Spessarthighlights

Spessarthighlights sind keine Pretiosen aus Gold oder Edelstein. Sie sind die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren, sind Ergebnisse ihres täglichen Existenzkampfes, sind Zeugnisse ihres Selbstwertgefühls. Erst die hinter jedem Stück stehende Geschichte macht es zu einem wichtigen Baustein für das Verständnis der Region.

Anlass, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, bot das im September 2005 in Bürgstadt und Miltenberg stattfindende Festival an der Mainhölle. Zehn Jahre nach dem Spessartkongress in Bad Orb galt es damals, die Ergebnisse der damals initiierten Kulturlandschaftsforschung darzustellen. Die damals für eine Ausstellung ausgewählltenbelegten Exponate standen stellvertretend für die Vielschichtigkeit des Spessarts. Jedes Artefakt erzählt eine ganz besondere Geschichte. Fern ab von Geschichtsbüchern lassen sich die Sorgen und Nöte, aber auch die Freuden des Alltags der vergangengen Jahrhundertte und Jahrtausende in Schlaglichtern nachzeichnen. Schnell ist dabei das Klischee des von Räubern bewohnten, bettelarmen Spessarts vom Tisch.

In ihrer Konzeption knüpfte die Ausstellung konzeptionell an die Kunst- und Wunderkammern der Fürsten- und Patrizierhäuser des 15./16. Jahrhunderts an. In solchen Kuriositätenkabinetten sammelte man nicht nur Kunst, sondern alles was der Zeit wesentlich erschien und darum ein Interesse beanspruchte: Gemälde, Kupferstiche und Plastiken gehörten natürlich hinein, ebenso aber Bücher aller Wissensgebiete, Münzen und Medaillen, astronomische Geräte, Globen und Atlanten, Skelette, Fossilien, Mineralien und noch vieles mehr. Ihre Vielfalt spiegelt das Bestreben wider, in der Kunstkammer das Universum „im Kleinen“ festzuhalten. In diesen besonderen Räumen wurden Skulpturen und Raritäten unterschiedlichster Art zusammengetragen, um den Makrokosmos im Mikrokosmos zu erfassen und um damit die Welt in ihrer Gesamtheit zu begreifen.

Archäologen, Biologen, Geographen, Geologen, Historikern, Kunsthistorikern und Volkskundlern ging es bei der Auswahl der Exponate weniger darum, ein lückenloses Bild zu zeichnen. Es ging vielmehr darum, zu begreifen, inwieweit die auf den ersten Blick eher unscheinbaren Relikte der Vergangenheit für uns heute von Wert sind. Die kleinen Zeitmaschinen transportieren die Geschichte unserer Region in unsere Lebenswelt. Als kleines Mosaiksteinchen lässt sich jedes dieser Stücke mit einem winzigen und oft kaum wahrgenommenen Teil davon verknüpfen.

Die virtuelle Ausstellung wird kontinuierlich um besonders bemerkenswerte „Fundstücke“ bereichert. Die Online-Präsentation erlaubt es uns, neue Erkenntisse zu den Spessarthighlights zeitnah dem bislang Bekannten hinzuzufügen.