Aus der Kulturschicht in Schnitt 12 konnte ein eiserner Stachelsporn geborgen werden. Er weist einen kegelförmigen Dorn auf. Die kurzen, annähernd leicht gebogenen Schenkel des Sporns sind leicht profiliert. Eine Öse bzw. ein Haken an den Enden zeigen, dass hier ein Riemen befestigt war, mit dessen Hilfe der Sporn am Schuh bzw. Kettenpanzer angebracht werden konnte. Der Spor gehörte mit Sicherheit zu einem Sporenpaar, wie es sich seit dem 8. Jahrhundert bei der Reiterei durchsetzte


Dass Sporen als herrschaftliche Statussymbole anzusprechen sind, steht außer Frage. Demnach muss der Träger des in Kleinwallstadt verlorengegangenen Sporns der oberen Führungsebene der Burg zugeordnet werden. Zugleich ist der Stachelsporn neben der Gefäßkeramik ein gut zu datierendes Fundstück, weisen doch die bis dahin üblichen Stachelsporen weitgehend gerade Bügel auf.

 

Ein Radsporn aus England zeigt, dass an einer Seite des Kleinwallstädet Sporns ürsprünglich wohl eine Schnalle gesessen haben dürfte.


Weiterführende Literatur:

J. Alexander, P. Binski (Hg.), Age of Chivalry. Art in Plantagenet England 1200-1400 (London 1987), S. 259f.

Das Reich der Salier 1024-1125. Katalog der Ausstellung des Landes Rheinland-Pfalz (Sigmaringen 1992), S. 82 ff.