallel zur Poststraße bis 1559 den Grafen von Rieneck Einnahmen verschaffte.

Die bekannteste historische Nord-Süd-Verbindung durch den Spessart ist der Eselsweg. Er verläuft von Schlüchtern über Orb (bis dahin als „Weinstraße") nach Miltenberg an den Main. Der Name wird mit Salztransporten von Orb nach Miltenberg - auf Eselsrücken - begründet und erscheint archivalisch gleichzeitig mit anderen Straßen im 14. Jahrhundert. Historische Fakten über die Bedeutung dieses Verkehrsweges stehen bislang aus. Es handelt sich um einen Altweg, der - ähnlich wie die Birkenhainer Straße - über Parallelrouten verfügt. Dazu zählt die Linie Marburg-Schwäbisch Hall über Schöllkrippen, die im 17. Jahrhundert erwähnt wird, sowie die Wiesener- oder Kauffahrteistraße Kassel-Steinau an der Straße Wiesbütt-Frammersbach-Langenprozelten. (45)

In dem Dorf Wiesen, in dessen Nähe sich die Birkenhainer Straße und der Eselsweg kreuzen, erinnert heute zunächst nichts an seine Bedeutung. Daß hier ein „Mainzer Jagdschloß" des späten 16. Jahrhunderts steht, deutet auf das bekannte Klischee hin. Die Quellenlage legt nahe, daß der heutige Schloßbau, der eher einem großen Haus entspricht, im Zuge der Gegenreformation entstand, zumal Wiesen unter den Grafen von Rieneck protestantisch war. Ausgrabungen im Kellerbereich des Schlosses brachten Fundamente einer Burg, Keramik, Glas und Münzen zu Tage, die bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreichen, sowie Ofenkacheln des späten 14. Jahrhunderts. Die Kachelfunde lassen darauf schließen, daß der - mutmaßlich rieneckische - Burgherr in Wiesen um 1400 einen Ofen besaß, dessen Ausstattung einen gehobenen Lebensstandard verrät. Die dafür nötigen Mittel könnten aus Geleit- oder Zolleinnahmen von den beiden Höhenverkehrswegen stammen. (46) Ein Hinweis auf Wiesens bedeutende Funktion im regionalen Handel ist das dem Ort verliehene Marktrecht. Zu den jährlich sechs Jahrmärkten und den dreiwöchigen Viehmärkten kamen teilweise mehrere hundert Stück Vieh. (47)

Insbesondere der Viehhandel verlief entlang der Birkenhainer Straße. Ihr Name wird im 14. Jahrhundert in Zusammenhang mit Zügen von Pferden, Rindern, Schweinen und Schafen genannt. (48) Ins Bild paßt eine Abrechnung aus dem Jahr 1422, als der Reichserbkämmerer Konrad von Weinsberg auf eigene Rechnung einen Viehtrieb von Ungarn nach Frankfurt führen ließ. Aus Ungarn wurden große Mengen von Ochsen an Rhein und Main exportiert. (49) Die Bevorzugung der Birkenhainer Straße bei Viehtrieben könnte mit dem durchgehend rechtsmainischen Verlauf des Verkehrsweges zusammenhängen, der ein für das Vieh gefährliches Überqueren des Mains vermied.

In diesem Zusammenhang interessant ist die Vielzahl von „Judenwegen" und „Judenbrunnen" im Spessart. Bereits im 15. Jahrhundert waren Juden am Viehtransport beteiligt. Vom 18. Jahrhundert bis zum Nationalsozialismus wurde der Viehhandel im Spessart von jüdischen Händlern dominiert. Im Nordspessart lebten Juden z.B. in Lohrhaupten, im Süden in Eschau. Zur Konturierung dieses Handelsgeflechts laufen Forschungen anhand der Viehkontraktbücher des 19. Jahrhunderts, die über die Handelsnetzwerke Auskunft geben. Die Poststraße wird zumeist in Reisebeschreibungen benannt und diente wohl weniger dem Warentransport als der Personenbeförderung. Sie gewann immer dann an Bedeutung, wenn das Hauptmessegeleit nach Frankfurt gestört wurde. Es verlief nicht durch den Spessart, sondern am Westrand von Nürnberg über Miltenberg entlang des Maines nach Seligenstadt. (50) Die Strecke ist einer der meistbenutzten frühneuzeitlichen Verkehrswege überhaupt. (51)

Am Nordrand des Spessarts gewann seit dem 15. Jahrhundert die Route Frankfurt-Fulda-Leipzig an Bedeutung. (52) Das Beispiel des Dorfes Höchst bei Gelnhausen zeigt, wie sich aus einem mittelalterlichen Höhenweg ein frühneuzeitlicher Rastpunkt vor den Toren Gelnhausens entwickelt. Im 18. Jahrhundert verlagerte sich der Dorfmittelpunkt durch den Chausseebau, während die Autobahn heute Verkehrsentlastung, aber auch Lärmbelästigung bringt. Die Wegeführung wechselte von der Talhöhe mit dem Fortschreiten der Jahrhunderte in die Talaue.

Das zentral im Spessart liegende Frammersbach ist seit dem 15. Jahrhundert Heimat der nach diesem Ort benannten Fuhrleute, die Waren quer durch Europa transportierten. Die Frammersbacher Fuhrleute nahmen beim Handelstransport für die Fugger im 16. Jahrhundert zwischen Nürnberg und Antwerpen geradezu eine beherrschende Stellung ein. (53) Wir wissen darüber aus Zoll-Sonderbestimmungen, Zollregistern und Fuhrordnungen vergleichsweise gut Bescheid. Ihr Ruf war so bedeutend, daß im Ständebuch des Jost Ammann von 1568 der Auriga Flammerspachensis als beispielhaft für den deutschen Fuhrmann abgebildet wurde. Im Wirtschaftszentrum Antwerpen hießen die Frammersbacher „Hessen", für die 1554 dort das „Hessenhaus" als Depot für den Warenumschlag errichtet wurde. Durch den 30-jährigen Krieg erlitten die Frammersbacher Fuhrleute einen wirtschaftlichen Einbruch, von dem sie sich nicht mehr erholten. Ihr Erfolg war mit der verkehrsgünstigen Lage des Spessarts verknüpft.

Von den Hauptverbindungen auf den Höhenrücken führten steile Hohlwege zu den Dörfern in den Kerbtälern. Sie entstanden durch den Fuhrbetrieb und die daraus folgende Erosion. Zwischen den Ortschaften bestand darüber hinaus ein enges lokales Wegenetz, vielfach „Kirch- oder Totenwege" genannt.

Niedergang

Mit dem 30-jährigen Krieg setzte der wirtschaftliche Niedergang im Spessart ein. Nach der Katastrophe und dem damit verbundenen Bevölkerungsverlust versuchten die Landesherren durch die Anwerbung von Einwanderern, an das florierende Wirtschaftsleben der Vorkriegszeit anzuknüpfen. Doch die Situation verschlechterte sich mit der Durchsetzung des Merkantilismus und der damit verbundenen Verdrängung privater Gewerbetätigkeit - besonders bei der Glasproduktion. Ihr Verbot konnte durch das Arbeitsplatzangebot der staatlichen Hütten nicht aufgefangen werden, zumal die jeweiligen Territorialherren ihre Betriebe nicht endlos subventionierten. Wenn in Unternehmen auf Dauer die Defizite den Nutzen überwogen (siehe die Glasmanufaktur in Lohr), war eine Schließung unausweichlich - zumal für die Nachfolgestaaten Bayern und Preußen, die kein Interesse an einer Subventionierung so abgelegener Regionen hatten (siehe die Saline in Orb). Die Verlagerung der Verkehrsströme aufgrund des Eisenbahnbaus und der damit verbundenen Rohstoffzuführung von außen (hochwertigere Erze, Steinkohle) beschleunigten diese Entwicklung im 19. Jahrhundert.

Für die Bevölkerung bedeutete das Wegbrechen der vorhandenen Ansätze der Frühindustrialisierung wie im Bergbau und bei den Eisenhämmern den Entzug der Lebensgrundlage. Die Bewohner der Glasmacherdörfer mußten nun einen Ausweg finden, zumal die Landwirtschaft auf dem nährstoffarmen Boden keinen ausreichenden Unterhalt bot. Als Ergänzung für die unergiebige Landwirtschaft stieg der Nutzungsdruck auf die um die Dörfer liegenden Wälder. In großem Umfang setzten Waldweide für das Vieh sowie Laubernte für Viehfutter und Streu (Laub), aber auch Abholzung für die Brennholzgewinnung und für die Köhlerei ein. Der Entzug sämtlicher Nährstoffe machte Wachstum und Regenerierung unmöglich, der Wald wurde nachhaltig geschädigt. Konflikte brachen in den ehemaligen Glasmacherdörfern auf, die im Gegensatz zu den Streifendörfern des hohen Mittelalters nicht über eigenen Waldbesitz verfügten. Der von der Bevölkerung in Anspruch genommene Wald war zum größten Teil im Besitz des Mainzer Erzstifts. Dort hatten die Bauern zwar Holz- und Weiderechte, doch die Übernutzung bewog den Landesherrn, die Kontrolle zu verschärfen und hohe Strafen anzudrohen. Um dieses Problems Herr zu werden, versuchte der Staat die zahlreichen Nutzungsrechte abzulösen und gleichzeitig eine Grenze zwischen Staatsbesitz und Gemeindebesitz aussteinen zu lassen. (54)

Der Nordspessart war bereits im 17. Jahrhundert auf großen Flächen entwaldet. So herrschte seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Spessart allgemein Holzmangel, der sich in hohen Preisen ausdrückte, was wiederum die verbliebenen Gewerbe wie die Salzsiederei und die Glasproduktion belastete. Die seit dem 18. Jahrhundert einsetzende Aufforstung bevorzugte wegen der höheren Wachstumsgeschwindigkeit und ihrer Anspruchslosigkeit Nadelbäume.

Auch die Einnahmequellen aus dem Weinbau versiegten wegen der allgemeinen Klimaverschlechterung in Verbindung mit der Zerstörung der Reben durch die Reblaus und durch die Konkurrenz günstigeren Importweins. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts setzt die bekannte Armutsperiode ein, von der die Spessartgeschichte so stark beeinflußt wurde. Als Reaktion darauf verdingten sich viele Spessarter außerhalb als Wanderarbeiter bzw. sie wanderten ganz aus. Die Auswanderungswelle setzte schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts Richtung Südosteuropa ein und wandte sich danach in Richtung Amerika. (55)

Bereits der kurmainzische Staat nahm diese Entwicklung wahr und versuchte, durch gezielte Maßnahmen gegenzusteuern. Eine Neuerung war dabei die staatliche Sanktionierung der fränkischen Erbteilung. Es handelt sich dabei um die Verteilung des Besitzes an alle männlichen Erben. Dadurch erhoffte man sich, daß für alle Nachkommen genügend Land zur Ernährung zur Verfügung stand. Tatsächlich erwies sich das Instrument als kontraproduktiv. Besitz wurde zerstückelt und für die Erben blieb zu wenig Fläche für eine ausreichende Versorgung übrig. Ins wirtschaftliche (und politische) Abseits geriet der Spessart schließlich durch die territoriale Neuordnung nach den Napoleonischen Kriegen. Über zwei Drittel des Gebietes kamen an Bayern und dadurch in eine extreme Randlage. Der Nordspessart erlitt ähnliches durch die Zugehörigkeit zu Preußen.

In dieser Situation wirkten die literarischen und medizinischen Veröffentlichungen von Hauff und Virchow als Brennglas für die Schaffung des Stigmas vom Spessart als Armutsregion. Eine Berufsgruppe stemmte sich in dieser Phase dem Schicksal der Hoffnungslosigkeit entgegen und machte sich dabei sehr um die Bewohner des Spessarts verdient: die Pfarrer. Es gibt eine Reihe von Beispielen, daß engagierte Pfarrer in den Dörfern zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert die lokale Wirtschaft förderten. Dies beginnt mit dem Kapuzinerpater Martin von Cochem um 1680, der als Gegenreformator in Ruppertshütten predigte und den Bau einer zweiten Glashütte initiierte. In Wiesen gründete Pfarrer Dr. Friedrich Frank in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Brauerei, den Darlehnskassenverein und eine Mädchenbewahranstalt. Darüber hinaus war er bayerischer Landtagsabgeordneter. In Lohrhaupten gründete Pfarrer Carl Heyde zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine mehrfach ausgezeichnete Hühnerzucht, in Sailauf machte sich Pfarrer Bonaventura Ruf um den Streuobstanbau verdient. (56)

Die Industrialisierung fand entlang eines schmalen Bandes ihren Weg in den Spessart. Anlaß war der Bau der Eisenbahnlinie König-Ludwig-Westbahn (1854). Schwerspat und Buntsandstein konnten nun in großen Mengen exportiert werden, wodurch entlang der Bahnlinie Arbeitsplätze entstanden. Weitere Bahnlinien im Spessart sollten die Erschließung vorantreiben: Gelnhausen-Bieber (1885-1951), Elsenfeld-Heimbuchenthal (1910-1968), die Freigerichter Bahn (1904-1955) sowie die Kahlgrundbahn (seit 1898). Die damit in Verbindung stehende Schwellenmacherei für den Eisenbahnbau bot nun auch Lohn und Brot. Die Wanderarbeiter wurden zu Pendlern. Mit der Einführung des Verlagswesens und der Heimschneiderei wurde für die Industrie im Rhein-Main-Raum ein Billiglohngebiet erschlossen. Gleichzeitig wurden in den Ballungsräumen um 1880 die ersten Wandervereine gegründet, die mit der Bahn den Spessart aufsuchten und auf Wanderungen die Landschaft erkundeten - das war der Auftakt für den Wirtschaftszweig Tourismus, der bis sich zum ersten Weltkrieg in sehr starkem Maße auf die Wirtschaftsstruktur durch die Gründung von Wirtshäusern, Pensionen und Sanatorien auswirkte. Die alten Handelsstraßen wurden nun als Wanderwege genutzt und erhielten die ersten Wandermarkierungen.

3. FAZIT

Der kurzgefaßte Überblick zur Wirtschaftsgeschichte des Spessarts soll mit dem Klischee der „Einöde" in Verbindung mit der über Jahrhunderte vom Menschen geformten Kulturlandschaft Spessart aufräumen. Die Forschungsfelder, die angesprochen wurden, bedürfen einer nachhaltigen Bearbeitung, um einerseits Grundlagendaten zu gewinnen und um sie andererseits in Beziehung mit vergleichbaren Landschaften setzen zu können. Dadurch können die Mittelgebirge ihren Platz in der Forschung als Landschaften finden, die in der vorindustriellen Epoche einen entscheidenden Anteil für die Bereitstellung von Energie, für die Gewinnung von Rohstoffen und für die Produktion von Gebrauchsgütern hatten. Darüber hinaus können in diesem Bereich Aspekte einzelner Fachdisziplinen untersucht werden. Wichtig dabei ist die Anerkennung der Mittelgebirge als Kultur- und Wirtschaftsräume und nicht als Leerstellen zwischen Städten und Residenzen, in denen Politik gemacht wurde. Die Forschung im Spessart kann durch ihren interdisziplinären Ansatz wegweisend für andere Mittelgebirge werden. Die kürzlich geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen dem Archäologischen Spessartprojekt und der Universität Würzburg ist ein erster Schritt hin zu einer konzentrierten Kulturlandschaftsforschung.

Einzigartig und von grundsätzlicher Bedeutung ist der Ansatz, bei der Forschung und bei der Vermittlung die Bevölkerung vor Ort mit einzubeziehen. Vereinsstrukturen werden dabei berücksichtigt, sind jedoch keine Bedingung: Jeder kann teilnehmen, der ein Interesse hat und sich einbringen will. Begehungen und Archivarbeit unter Begleitung eines Wissenschaftlers/Landschaftsmanagers vermitteln den Wert der eigenen Geschichte. Das mobilisiert Engagement und Mittel. Von grundsätzlicher Bedeutung sind Fortbildungen für Lehrer und Erzieher sowie Projekte mit Schulen und Kindergärten.

Das Archäologische Spessartprojekt wird in Zukunft im Verbund mit dem Spessartbund durch ein gezieltes Landschaftsmanagement den Kulturraum mit seinen Menschen weiter entwickeln. Dazu gehört die Stärkung der Identität, die durch das Armutsstigma nachhaltig Schaden erlitten hat. Der Tourismus im Spessart hat weit mehr als nur „Spessarträuber" zu bieten. Die vielfältige Kulturlandschaft bietet ein weitgehend ungenutztes Potential. Für die Entwicklung einer touristischen Basisstruktur gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort dienen die europäischen Kulturwege in Spessart und Odenwald (55 Routen [Stand 2006]). Auf diesen Wegen lernen Einheimische wie Besucher die Landschaft persönlich kennen und schätzen.

So auch der Frankfurter Dichter Robert Gernhardt, der in jungen Jahren auf den Spuren Kurt Tucholskys durch den Spessart wanderte und dies literarisch festhielt. (57) Als Zeichen für den Aufbruch der Kulturlandschaft Spessart wurde am 21. Juni 2003 eine „Gernhardt-Linde" an der Lichtenau im Hafenlohrtal gepflanzt. Aus diesem Anlaß schuf der Dichter in Anlehnung an alte „Baumsegen" folgenden Text, mit dem diese Betrachtung auch ihr literarisches Ende findet:

Liebliche Linde in Lichtenau

Nun da du deinen Platz
In der Welt gefunden hast,
Trachte danach, ihn ganz
Auszufüllen;

Wurzle in die Tiefe!
Wachse in die Höhe!
Dränge in die Breite!
Beschirme und beschatte

Die Menschen guten Willens,
Vor allem aber alle
Alliterierenden:

Lichtenauer und Lindenfurther,
Linsengerichtler und Lippstädter,
Lissabonner und Livländer,
Liebende und Literaten,
Liedermachen und Linsenschleifer,
Liturgiker und Liederjahne,
Lichtgestalten und Linientreue,
Lispler und Lippenblütler,
Linguisten und Liliputaner,
Ligusterkatzen und Limbotänzer,
Lindwürmer und Libellen,
Likörtrinker und Liberale,
Listige und Liegengebliebene,
Liquide und Linkshänder,
Linoleumfabrikanten und Liftboys,
Lieschen Müller und Liz Taylor

... und ... last not least, Lieselotte Pulver.


Anmerkungen:

* Ergänzte und überarbeitete Fassung eines gleichlautenden Artikels in:
Wirtschaft - Gesellschaft -Mentalitäten im Mittelalter. Festschrift zum 75. Geburtstag von Rolf Sprandel. Herausgegeben von Hans-Peter Baum, Rainer Leng und Joachim Schneider (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Bd. 107) (Stuttgart 2006), 109-131.

(1) Rudolf Virchow, Die Noth im Spessart, Würzburg 1852 (ND Bad Orb 1998).

(2) z. B.: Stephan Behlen, Der Spessart. Versuch einer Topographie dieser Waldgegend, 3 Bde., Leipzig 1823/1827.

(3) Ernst Pfeifer, Landvolk unterm Hakenkreuz, in: Spessart 87. Jg., H. 5 (1993), S. 2ff.

(4) Hans Weber, Die Geschichte der Spessarter Forstorganisation, München 1954. Ders., Die Forstrechtssetzung über den Spessart in kurmainzer Zeit, in: AJB 2 (1955), S. 250-262. Karl Vanselow, Zur Geschichte der Spessarter Forstorganisation, Ebd., S. 263-270.

(5) Jürgen Siebert, Der Spessart. Eine landeskundliche Studie, Breslau 1934 (ND Frank­furt 1982). Siebert bemerkt die starke Einflußnahme des Menschen auf das Land­schaftsbild im Spessart (S. 3). Hellmuth Wolff, Der Spessart - sein Wirtschaftsleben,Wirtschaftsgeschichte in einer „Einöde"? Aschaffenburg 1905 (ND Bad Orb 1989). Wolff stellt das zeitgenössische Wirtschafts­geschehen in den Vordergrund.

(6) Ausführlich in den Publikationen zur 1000-Jahr-Feier von Aschaffenburg im Jahr 1957, in: AJB 4,1/4,2 (1957).

(7) Das Standardwerk,Unterfränkische Geschichte' behandelt die Geschichte des Bezirks in zwischen Mainz und Würzburg getrennten Abschnitten.

(8) Für den Untermain: AJB. Für den Ostspessart: Schriften des Geschichts- und Museumsvereins Lohr a. Main. Für den Südspessart: Wertheimer Jahrbuch. Für den Nordwestspessart: Unser Kahlgrund. Für den Nordspessart: Heimatjahrbuch zwischen Vogelsberg und Spessart, Bergwinkel-Bote, Mitteilungsblatt des Main-Kinzig-Kreises.

(9) Z. B. in: Horst Krüger, Hessische Altstraßen des 16. und 17. Jh. nach zeitgenössischen Itinerar- und Kartenwerken, Kassel - Basel 1963 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Völkskunde 5), bes. S. 80-82. Helmut Weigel, Straße, Königscentene und Kloster im karolingischen Ostfranken, in: JffL 13 (1953), S. 7-53. Rainer Koch (Hg.), Brücke zwischen den Völkern - Zur Geschichte der Frankfurter Messe (3 Bde.), Frankfurt am Main 1991, Bd. 1. Jochen Heinke, Unterwegs auf den Straßen unserer Urahnen. Über historische Fernstraßen in Hessen und Franken, Fulda 2003.

(10) Gerhard Kampfmann/Stefan Krimm, Verkehrsgeographie und Standorttypologie der Glashütten im Spessart, Aschaffenburg 1988 (Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 18/2), S. 87-90.

(11) Staatsarchiv Nürnberg (Hg.), Der Pfinzing-Atlas von 1594, Faksimile, Nürnberg 1994. Peter Fleischmann, Der Pfinzing-Atlas von 1594, München 1994. Fritz Schnelbögl, Eine Spessartkarte vom Jahre 1594, in: AJB 4 (1957), S. 655-660. Gerhard Kampfmann, 1562 hat der Nürnberger Jörg Nöttelein den Spessart vermessen und gezeichnet. Es entstand die Vorlage für die älteste Spessartkarte, in: Spessart 94. Jg., H. 9 (2000), S. 6-14. Im Sommersemester 2005 fand am Lehrstuhl für fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg eine Übung zu historischen Karten des Spessart in der frühen Neuzeit statt. Dabei wurde auch die Pfinzingkarte bearbeitet. Als Grundlage dafür diente die Facharbeit ,Die Spessartkarte des Paul Pfinzing von 1594 -Aufbereitet als Forschungsgrundlage' im Leistungskurs Geschichte am Kronberg-Gymnasium in Aschaffenburg von Christine Engler (Februar 2004).

(12) Ludwig Wamser, Glashütten im Spessart. Denkmäler fränkischer Industriegeschichte, in: Frankenland 34 (1982), S. 203-211. Stefan Krimm, Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Glashütten im Spessart, Aschaffenburg 1982 (Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 18/1). Claus Grimm (Hg.), Glück und Glas. Zur Kulturgeschichte des Spessartglases, München 1984 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 2). Theodor Ruf, Die Grafen von Rieneck. Genealogie und Territorienbildung, 2 Bde., Lohr 1984. Kampfmann/Krimm (wie Anm. 11). Peter Moser, Mittel- und nordwesteuropäischer Landtransport. Die Frammersbacher Fuhrleute und ihr Beitrag zur Transportgeschichte (15.-19. Jh.), Diss. Bamberg 1990. Klaus Freymann, Der Metallerzbergbau im Spessart. Ein Beitrag zur Montangeschichte des Spessarts, Aschaffenburg 1991 (Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 33). Helmut Puchert, Der Hessische Spessart. Beiträge zur Forst- und Jagdgeschichte, Frankfurt 1991. Wiltrud Fischer-Pache, Wirtschafts- und Besitzgeschichte des ehemaligen Kollegiatstifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg bis zum Ausgang des 14. Jh., Aschaffenburg 1993 (Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 35). Vera Den-zer, Relikte und persistente Elemente einer ländlich geprägten Kulturlandschaft mit Vorschlägen zur Erhaltung und methodisch-didaktischen Aufbereitung am Beispiel von Waldhufensiedlungen im Südwest-Spessart, Mainz 1996 (Mainzer Geographische Studien 43). Dieter Mollenhauer u. a., Regionalökologisches Gutachten Spessart. Mit vertieften Aussagen für den hessischen Teil (Unveröff. Schlußbericht), Biebergemünd 1999. Stefan Zerbe, Die Wald- und Forstgesellschaften des Spessarts mit Vorschlägen zu deren zukünftigen Entwicklung, Aschaffenburg 1999 (Mitteilungen des naturwissenschaftlichen Museums in Aschaffenburg 19).

(13) Literatur zur Arbeit des Archäologischen Spessartprojekts (Auswahl): Horst Günther/ Walter Prigge/Antje Tietje (Hrsg.), Spessart. Bilanz einer Kulturlandschaft. Dokumentation des bayerisch-hessischen Spessart-Projektes 1995, Bad Orb 1996. Gerhard Ermischer, Der Spessart als Kulturlandschaft - Das Archäologische Spessartprojekt, in: Das Archäologische Jahr in Bayern, Stuttgart 1999, S. 153-155. Ders./Rüdiger Keim/Dirk Meier/Harald Rosmanitz (Hg.), Wege in europäische Kulturlandschaften, Heide 2004. Gerhard Ermischer/Gerrit Himmelsbach, Werkzeuge und Strategien der Kulturlandschaftsforschung - Das Archäologische Spessartprojekt, in: AJB 22 (2002), S. 265-281. Jürgen Jung/Gerrit Himmelsbach, GIS im Landschaftsmanagement - Kulturlandschaftsforschung und -Vermittlung im Spessart, in: Hessisches Landesamt für Denkmalpflege (Hg.), Kulturlandschaft: Wahrnehmung - Inventarisation - Regionale Beispiele (Wiesbaden 2005, S. 195-203). Homepage: Harald Rosmanitz (Red.) www.spessartprojekt.de .

(14) Gerhard Ermischer, Spessart goes Europe. The historic landscape characterisation of a German upland region, in: Europe's Cultural Landscape: archaeologists and the management of change, Brüssel 2002, S. 161-168. Homepage: www.pcl-eu.de . Europarat (Hg.), Sonderheft Landscape through literature (= Naturopa 103), Germany (Spessart), S. 34 f.

(15) Claus Bergmann, Archäologische Grabungen an der Alteburg, in: 10 Jahre Geschichtsverein Biebergemünd e.V., Biebergemünd 2005, S. 98-101.

(16) Leo Hefner, 1900 Jahre Obernburg am Main, Obernburg a. Main 1984, S. 8 f.

(17) Für den bayerischen Untermain und seine Randgebiete epochenübergreifend: Markus Marquart, Beiträge zur Vorgeschichte des Aschaffenburger Landes im Spiegel des Aschaffenburger Stiftmuseums, Diss. 2002/2003, Electronic ed. ÜB Kiel, http://e-diss. uni-kiel.de/diss 696.

(18) Ludwig Wamser, Erwägungen zur Topographie und Geschichte des Klosters Neustadt am Main und seiner Mark. Versuch einer Annäherung der archäologischen und historischen Quellenaussagen, in: Jürgen Lenssen/Ludwig Wamser (Hg.): 1250 Jahre Bistum Würzburg. Archäologisch-historische Zeugnisse der Frühzeit, Würzburg 1992, S.163-204.

(19) Gemeinde Biebergemünd (Hg.), 1000 Jahre Kassel und Wirtheim, Biebergemünd 1976, S. 44-49.

(20) Stadt Schlüchtern (Hg.), 1000 Jahre Schlüchtern 993-1993, Schlüchtern 1993.

(21) Walter Scharwies, Hoc est vinum - Weinbau am westlichen Spessart, in: Stadt Alzenau (Hg.), Alzenauer Stadtbuch, Alzenau 2001, S. 363 ff.

(22) Der „Spessart" wird erstmals für das Jahr 839 beim Namen genannt; dazu: Claus Cramer, Landeshoheit und Wildbann im Spessart. Mit einem Exkurs über die Forstgrenzen im 10. und 11. Jh., in: AJB 1 (1952), S. 51-123.

(23) Es fehlt bislang eine grundlegende Arbeit über die regionalen Ministerialen und den Niederadel im Spessart.

(24) Z. B. Vivarium/Weiberhof gegen die Grafen von Rieneck, Rothenbuch gegen das Hochstift Würzburg.

(25) Zur besseren Übersicht erhalten die einzelnen Bereiche Zwischenüberschriften.

(26) Weber (wie Anm. 5), S. 21-34.

(27) Stefan Krimm, Die alten Spessartglashütten waren wirtschaftlich einträgliche Betriebe, in: Spessart Jg. 89, H. 11 (1995), S. 3-12.

(28) Monika Hahn, Wässerwiesen im Spessart. Traditionelle Kulturlandschaftselemente und ihre aktuelle Bedeutung (Diplomarbeit Universität Würzburg 2000, unveröffentlicht).

(29) Dazu und zum folgenden: Krimm (wie Anm. 27) und Koch (wie Anm. 10), Bd. 2, S. 215, 220, 230.

(30) Werner Loibl, Vom Pilotprojekt zur Industrieruine. Rechtenbach als Glashüttenort (1686-1791), in: Gemeinde Rechtenbach (Hg.), Chronik mit Bilddokumentation, Rechtenbach 1988, S. 6-44.

(31) Material dazu enthalten Quellen wie die in einigen Orten erhaltenen Gerichtsbücher oder beispielhaft das Frammersbacher Sechserbuch. Dazu: Rainer Leng, Das Frammersbacher Sechserbuch. Eine Untersuchung zum Rechtswesen einer frühneuzeitlichen Spessartgemeinde. Mit einer Transkription des Sechserbuches (2003, unveröffentlicht).

(32) Gabriele Fleckenstein, Standort einer dritten Mühle im Teufelsgrund bei Omersbach nachgewiesen, in: Unser Kahlgrund 31 (1986), S. 140f. Gemeinde Geiselbach (Hg.), Festschrift der Gemeinde Geiselbach zur 700-Jahr-Feier vom 20. bis 23. Juni 1969, o.O. 1969, S. 61-63.

(33) Gemeinde Kahl am Main (Hg.), Kahl im Wandel der Jahrhunderte (1282-1982), Kahl am Main 1982, S. 201 f.

(34) Zu Rexroth: Friedrich Schunder, Die Rexroth-Geschichte. Hämmern, Gießen, Bewegen 1795-1995, Lohr a. Main 1995, S. 18-24. Zu Hasloch: Georg Meyer-Erlach, Der Eisenhammer im Haslochtal. Geschichte des Eisenwerkes Philipp Kurtz in Hasloch, Hasloch 1949.

(35) Werner Loibl, Brunnen und Bergwerke. Kurmainzische Rahmenbedingungen für Grünewalds Aufenthalt in Aschaffenburg, in: Rainhard Riepertinger u. a. (Hg.), Das Rätsel Grünewald. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2002/03, Augsburg 2002, S. 65.

(36) Freymann (wie Anm. 13), S. 55-92.

(37) Zu Sailauf: Gerhard Kampfmann, Mit der „Bergwerks Ruthen" auf der Suche nach Erzvorkommen im Spessart, in: Unser Kahlgrund 49 (2004), S. 139-147. Zu Sommerkahl: Joachim A. Lorenz / Ralf T. Schmitt, Das Kupfererzbergwerk Grube Wilhelmine in Sommerkahl, in: Spessart Jg. 99, H. 2 (2005), S. 3-22.

(38) A. Kranz, Räumliche Erfassung und kulturhistorische Bewertung von Schlackenhalden im Nordspessart und deren methodisch-didaktische Aufarbeitung als Kulturweg - Erste Staatsexamensprüfung für das Lehramt an Gymnasien 2005/06, [Eigendruck] Institut für Geographie der Universität Würzburg 2005.

(39) Gewerbeverein Bürgstadt (Hg.), Bürgstadt und seine Geschichte, o. O. 1978, S. 17.

(40) Joachim A. Lorenz, Sailaufit - das 4. neue Mineral aus dem Spessart, in: Spessart Jg. 98, H. 2 (2004), S. 3-7.

(41) Werner Schulze-Seeger, Von der Salzstadt zum Heilbad. Beiträge zur Salinen- und Ortsgeschichte von Bad Orb, Bad Orb 1988.

(42) Zum Salzweg: Klaus Schwarz, Der frühmittelalterliche Landesausbau in Nordost-Bayern - archäologisch gesehen (Ausgrabungen in Deutschland. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 1. Teil II), Mainz 1975, S. 338-409. Zur Nord-Süd-Verbindung: Wolfgang Vorwerk, Historische Spurensuche. Beiträge zur Geschichte des Lohrer Schloß- und Amtsviertels, zur Straßengeschichte des Spessarts und zu einigen anderen Themen, Lohr 2000, S. 92-107.

(43) Roman Fischer, Aschaffenburg im Mittelalter. Studien zur Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit, Aschaffenburg 1989, S. 291.

(44) Übersicht zu den Hauptrouten in: Kampfmann/Krimm (wie Anm. 11), S. 21-45.

(45) Krimm (wie Anm. 27), S. 6. Heute dienen die ehemaligen Verkehrswege als überre­gionale Wanderrouten.

(46) Für diese These ist die Erschließung weiterer Quellen geplant.

(47) Gemeinde Wiesen (Hg.), Wiesen. Ein Dorf im Schatten der Spessarteichen, Wiesen 1991, S. 52.

(48) Kampfmann/Krimm (wie Anm. 11), S. 15.

(49) Wolfgang von Stromer, Zur Organisation des transkontinentalen Ochsen- und Textilhandels im Spätmittelalter. Der Ochsenhandel des Reichserbkämmerers Konrad von Weinsberg anno 1422, in: Ekkehard Westermann (Hg.), Internationaler Ochsenhandel 1350-1750 (Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte 9), Stuttgart 1979, S. 171-195. Koch (wieAnm. 10), Bd. 3, S. 17.

(50) Kampfmann/Krimm (wie Anm. 11), S. 16.

(51) Krüger (wie Anm. 10), S. 67-75, 80-84.

(52) Kampfmann/Krimm (wie Anm. 11), S. 21.

(53) Moser (wie Anm. 11), S. 95-97.

(54) Kampfmann/Krimm (wie Anm. 11), S. 70-72.

(55) Margot Hamm/Michael Henker/Evamaria Brockhoff (Hg.), Good Bye Bayern - Grüß Gott Amerika. Auswanderung aus Bayern nach Amerika seit 1683. Katalog zur Ausstellung 2004, Augsburg 2004 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 48/04), bes. S. 96-98.

(56) Alfred Boettcher, Der Wiesener Pfarrer Dr. Frank, in: Spessart 84. Jg., H. 2 (1990), S. 3-15. Eine Untersuchung zur Förderung der Wirtschaftskraft in Spessartdörfern des 19. und 20. Jh. durch die örtlichen Pfarrer ist geplant.

(57) Robert Gernhardt/Gerhard C. Krischker, Das Wirtshaus im Spessart. Auf den Spuren Kurt Tucholskys, Bamberg 1996.