Das Michelbacher Schloss stammt in seinem Baubestand aus dem 18. Jahrhundert. Hier befindet sich das Museum der Stadt Alzenau.

Ausgrabungen auf dem Areal konnten den Nachweis erbringen, dass diese Stelle bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Ob eine mächtige Schuttschicht aus dem dreizehnten Jahrhundert einer Vorgängeranlage des Schlosses zuzuweisen ist, konnte bislang noch nicht abschließend geklärt werden.

Das Gemälde mit dem Michelbacher Schloss wurde im Jahre 1874 von August Becker (1821-1887) angefertigt. Er galt als einer der renommiertesten Repräsentanten der Düsseldorfer Schule. Besonders in Kreisen der Hocharistokratie und des gehobenen Bürgertums kaufte man seine Gemälde, deren Sujets ebenso aus der Alpengegend stammen wie aus Norwegen, den schottischen Highlands und den (damals) 'exotischen' Karpatenregionen Rumäniens.

Die Beliebtheit seiner Bilder an europäischen Fürsten- und Königshöfen beruht auf der konservativen Malweise, die ganz in der Spätromantik verankert war und jede impressionistische Modernität vermied. Nicht zuletzt Queen Victoria von England tat sich als Käuferin und Sammlerin Beckerscher Bilder hervor.

Inzwischen liegt eine umfassende Würdigung des rund 350 Ölgemälde, etliche Skizzenbücher und zahlreiche Zeichnungen umfassenden Lebenswerks von August Becker vor:

Raimond Selke: August Becker (1821-1887). Der Darmstädter Landschaftsmaler aus der Düsseldorfer Schule. Biographie und Werkkatalog, Koblenz 2005

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