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Die Jagd hat für den Spessart eine besondere Bedeutung. Schon die erste literarische Erwähnung des Spessart im Nibelungenlied bringt ihn mit der Jagd in Verbindung. Tatsächlich sollte man die Jagd für die Entwicklung des Spessart nicht überschätzen. Gerne werden Schlösser der Grafen von Rieneck oder der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz als Jagdschlösser bezeichnet, tatsächlich handelt es sich meist um Verwaltungszentren, die gelegentlich auch für Jagdaufenthalte genutzt wurden. Auch war der größte Teil des Spessart nie primäres Jagdgebiet, sondern wirtschaftlich genutzt. Nur einzelne Teile wurden als Wildgehege ausgegrenzt, so etwa die Fasanerie oder die späteren Landschaftsparks Schöntal und Schönbusch bei Aschaffenburg, oder das Jagdrevier Bischbrunn. Letzteres behielt seine Bedeutung bis in bayerische Zeit und war ein beliebter Aufenthaltsort für den Prinzregenten Luitpold und dessen Sohn, dem letzten bayerischen Königs Ludwig III. |
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Auch die Jagd war keineswegs immer das edle Weidwerk, das so gerne besungen wird. Im Mittelalter und bis ins 17. Jahrhundert diente sie vor allem der Versorgung der Hofhaltung mit Wildbret. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die höfische Jagd immer mehr zu einem Freizeitvergnügen für elegante Damen und Herren, das insbesondere in der „eingestellten Jagd“, jede Sportlichkeit vermissen ließ. Dabei wurden die Tiere den adeligen Jägern in sorgfältig angelegten Pferchen direkt vor die Flinte getrieben und von erhöhten Tribünen aus abgeschossen. Man konnte sich an Erfrischungen delektieren und akrobatische Einlagen erhöhten das Vergnügen ebenso wie musikalische Darbietungen. Mit dem Prinzregenten Luitpold kam im späten 19. Jahrhundert noch einmal richtig Leben in die höfische Jagd im Spessart. Vor allem in Bischbrunn schoss man Wildschweine, die im Gehege zuvor aufgezogen worden waren. Ein eigener Kartoffelkeller mit Kartoffelküche wurde angelegt, um die Wildschweine ordentlich zu mästen. Für die Jagd wurden sie dann auf den spöttisch „Kegelbahn“ genannten Bahnen dem Regenten und seinem Hofstaat zum Abschuss zugetrieben, auf drei Bahnen sorgfältig nach Größe sortiert, dem gesellschaftlichen Rang der Jäger entsprechend. Dennoch erfreute sich der Prinzregent bei den Bischbrunnern dank seiner Leutseligkeit eines hervorragenden Rufes. |
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