Die Vertragsparter Dr. Gerhard Ermischer, Prof. Dr. Helmut Flachenecker und Bruno Forster, Kanzler der Universität Würzburg (vlnr.)

Hand in Hand für den Spessart – Der Kooperationsvertrag zwischen der Universität Würzburg und dem Archäologischen Spessartprojekt

Am 18. Januar 2006 wurde in einer feierlichen Zeremonie im Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg der Kooperationsvertrag zwischen dem Archäologischen Spessartprojekt und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, konkret dem Lehrstuhl für fränkische Landesgeschichte, unterzeichnet. Damit wird eine jahrelange Zusammenarbeit durch einen formellen Rahmenvertrag auf eine feste Grundlage gestellt. Inhalt des Vertrages sind die Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte, die praxisbezogene Ausbildung von Studenten, die Entwicklung neuer Studiengänge im Rahmen des neu eingeführten dreistufigen Universitätssystems, von Fortbildungsmaßnahmen und Lehrveranstaltungen.


Das Programm der Feierstunde anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags finden Sie hier. Klicken Sie auf diesen Link, um eine höher auflösende PDF-Version zu laden.
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Ganz im Sinne des Prädikats eines Exzellenz-Zentrums, das der Universität Würzburg jüngst als einer von drei bayerischen und insgesamt 20 deutschen Universität verliehen wurde, zielt die Zusammenarbeit auf eine fächerübergreifende, vielschichtige und praxisorientierte Forschung. Dafür bietet sich die Arbeit in und über die Kulturlandschaft im Allgemeinen, und die Kulturlandschaft Spessart als zentraler deutscher Mittelgebirgsregion im Besonderen, geradezu an. Kulturlandschaftsforschung, wie der Name schon andeutet, verbindet Kultur und Wissenschaft in besonderer Weise. Sie ist darüber hinaus auch mehr als viele andere Forschungsgebiete mit den Menschen der Region befasst, in der Region verwurzelt und hat ganz praktische Aspekte. Sie hilft uns unsere eigene Landschaft besser zu verstehen, legt die Grundlagen für ein nachhaltiges und intelligentes Landschaftsmanagement und unterstützt die Landschaftsplanung und –entwicklung. Sie ist damit gleichermaßen der Wahrung unserer Traditionen und unserer Werte verpflichtet, als auch zukunftsorientiert und immer ganz nahe dran an den Menschen. Es ist Forschung im besten Sinne, Grundlagenforschung und Praxisnähe verbinden sich hier wie kaum in einem anderen Forschungsbereich.

Studierende des Lehrstuhls für Fränkische Landesgeschichte vor der Burg in Altengronau

Gerade bei der Landesgeschichte erweist sich der Ortstermin als eine unerlässliche Ergänzung zur universitätsinternen Arbeiten.

Dass sich der Lehrstuhl für fränkische Landesgeschichte nun noch intensiver mit dem Spessart und Aschaffenburg beschäftigen wird, ist für die Region von besonderer Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit dem ASP, aus der dieser Kooperationsvertrag erwachsen ist, hat in den letzten Jahren ja schon reiche Früchte getragen. Aber unsere Region ist doch etwas Besonderes. Ein Jahrtausend der Zugehörigkeit zum Erststift Mainz – das hat seine Spuren hinterlassen. Das ehemals Mainzer Territorium ist stark zum Rhein und in das Rhein-Main-Gebiet orientiert. Es ist nicht gerade fränkisches Kernland. Nicht umsonst hieß der Bezirk Unterfranken einst „Unterfranken und Aschaffenburg“. Doch ist die Region heute ein integraler Bestandteil Frankens und Bayerns - und Stolz darauf. Umso wichtiger ist es, dass diese Zugehörigkeit nun durch die enge Kooperation mit dem Lehrstuhl für fränkische Landesgeschichte dokumentiert wird, und sich das Augenmerk der Forschung aus Würzburg noch stärker als bisher auf unsere Region richtet.

So arbeiten das Institut für fränkische Landesgeschichte, das ASP und der Geschichtsverein Haibach derzeit an der Auswertung der aktuellen Grabungen auf der Ketzelburg. Bereits Mitte dieses Jahres wird eine umfangreiche Publikation zur Archäologie und Geschichte dieser interessanten Anlage vor den Toren Aschaffenburgs erscheinen. Neben gemeinsamen Lehrveranstaltungen wird derzeit ein großes Projekt zur Wirtschaftsgeschichte im Spessart vorbereitet. Der Kooperationsvertrag wird so vom ersten Augenblick an mit Leben erfüllt und bedeutet einen enormen Schub für die Forschung im Spessart.