1958 wurde bei der Renovierung der Pfarrkirche St. Katharina im Chor unter den Altarfundamenten ein Bildstein entdeckt, dessen Deutung große Schwierigkeiten bereitet. Die ihn beherrschende Darstellung des Kreuzes lässt wegen der zu geringen Größe nicht auf eine Funktion als Grabstein schließen, wohl aber kann er als dekoratives Element im Altarbereich gestanden haben. Die im Hochrelief ausgearbeitete Form des Gemmenkreuzes hat byzantinische Vorbilder und ist im Früh- und Hochmittelalter nicht außergewöhnlich. Das mehrfüßige Bodenteil wird als Verkörperung der symbolhaften Darstellung des Paradiesberges mit den dort entspringenden vier Paradiesfl üssen interpretiert. Später scheinen die beiden flacher vom Stein abgehobenen Radkreuze eingemeißelt, deren Interpretation als Sonne und Mond unbestimmt bleibt. Das Radkreuz in der Mitte links ist nicht näher bestimmbar. Die umrahmte Dreiecksfläche mit Querstab über der Dreieckspitze im linken oberen Teil kann koptischen Henkelkreuzen zugeordnet werden, was auf den Einfl uß iroschottischer Missionare hindeuten kann. Das „Mühlespiel“ auf der rechten Seite könnte christliche Interpretationen antiker Vorstellungen des Labyrinths widerspiegeln. Das Zeichen zwischen dem Radkreuz und dem Dreieck, die Figur unten links, die männliche im rechten oberen Teil, sowie die übrigen Ritzzeichen entziehen sich einer Deutung.