Wenigumstadt ist ein besonders europäischer Ort. Das liegt an den Jahrtausende alten archäologischen Zeugnissen wie z. B. Hügelgräbern, die uns ein lebhaftes Bild des Siedlungsverlaufs vermitteln. So können wir Römer identifizieren, Alemannen, Angelsachsen und Franken. Die letzte Siedlungswelle wirkte namensgebend für den Kulturpfad: Im 17. Jahrhundert sorgten vor allem Wallonen (aus dem heutigen Belgien) dafür, dass der im 30-jährigen Krieg wüst gefallene Ort nicht ausstarb.

Beim Gang durch die Wenigumstädter Kulturlandschaft erinnert manches an die europäische, insbesondere an die wallonische Vergangenheit. Höhepunkt dabei ist die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle. Das älteste Haus ist gleichzeitig das Schmuckstück Wenigumstadts: das Rathaus. In einer Zeit der wirtschaftlichen Blüte wurde es 1584 mit reichen Verzierungen errichtet. Die wunderbare Restaurierung zeigt, dass sich die Wenigumstädter ihm ganz besonders gewidmet haben. Zu beachten sind auch die Kratzputzbilder von Willy Jakob, dem gebürtigen Wenigumstädter Kirchenmaler, der auch in der Kirche St. Sebastian tätig war.

Entlang des Linienweges im Gottfriedswald wandeln Sie auf archäologischen Spuren. Hügelgräber und die Station »Altsiedellandschaft« vermitteln die Spuren einer andauernden Siedlungstätigkeit. Auf dem Rückweg können Sie an der »Marienruh« innehalten, einer Anlage, die um 1920 als Mariengrotte gegründet wurde. Wenige Meter von hier können Sie einen Ausblick genießen, der über Frankfurt hinaus bis zum Taunus reicht. Wenn Sie zum Abschluss einkehren und das Kartenspiel »Schafkopf« kennen, können Sie eine Partie mit Einheimischen riskieren - aber Vorsicht: bei den Wilschenimschdern wird mit französischem Blatt gespieltl!

Unsere Wanderempfehlung:

Der Startpunkt des Kulturpfades befindet sich am nördlichen Ortsrand von Wenigumstadt. Zunächst führt der Wanderweg an Wiesen und Feldern vorbei, bis man dann die Ortschaft selbst erkundet. Am Rand der Siedlung wurde um 1903 eine neue Kirche im neugotischen Stil, St. Sebastian, eingeweiht, da die alte im Ortskern baufällig geworden war. Anschließend gelangt man zum ältesten Bauwerk Wenigumstadts, zum Rathaus. Bemerkenswert sind hier die künstlerischen Verzierungen mit ornamentalem Blattwerk, Sternen, Engelsköpfen und vielem mehr, an der Fassade. Nach der Durchquerung des Ortskerns folgt nach leichter Steigung der Weg durch den Gottfriedswald. Am Waldrand lockt ein Aussichtspunkt zum Genießen und Rasten. Bevor man den Ausgangspunkt wieder erreicht, hat man die Möglichkeit die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle des wallonischen Pfarrers Balduini kennen zu lernen.

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