
In unseren Mittelgebirgen sind nur noch wenige Galgenstandorte erhalten. Die in Buntsandstein ausgeführten 7 m hohen Säulen des erneuerten Wörther Galgens wurden im Jahr 1754 unter der Leitung des Miltenberger Baumeisters Johann Martin Schmidt aufgerichtet. Das Zwerchholz für den Galgenstrick, das sich zwischen den zwei Türmen befand, maß 4,7 m.
Seit dem späten 13. Jahrhundert ist in Wörth ein Galgen belegt. Er muss mit der Verleihung des Stadtrechts angelegt worden sein, wodurch Stadt die Hochgerichtsbarkeit erlangte. Da Wörth ab dem 16. Jahrhundert der Mainzischen Verwaltung eingegliedert wurde, verlor die Stadt den Status als Gerichtsstätte. Sie wurde nach Klingenberg verlegt. Erst nach 1750 durfte Wörth wieder einen Galgen errichten, und dies wohl nur aus Prestigegründen. Der Galgen sollte für Straftäter abschreckend wirken.
Um den Galgen rankt sich eine Sage: Von Zeit zu Zeit soll sich ein Tross von Dämonen und Magiewesen, über den Odenwald kommend, in einer geheimnisvollen Weise zwischen den zwei Säulen hindurchbewegen und über den Main wieder verschwinden.
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