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Die Besiedlung des oberen Elsavatales und damit die Entstehung des Dorfes Heimbuchenthal dürfte wohl unmittelbarem Zusammenhang mit der Gründung des Schlosses zur Mole unterhalb Heimbuchenthals geschehen sein. Die erste datierte Urkunde mit namentlicher Nennung Heimbuchenthals stammt aus dem Jahre 1282. Am 15. und 16. August dieses Jahres hielt sich der Erzbischof Wernher von Eppstein in Heimbuchenthal auf. In einer hier ausgefertigten Urkunde beauftragt der Erzbischof den Mainzer Kanonikus Dragboto mit der Zeugenvernehmung in einem Rechtsstreit zwischen dem Frankfurter Stiftskapitel und dem Frankfurter Schultheißen Heimich. Es ist anzunehmen, da ss diese Urkunde im Schloss zur Mole erstellt wurde, die in den Urkunden „Mole, Mulen, zur Mule vor dem Spessart unter dem Heymbuchenthale gelegen" genannt wird. Eine eindeutige Bezugnahme darauf fehlt jedoch. Zu den Gebäuden und Anlagen um das Schloss, mit dem Hofgut, gehörte vermutlich von Anfang an eine Mühle, die dem Schloss den Namen gab. Der Bau einer M ühle wurde durch den Standort des Schlosses an der Elsava begünstigt. Wenn zu diesem Zeitpunkt bereits eine Mühle bestand, die dem Schloss den Namen gab, so muss zu dieser Zeit bereits soviel Getreide angbaut worden sein, dass sich die Errichtung einer Mühle lohnte. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass die Mühle weniger zur Verarbeitung agragischer Produkte denn zur Weiterverarbeitung von Eisenerzen bei deren Verhüttung diente. In letzterem Falle würde dann die um 1700 begonnenen Eisenverarbeitung im nahegelegenen "Höllhammer" auf einem mittelalterlichen Vorgänger fußen. |
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Das Schloss zur Mole war sicherlich kein römisches Kastell, es ist aber auch nicht bekannt wer, bzw. unter wem es erbaut wurde. |
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Die älteste bekannte Urkunde vom Schlosse Mulen stammt aus dem Jahre 1363. Der damalige adelige Besitzer Rudolph von der Mulen verkaufte sein Schloss Mulen für 200 Gulden an Gerhusin Frischenbeckin. In einer Urkunde, ausgestellt am 10. Mai 1363 (Vorabend von Christi Himmelfahrt) benennt er Konrad von Vechenbach und Fritz Kodebuz als Verkaufsbürgen. Verkauft wurde damals anscheinend nur das Schloss zu Mulen, nicht jedoch die dazugehörigen Besitzungen und das Hofgut. Dieses wurde am 22. Februar 1383 von Rudolph von der Mulen (der alte) und seiner Schwester Gerhus mit der Zustimmung der Kinder ihres Bruders Gotfried von der Mulen (Gotzo von der Mulen jun., Klosterherr zu Amorbach und seiner Schwestern Annen, Husen und Agneten von der Mulen) an den Aschaffenburger Vicedom Eberhard von Vechenbach verkauft, der auch die Forsthube Sommerau innehatte. In dem Kaufbrief heißt es:.....verkauft ... ihren Hof, genannt zu der Mulen mit allen Zugehöringen, Ackern, Wiesen, Wald, Wassern und Weiden, nichts ausgenommen." Wie lange Eberhard von Vechenbach das Schlo ss in seinem Besitz hatte, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Sicher ist, dass Henne, Forstmeister von Gelnhausen, das Schloss zur Mole 1423 besaß, denn er verkaufte am 23. August 1423 „das Schloss, die Mule genannt" an den Mainzer Erzbischof Konrad. Am 7. August 1430 gab Erzbischof Konrad das erzstiftische Haus, genannt die Mole vor dem Spessart, unter dem Hemchentaile gelegen, als Lehen an die Brüder Hans und Fritz von Hettersdorf. Im Jahre 1437 unterwarf Erzbischof Theoderich von Erbach in einem Kriegszug die Herren von Bickenbach aus Klingenberg. An dieser Auseinandersetzung hatte sich auf Seiten des Erzbischofs auch Hans von Hettersdorf beteiligt und verlor dabei einen Hengst. Erzbischof Theoderich gewährte ihm daraufhin in einer Urkunde, ausgestellt am 21. Oktober 1437, eine Entschädigung von 50 Gulden. Vermutlich bekriegten sich aber zur gleichen Zeit auch Hans von Hettersdorf und der Erzbischof, denn in einer Urkunde vom 28. Februar 1438 verzichtete Hans von Hettersdorf auf alle Forderungen, Ansprüche, Verluste, Pferde, Hengste und auf das Haus, das zur Moln abgebrochen und gegen Steinheim geführt wurde. In der gleichen Urkunde verspricht Hans von Hettersdorf wegen des Hauses „Mule genannt vor dem Spessart" dem Erzbischof mit drei Pferden zu dienen. Dagegen versprach Erzbischof Theoderich den entstandenen Schaden zu vergüten und führte so eine Einigung herbei. Für 800 Gulden verkaufte Hans von Hettersdorf am 23. Oktober 1443 „das Schloss Mulen vor dem Spessart in dem Hemchental gelegen" an Andreas von Karsbach. Andreas von Karsbach starb 1450. Seine Frau Else von Aulenbach vermählte sich daraufhin mit Leonhard Kottwitz, der somit in den Besitz des Schlosses zur Mole kam. Er allerdings blieb nicht lange im Besitz des Schlosses, denn unter der Herrschaft von Erzbischof Theoderich, d.h. vor dem Jahre 1459, verkaufte er das Schloss zur Mole an Haman Echter von Mespelbrunn. Von dieser Zeit an blieb das Schloss in echterischem Besitz. Peter Echter, der Sohn Haman Echters, bekennt in dieser Urkunde zu Steinheim, vom 24. März 1483, dass er „vom Mainzer Erzbischof Albrecht Herzog von Sachsen unter anderem als Mannlehen empfangen habe.....das Haus genannt die Mole vor dem Spessart unter dem Heynbuchental gelegen mit all seinen Herrlichkeiten und Freiheiten und Zugehörungen an Äckern, Wiesen und Weiden wie das sein Vater unter Erzbischof Theoderich von Leonhard Kodewiz gekauft hat." In einer Urkunde vom 14. November 1467 belehnt Erzbischof Adolph von Nassau Haman Echter zur Besserung seines Lehens mit dem Schloss: „... die Mule genannt... einen Viehtrieb in den Spessart mit 200 Stück ..." als Absicherung eines dem Erzbischof gegebenen Darlehens. In der Ablösungsurkunde vom 18. November 1502 heißt es unter anderem: „ .. des bürglichen Baues und Hauses unter Heymbuchenthal gelegen die Mule genannt ..." Diese Bezeichnung des Schlosses zeigt, dass es sich nicht nur um ein oder mehrere Gebäude, sondern um eine befestigte Anlage gehandelt hat. Im Volksmund erhielt das Schloss später den Namen Höllenschloß, das dazugehörige Hofgut die Bezeichnung Höllenhof. Dieser Name könnte zurückzuführen sein auf einen Hinweis in der Belehungsurkunde Peter Echters vom 25. März 1483, in der der Ausdruck vom „Holnstein" gebraucht wird. In dieser Urkunde heißt es, dass ihm auch das erzstiftische Fischwasser.. „....das angeht am Holnstein, da wo die zwei Wässer, die dem Haman Echter waren und deren eins von der Molen das andere von der Wintersbach geht, zusammenstoßen und das Wasser (Anm.: die Elsava) hinab bis an die Hießelochsmühle (Anm.: Hesseismühle) oberhalb Sommerau gelegen ..." zu Lehen gegeben wird. Das Schloss zur Mole blieb im Besitze der Echter von Mespelbrunn. Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Echter verfiel das Schloss im 18. Jahrhundert. Was übrig blieb war der Höllenturm, um den im Volksmund allerlei Sagen und Geschichten entstanden. Die Grafen von Ingelheim als Erben der echterischen Besitzungen lösten durch Kauf den Erbbestand des Hofgutes auf und forsteten die Äcker auf. In seiner „Topographischen Beschreibung des Hellhammers" aus dem Jahre 1831, erzählt Mangold von „Schatzsuchern", die in der verfallenen Burg ein Bündel Pfeile und Menschenknochen von ungewöhnlicher Größe gefunden hätten. |



