Das Anwesen Schlossplatz 3 in Rothenbuch. Die beiden untersuchten Räume liegen im rückwärtigen Bereich des Anwesens. |
Die archäologischen Untersuchungen |
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Gesamtplan der 2009 untersuchten Flächen. |
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Der Keller in Raum 1. Deutlich zu erkennen ist der aus Backsteinen gesetzte Einstiegsschacht und das ebenfalls aus Backsteinen bestehende Tonnengewölbe. |
| Der Keller in Raum 1 war zu Beginn der Untersuchungen als noch etwa 120 cm hohes, unverfülltes Gewölbe erhalten. Die Verfüllung über dem ursprünglich vollständig mit Bauschutt zugesetzte Zugangsschacht hatte während der Auskofferungsarbeiten nachgegeben und war in den Keller hineingestürzt. Daher musste vor Beginn der Dokumentation besagter rezenter Schutt beseitigt werden. Im Südosten des Kellers lagen auf dem humosen Untergrund ein behauener Balken und die Reste eines hölzernen Fasses. Diese Holzteile waren vollständig versport und absolut instabil.Der Boden in der Nordwesthälfte des Kellers wurde um ca. 50 cm tiefer gelegt. Dabei ging es darum, die Tiefe und Struktur der Einfüllung sowie die Strukturen und Anbindungen der Kellermauern genauer zu analysieren. Es zeigte sich, dass der mit zahlreichen Funden durchsetzte humose Oberboden auf einer Art Stampflehm lag, unter dem sich neben flachen Grubenbefunden vor allem eine homogene Auffüllung aus mit Sandstein durchsetztem Lehm befand. Besagter, stark verdichteter Lehmeintrag dürfte in erster Linie dazu gedient haben, das an dieser Stelle ständig präsente Grundwasser am Einsickern in den Keller selbst zu hindern. |
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In Raum 2 befand sich unmittelbar neben dem steinernen Pflaster eine Herdstelle. Braunen Verfärbungen zeigen, dass die Herdstelle über einem hölzernen Dielenboden errichtet wurde. . |
Raum 2 wies als zu Raum 1 übereinstimmende Elemente ein durchlaufendes Pflaster sowie das Fundament einer Zwischenmauer auf. Zudem konnte im Bereich des heutigen Eingangs das Fundament einer von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Quermauer gefunden werden, welche wohl ursprünglich den Raum zum Korridor und zu Raum 1 hin abtrennte. Als Besonderheit wies Raum 2 in der WestEcke ein knapp vier Quadratmeter messendes Geviert auf, welches ca. 10 cm unter der Pflasteroberkante mit einem hölzernen Dielenfußboden aufsetzte. Auf dem hölzernen Fußboden lagerte ein an die Nordwestwand des Raumes angesetztes, sockelartiges Fundament aus in Lehm gesetzten Ziegelsteinen auf. Die ganze Konstruktion kann, aufgrund der dort gefundenen Keramik, zusammen mit dem Pflaster an das Ende des 18. Jh. datiert werden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass es nicht möglich war, neben der Dokumentation der durchweg zwischen 1780 und 1810 in Errichtung und Nutzung befindlichen Befunde, der renaissancezeitlichen Bebauung bezüglich der ursprünglichen Raumaufteilung und –nutzung im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund zu gehen. Hier wären tiefer greifende Schnitte notwendig gewesen, die sich jedoch durch die aktuellen Umbaumaßnahmen als nicht erforderlich zeigten.
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Die Baugeschichte |
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Bei den Sanierungsmaßnahmen 2009 konnte im ersten OIbergeschoss ein später vermauertes, ranaissancezeitliches Fenstergewände freigelegt werden. Es weist noch die ursprüngliche Bemalung mit roter Farbe auf. . |
Periode 1:
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Die zeichnerische Dokumentation des Pflasters in Raum 2. . |
Periode 2:
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Blick in den Keller von Raum 1 nach Nordwesten. Deutlich erkennt man das vorkragende Fundament der renaissancezeitlichen Hausmauer. . |
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Gesamtplan von Raum 2 mit Steinpflaster und angrenzender Herdstelle .. |
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Wahrscheinlich handelt es sich bei den 2009 in Rothenbuch aufgedeckten Befunden um Teile des Wirtschaftsbereichs, die bei dem repräsentativen Jagdfesten des Erzbischofs von Mainz im 18. Jahrhundert unbedingt erforderlich waren. . |
Periode 3:
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Im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts führte man im Forsthaus in Rothenbuch umfassende Umbaumaßnahmen durch. Unter anderem baute man in den straßenseitigen Gewölbekeller ein auf das Jahr 1770 datiertes Fenster ein. . |
FazitFür die archäologischen und die bauhistorischen Untersuchungen auf dem Gelände des Anwesens „Schlossplatz 3“ in Rothenbuch stellte sich einerseits die Frage nach der Siedlungsgeschichte des im Zentrum von Rothenbuch liegenden Anwesens. Andererseits wurde nach einer Bestätigung der schriftlich gut dokumentierten eingestellten Jagden des Kurfürsten von Mainz gesucht, bei denen das alte Forsthaus eine zentrale Rolle gespielt haben dürfte. Aufgrund der Vorgaben durch die Denkmalpflege konnte die Siedlungskontinuität des Areals nur in einem vergleichsweise kleinen Zeitfenster untersucht werden (ca. 1750 bis 1800). Insbesondere die einschneidenden Umbaumaßnahmen am Ende des 18. Jh. beseitigten sämtliche Spuren der ursprünglichen Innenausstattung des renaissancezeitlichen Hauses. Als sicher gilt, dass die nach Errichtung des Jagdhauses im Jahre 1576 einmal gefundene Gesamtform bis heute beibehalten wurde. Ein beschrifteter Schlussstein über einem Kellerfenster belegt eine große Umbauphase am Ende des 18. Jh. Diese passt gut mit der bezeugten eingestellten Jagd des Jahres 1787 überein. Damals war noch nicht absehbar, dass diese Art der höfischen Repräsentation schon wenige Jahre später durch das erstarkende Bürgertum ad absurdum geführt werden würde. Mit der Übernahme des Anwesens im 19. Jh. durch den Bayerischen Forst wurden die Räume vollständig umgenutzt. Der Wirtschaftscharakter wich der Notwenigkeit der Schaffung von Büroräumlichkeiten. Nach 442 Jahren war eine Grundsanierung des Hauses unumgänglich. |










