Vor, während oder nach Pestepidemien wurden im Spessart oftmals Bildstöcke errichtet. Damit versuchte man, das Unheil abzuwenden oder - im günstigsten Fall - dafür zu danken, dass man von der Seuche verschont blieb. Auch im Kahlgrund wütete die Pest vom Anfang des 17. Jahrhunderts bis in die Zeit des 30-jährigen Krieges hinein.

Im Eifer der Gegenreformation suchte man die Schuld für das Ausbrechen der Pest vielfach bei der angeblichen „Sündigkeif" der Menschen. Wer waren die Schuldigen? Es war die Zeit der Hexenverfolgungen angebrochen. Das Krombacher Landgericht unter den damaligen Herren, den Junkern von Groschlag, trat zusammen und führte sogenannte „peinliche verhöre" durch, was nichts anderes als Folterungen waren. So nötigte man Unschuldige zur Aussage, Zauberei ausgeübt sowie Teufels- und Hexenveranstaltungen beigewohnt zu haben. Dabei wurden sie gezwungen, weitere potentielle Beteiligte zu nennen, was zu Denuntiation führte: eine allgemeine Angst durchdrang sämtliche Bewohner der Dörfer, denn jeder Name hätte unter den Folterungen genannt werden können, um die Qualen abzukürzen.

In dieser angespannten Atmosphäre gab die Stiftung der Bildstöcke durch die Gemeinde Omersbach Hoffnung auf ein Ende dieser Phase der Angst und des Terrors.

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