Topographische Übersicht der Umgebung von Rothenbuch. Karte: Dr. Jürgen Jung Spessart-GIS |
Geographie und Geologie von Rothenbuch* |
Die Ortschaft Rothenbuch liegt inmitten einer Rodungsinsel im zentralen Hochspessart in einer Höhenlage von 364 m über NN. Die 1920 Einwohner zählende Gemeinde gehört noch zum Landkreis Aschaffenburg. Über das Hafenlohrtal, in dessen Quellbereich sie liegt, hat die Ortschaft Anschluss an den benachbarten Landkreis Main-Spessart. Über Ihre Verkehrsanbindungen orientiert sich die Spessartgemeinde allerdings Richtung Aschaffenburg und den Rhein-Main Ballungsraum. Die günstige Anbindung an die B26 (Aschaffenburg – Lohr a. Main) und an die Kreisstraße AB5 (ehemaliger Eselsweg) mit dem Autobahnanschluss Weibersbrunn sorgen für die überaus verkehrsgünstige Lage innerhalb des Spessarts. Die Gemeinde hat es verstanden, ihren dörflichen Charakter zu wahren und gleichzeitig eine hohe Wohnqualität zu garantieren. Aufgrund ihrer idyllischen Lage hat sich die Gemeinde vornehmlich touristisch orientiert. Da es kaum gewerbliche Ansiedlung gibt, pendeln die Erwerbstätigen in Richtung der größeren Zentren am Spessartrand aus. Geologisch wird die Umgebung von Rothenbuch durch die unteren Einheiten des Buntsandsteins bestimmt. Im Tal und an den Talunterhängen treten die Sandsteine des Miltenberger Dickbanksandsteins zu Tage, der zur Calvörder-Folge (früher Gelnhausen-Folge) gezählt werden. Im Bereich der mittleren Hangabschnitte streichen die Gesteine des Basissandsteins und des Tonlagensandsteins aus. Sie werden in der Bernburg-Folge (früher Salmünster-Folge) zusammengefasst. Die Höhenzüge, welche die Ortschaft Rothenbuch U-förmig umspannen, werden schließlich in den höchsten Erhebungen von Resten des Volpriehausener Basissandsteins unterlagert (WITTMANN 1972). Die Festgesteine aus dem Buntsandstein sind in der Umgebung von Rothenbuch allenfalls im Bereich von Straßenanschnitten und in Hohlwegen erschlossen. Ansonsten wird die Gesteinsauflage durch pleistozäne Deckschichten verhüllt. Diese stammen aus den Esizeiten, hauptsächlich der letzten Eiszeit. Der Gesteinsuntergrund wurde hier durch Frostprozesse aufgearbeitet und in wasserübersättigten Lagen während der sommerlichen Auftauphasen hangabwärts transportiert. Unmittelbar in der Talsohle lagern lockere Talfüllungen, die aus den fluvialen Sedimenten der Hafenlohr und daneben aus umgelagerten Bodensubstraten bestehen dürften. |
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Geologische Übersicht der Umgebung von Rothenbuch. Karte: Dr. Jürgen Jung Spessart-GIS |
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Höhenschichten und Verebnungen im Tal von Rothenbuch. Karte: Dr. Jürgen Jung Spessart-GIS |
| * Ein Beitrag von Dr. Jürgen Jung, Archäologisches Spessartprojekt Weiterführende Literatur: JUNG, J. (2006): GIS-gestützte Rekonstruktion der neogenen Reliefentwicklung tektonisch beeinflusster Mittelgebirgslandschaften am Beispiel des Spessarts (NW-Bayern, SE-Hessen). – Diss. Univ. Würzburg, 399 S., Würzburg (http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/frontdoor.php?source_opus=2096&la=de); Wittmann (1972): Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1 : 25 000, Blatt Nr. 6022 Rothenbuch. Bayerisches Geol. L.Amt [Hrsg.], München, 102 S. |



