Klingenberger Ton - der Stoff, aus dem die Bleistifte sind.
Die Klingenberger Tone sind etwas Besonderes in der deutschen Mittelgebirgslandschaft. Sie zeichnen sich durch sehr hohe Reinheit und damit durch sehr hohe Qualität aus, die weltweit ihres Gleichen sucht.
Bereits in der Römerzeit unternahm man Abbauversuche auf die Tone. Die ersten archivalisch fassbaren Belege stammen aus dem Jahre 1667. In einem Mainzischen Jurisdiktionalbuch wurde die Tonlagerstätte Klingenberg erstmals als “Littengrube” bezeichnet.
Mit der Umstellung auf die Tonförderung untertage erhielt der Tonabbau Anfang des 18. Jahrhunderts einen bedeutenden Aufschwung. Durch den hohen Erlös aus dem Tonwerk konnten den Stadtbürgern Klingenbergs die Steuern erlassen und sogar ein Bürgergeld gezahlt werden. Die Bezeichnung “Schwarzes Gold” hat vor diesem Hintergrund ihre Be-rechtigung.
Weniger bekannt, aber entstehungsgeschichtlich vergleichbar ist die Tonlagerstätte von Schippach. Die Tone blieben dort bis in das Jahr 1900 unbekannt. Erst beim Pflügen eines Ackers am “Hungersbrunnen” kam schließlich eine helle Tonschicht zutage, die bergmännisch erschlossen wurde.
Beide Tonlagerstätten, die in Klingenberg ebenso wie die in Schippach, wurden in großem Stil, zum Teil mit einer Belegschaft von über hundert ‘Kumpel’ ausgebeutet. Während der Tonabbau in Schippach im Jahre 1967 eingestellt werden mußte, geht der Abbau in Klingenberg 70 m unter der Oberfläche weiter.
|