Spessarthighlights - so nennt sich diese kleine Ausstellung zu zehn Jahren Forschung im Spessart. Mit den Spessarthighlights präsentieren wir Ihnen keineswegs spektakuläre Einzelfunde, Goldschätze oder überragende Kunstwerke. Vielmehr sollen ausgewählte Objekte Schlaglichter auf die langwierige aber zugleich auch ertragreiche Arbeit der Forscher im Spessart werfen. Im Jahre 1996 trafen sich viele engagierte Menschen, Wissenschaftler, Kulturschaffende, Politiker und Wirtschaftstreibende in Bad Orb zum Spessartkongress. In einer Reihe von Arbeitsgruppen hatten sie sich mit dem Spessart als einheitlichem Naturraum beschäftigt und Zukunftsvisionen für den Spessart entworfen. Der kleine Arbeitskreis “Archäologie” hatte dabei mit besonders großen Schwierigkeiten zu kämpfen, war doch der Spessart archäologisch und historisch weitgehend ein weißer Fleck auf der Landkarte. Die größten Sammlungen archäologischer Funde stammten aus der Zeit um 1900. Auf bayerischer Seite hatten sich eine Handvoll Forscher den Glashütten gewidmet. Auf hessischer Seite gab es einige Arbeiten zu keltischen Ringwällen. Gerade dieses Defizit regte zu einer intensiveren Beschäftigung mit dem Spessart über die Landesgrenzen hinweg an. Geographen, Biologen, Geologen und Forstkundler hatten dagegen weit mehr Informationen zum Spessart gesammelt. Vieles passte nicht mit dem gängigen Bild vom menschenleeren, wilden Räuberwald zusammen. Aber ohne die Unterstützung von Historikern und Archäologen ließen sich diese Daten auch nicht richtig interpretieren und einordnen. Sie hinterließen aber das Gefühl: da war doch was! Der Spessartkongress in Bad Orb brachte Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammen. Daraus ergab sich erstmals eine Zusammenarbeit, die geeignet war, das vorhandene Material neu zu interpretieren und neue, fächerübergreifende Erkenntnisse zu gewinnen. So entwickelte sich aus dem Arbeitskreis Archäologie das Archäologische Spessartprojekt.
Durch die Mitarbeit zahlreicher ehrenamtlicher Helfer und die Einbindung von Gemeinden, Vereinen und Amateurforschern gelang es, das Wissen über den Spessart zu vermehren, völlig neue Perspektiven zu eröffnen und die Geschichte der Kulturlandschaft Spessart neu zu interpretieren. Durch das Zusammenspiel unterschiedlichster Disziplinen entstand das Bild einer lebendigen Kulturlandschaft, die über acht Jahrtausende hinweg vom Menschen geprägt, verändert und gestaltet worden war. In dieser Kulturlandschaft hat der Mensch erstaunlich viele Spuren hinterlassen. Bemerkenswert ist, wie viele sich davon bis heute bewahrt haben. Es sind keine spektakulären Spuren, keine griechischen Tempel oder gewaltigen Paläste, sondern Spuren die entdeckt werden wollen, die genaues Hinsehen erfordern. Hat man aber erst einmal gelernt, sie zu lesen, dann wird die Landschaft zu einem Buch, das spannende Geschichten einer faszinierenden Geschichte erzählt. Genau dies versucht auch die Ausstellung: Auf den ersten Blick wenig spektakuläre Objekte werden zum Ausgangspunkt hoch interessanter Geschichten. Sie lassen den Spessart in seiner Tradition und Geschichte lebendig werden. Am Beginn des 21. Jahrhunderts müssen wir uns tagtäglich mit den Problemen unserer Kulturlandschaft beschäftigen. Wir beobachten Zerstörungen durch Umweltverschmutzung, durch den Ausbau der Infrastruktur und durch Zersiedelung. Der Grund, warum wir diese Änderungen so unmittelbar wahrnahmen, liegt darin, dass wir die Kulturlandschaft als Teil unserer Identität betrachten. Alle in der Ausstellung gezeigten Stücke sind feste Bestandteile dieser Kulturlandschaft Spessart. Das vorgeschichtliche Steingerät ebenso wie die fast ausgestorbene Flussperlmuschel ... Und damit sind sie Teil unserer Identität. |


