Bei der Besiedlung der Spessarttäler im Mittelalter erhielten die wenigsten der neuen Dörfer eine eigene Pfarrei. Wenn jemand gestorben war und ein Begräbnis anstand, musste man zur nächsten Kirche gehen, wo sich ein Friedhof befand.

Viele hundert Jahre lang mussten die Altenbücher einen beschwerlichen Weg von ca. 7 km für Gottesdienstbesuche, Taufen und Hochzeiten nach Dorfprozelten auf sich nehmen und bis ca. 1700 ihre Toten zur Beerdigung zum dortigen Friedhof bringen. Nach dem Bau der jetzigen Kirche (1770) wurde der Weg ab 1783 vor allem von den Kaplänen aus Dorfprozelten benutzt, um in Altenbuch seelsorgerische Aufgaben wahr zu nehmen. Als Altenbuch im Jahr 1810 eine eigene Pfarrei erhielt, verlor der Weg an Bedeutung und verschwand nach und nach. Die Strecke wurde nun freigelegt und ist nach 200 Jahren wieder voll begehbar.

Die Trasse führt vom für den Spessart typischen Waldcharakter in die offene Mainlandschaft. Kirchen sind die prägenden Bauwerke in den Ortschaften. Entlang des Weges trifft man auf Bildstöcke, eine Kapelle und eine Mariengrotte – Zeichen für die überwiegend katholische Bevölkerung. Von künstlerisch überregionaler Bedeutung sind die Werke der Brüder Schiestl, besonders in der Dorfprozeltener Kirche.

Unsere Wanderempfehlung

Vom Mainufer führt der Altenbücher Kirchweg durch Dorfprozelten zur Kirche (6) über den Bichlberg (5) in den Sellgrund (4). Durch den Totengraben wird die Höhe über Neuenbuch (Sohl 3) erreicht. Durch den Forst geht es bergab zur Station Altenbücher Wald (2) und dann durch die Leichgasse in den Ort zur Kirche (1). Es ist ein Höhenunterschied von ca. 150 Höhenmetern zu überwinden. Folgen Sie auf einer Länge von ca. 7 km der Markierung des gelben EU-Schiffchens auf blauem Grund. Für den Rückweg kann man die Buslinie 91 bis Stadtprozelten und dann die Westfrankenbahn benützen.





Hier finden Sie alle Tafeln des Kulturrundwegs online: