Eine virtuelle Ausstellung mit den Ergebnissen der Forschungen des Archäologischen Spessartprojekts

Anlass der Ausstellung war das im September 2005 in Bürgstadt und Miltenberg stattfindende Festival an der Mainhölle. Zehn Jahre nach dem Spessartkongress in Bad Orb galt es die Ergebnisse der damals initiierten Kulturlandschaftsforschung darzustellen.

Die Ausstellung mit den dazugehörigen Originalen war im September und Oktober 2005 im Museum der Stadt Miltenberg zu sehen und wird ab Mitte Januar 2006 in etwas verkleinerter Form für etwa einen Monat in Rathaus und in der Stadtbibliothek in Lohr am Main zu sehen sein.

In der Ausstellung belegen ausgewählte Exponate die Vielschichtigkeit des traditionsreichen Spessarts. Jedes vorgestellte Stück erzählt eine ganz andere Geschichte. Fern ab von Geschichtsbüchern lassen sich die Sorgen und Nöte, aber auch die Freuden des Alltags der letzten achttausend Jahre in Schlaglichtern nachzeichnen. Schnell ist dabei das Klischee des von Räubern bewohnten, bettelarmen Spessarts vom Tisch.

   

Archäologen, Biologen, Geographen, Geologen, Historikern, Kunsthistorikern und Volkskundlern ging es bei der Auswahl der Exponate weniger darum, ein lückenloses Bild der Geschichte des Spessarts zu zeichnen. Es ging vielmehr darum zu begreifen, inwieweit die auf den ersten Blick eher unscheinbaren Relikte der Vergangenheit für uns heute von Wert sind. Als kleine Zeitmaschinen helfen sie uns die Geschichte unserer Region zu verstehen. Als kleines Mosaiksteinchen schuf jedes dieser Stücke einen winzigen und oft kaum wahrgenommenen Teil unseres heutigen Lebensumfelds.

Spessarthighlights sind keine Pretiosen aus Gold oder Edelstein. Sie sind die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren, sind Ergebnisse ihres täglichen Existenzkampfes, sind Zeugnisse ihres Selbstwertgefühls. Erst die hinter jedem Stück stehende Geschichte macht es zu einem Highlight für die Region.

In ihrer Konzeption knüpft die Ausstellung konzeptionell an die Kunst- und Wunderkammern der Fürsten- und Patrizierhäuser des 15./16. Jahrhunderts an. In solchen Kuriositätenkabinetten sammelte man nicht nur Kunst, sondern alles was der Zeit wesentlich erschien und darum ein Interesse beanspruchte: Gemälde, Kupferstiche und Plastiken gehörten natürlich hinein, ebenso aber Bücher aller Wissensgebiete, Münzen und Medaillen, astronomische Geräte, Globen und Atlanten, Skelette, Fossilien, Mineralien und noch vieles mehr. Ihre Vielfalt spiegelt das Bestreben wider, in der Kunstkammer das Universum „im Kleinen“ festzuhalten. In diesen besonderen Räumen wurden Skulpturen und Raritäten unterschiedlichster Art zusammengetragen, um den Makrokosmos im Mikrokosmos zu erfassen und um damit die Welt in ihrer Gesamtheit zu begreifen.