
Zum Untergang verurteilt?
Die Alm in der Nähe von Paneveggio im Trentin (I) ist ein einprägsames Beispiel für die Schutzbedürftigkeit von Kulturlandschaft. Ursprünglich führte man im Sommer Kuhherden auf das hoch gelegene Areal. Die Milch wurde vor Ort zu haltbarem und leicht transportablem Käse verarbeitet. Auf dem beweideten Offenland siedelten sich eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren an. Ein flächendeckender Bewuchsteppich verhindete allzu starke Erosion.
Der boomende Wintersport lockte in den letzten Jahren mit vergleichweise leicht und schnell zu verdienendem Geld. Heute ist kaum noch jemand bereit, ein entbehrungsreiches, einsames Leben als Viehhirte auf einer Alm zu fristen. Der Wald erobert sich die beweideten Flächen in kürzester Zeit zurück. Monokultur und das Fehlen von Regenauffangflächen führen in der Folge zu verheerenden Erdrutschen und Hochwassern, denen man wiederum mit teueren und unschönen Verbauen Einhalt gebietet.
Einen anderen Weg zum Schutz vor solchen Umweltkatastrophen beschreitet der Naturpark in Paneveggio. Er pflegt solche Almen und erhält darüber hinaus nicht nur historische Bausubstanz, sondern bietet Schulklassen die Möglichkeit, für mehrere Tage das Leben eines Bauern vor fünfzig Jahren am eigenen Leibe zu erfahren - ein sehr nachhaltiges Kulturlandschaftserlebnis.
| zurück |
