Der Spessart ist eine facettenreiche Kulturlandschaft. Manche Spuren seiner Geschichte sind für jeden offensichtlich: etwa Burgen, Kirchen und Klöster, aber auch Mühlen, Eisenhämmer oder gepflasterte Straßen. Andere Spuren zeichnen sich nicht so auffällig in ihrer Umgebung ab: etwa die Überreste einstiger Bewässerungssysteme oder die überwachsenen Wälle vorgeschichtlicher Siedlungen, kleiner Niederadelsburgen, Ackerbau- und Weinbergterrassen, die im Wald verschwinden oder teilweise verfüllte Hohlwege. Aufgelassene Steinbrüche dienen inzwischen seltenen Tier- und Pflanzenarten als Heimat und die künstlich angelegten Teiche und Gleiskörper ehemaliger Bergwerksbetriebe sind zu einem idyllischen Naturschutzgebiet geworden, in dem man kaum noch erahnen kann, dass hier vor weniger als 100 Jahren noch die Schlote rauchten. Die Anordnung bestimmter Bäume und ihre eigenartigen Bewuchsmerkmale zeugen von intensiver Nutzung durch den Menschen, von Waldweide und Schafzucht im Spessart.

All diese Spuren bilden Mosaiksteinchen, von denen jedes seine ihm eigene Geschichte erzählt. Alle zusammen erzählen die Geschichte des Spessart.

Wir haben einige dieser Mosaiksteinchen hier versammelt, nicht nach Art oder Alter geordnet, sondern wie in einem Kaleidoskop – eben so, wie ein aufmerksamer Wanderer sie auf seinen Streifzügen durch den Spessart entdecken kann.