Bauern, Krieger, Händler

Das bronzezeitliche Absatzbeil wurde an der Birkenhainer Strasse im Hochspessart gefunden. Es bestätigt die Vermutung, dass der Hochspessart in der Bronzezeit zumindest verkehrstechnisch erschlossen war.

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Das Bronzebeil aus Flörsbach steht stellvertretend für eine Vielzahl von Funden aus der Bronzezeit vom Spessart. Gerade in den letzten Jahren konnten in Zusammenarbeit des Archäologischen Spessartprojekts und der Kreisarchäologie Gelnhausen mit ihrer ehrenamtlichen Gruppe von Amateurarchäologen eine Reihe von Siedlungen am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit ergraben werden.

Diese Siedlungen der sogenannten Glockenbecherkultur und der Schnurkeramik - beide Kulturen benannt nach für sie typischen Keramikformen - sind von herausragender Bedeutung für das Verständnis dieser für die Menschheit bedeutenden Epoche vor etwa fünftausend Jahren, in der zum ersten Mal Metall gewonnen und verarbeitet wurde.

Wir kennen nur wenige Siedlungen aus dieser Zeit, die meisten Funde stammen aus Gräbern oder aus Hortfunden.

Beile aus Bronze stellten einen hohen Wert dar. Das neue Metall, eine Legierung aus Kupfer und Zinn, war teuer. Vor allem das Zinn war ein begehrter Rohstoff und musste von weither importiert werden. Dagegen gab es im Spessart Kupfervorkommen, die wahrscheinlich schon von den Menschen der Bronzezeit ausgebeute wurden. Beile waren nicht einfach nur Werkzeuge oder Waffen. Sie symbolisierten auch Kraft, Macht und Fruchtbarkeit. Sie waren Attribute mächtiger Götter und wurden besonders häufig als Opfergaben dargebracht. Schon in der Jungsteinzeit hatten die Menschen Steinbeile bewusst vergraben oder in Quellen, Bächen und Flüssen den Göttern geweiht. In der Bronzezeit setzte sich diese Sitte fort, allerdings traten nun auch Dolche und Schwerter aus Bronze und gelegentlich Schmuckstücke aus Gold als Opfergaben hinzu. Sie waren auch wichtige Prestigeobjekte der regierenden Oberschicht.


Genau wie die Steinbeile wurden auch die Bronzebeile erst durch ihre Schäftung zu benutzbaren Werkzeugen oder Waffen. Die ersten Bronzebeile imitierten noch die Steinbeile. Allerdings erlaubte Bronze als Werkstoff sehr viel differenziertere Formen. Dies äußert sich sowohl in der Gestaltung der Schneide, die nun breiter oder schmaler, gerade oder gebogen sein konnte als auch bei den Vorrichtungen für die Schäftung. Sie geben den Beilen ihre typische Form.

Nach solchen Merkmalen werden die Beile beispielsweise als Randleistenbeile, Lappenbeile oder Absatzbeile - wie das Exemplar aus Flörsbach - bezeichnet.  Die Leisten, Lappen und Rinnen, oder die abgesetzte Form des Nackens erlaubten es, unterschiedliche Handgriffe anzubringen, wodurch die Beile stärker spezialisiert und differenziert wurden.

Wie sorgfältig dies geschah, zeigte schlaglichtartig der Fund des Gletschermannes in den Ötztaler Alpen vor einigen Jahren, dessen Beil aus Kupfer zu den ältesten Funden dieser Art gehört.

Der Reichtum, der sich in den Bronzebeilen äußert, beruhte auf Überschüssen in der Landwirtschaft - sei es an Getreide oder Vieh -, eine Kontrolle über die Gewinnung und Verteilung von begehrten Rohstoffen sowie über wichtige Geländepunkte, aber auch die Herrschaft über viele Menschen. Dass diese Oberschicht in der Lage war über viele Leute Autorität auszuüben, zeigen die aufwendigen Befestigungen, zu deren Errichtung Hunderte von Arbeitern benötigt wurden.


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