Die Burg Mömbris im Kahlgrund –
eine archäologische Spurensuche

 

Vortrag von Harald Rosmanitz
am Freitag, den 29. März 2019, 19.30 Uhr
 im Sitzungssaal des Rathauses, Schimborner Str. 6, 63776 Mömbris
Eine Veranstaltung des Marktes Mömbris, des Vereins „Kulturlandschaft Kahlgrund“ e.V. und des Archäologischen Spessartprojekts
Der Eintritt ist frei

 

Noch harrt die Burg Mömbris ihrer ErforschungIm Frühjahr 2019 wird der Markt Mömbris die Burg Mömbris ausschnittsweise archäologisch untersuchen. Tatkräftige Unterstützung erfährt das Projekt durch den Verein „Kulturlandschaft Kahlgrund“. Wie in allen vergangenen Grabungsprojekten des Archäologischen Spessartprojekts sollen ehrenamtliche Helfer die Möglichkeit erhalten, mitzugraben.

Die oft als „Womburg“ bezeichnete Anlage neben dem Alten Friedhof ist heute obertägig im Gelände mehr zu erahnen als zu erkennen. Die Burg dürfte einst mit massiven, steinernen Mauern bewehrt und von tiefen Gräben eingefasst gewesen sein. Unmittelbar an die Burg schloss sich eine Vorburg mit Holzgebäuden an.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts unternahm man den Versuch, mehr über die Anlage zu erfahren. Insbesondere ging es darum, die Struktur des ursprünglichen Mauerwerkes genauer zu fassen. Der zu dieser Zeit erstellte Lageplan führt noch Fundamentreste an. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten vorhergehende Steinentnahmen die Bausubstanz erheblich vermindert. Mit ihren Abmessung (25 auf 32 Metern) entspricht die Burg dem Bautypus der hochmittelalterlichen Spessartburg, wie sie nach dem Muster der Burg Bartenstein bei Partenstein im Zuge des Landesausbaus der Grafen von Rieneck auf dem Gräfenberg bei Hösbach-Rottenberg sowie der Burg Wahlmich bei Waldaschaff errichtet wurde. Die Burg, deren Grundform somit deutliche Anlehnungen an ein Bauprinzip aus der Mitte des 13. Jahrhunderts aufweist, trat erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts aus dem Schatten der Geschichte. Ihre Niederlegung im Jahre 1405 fällt mit der Zerstörung der Burg Hauenstein bei Krombach zusammen.

Bei den Ausgrabungen im Frühjahr 2019 unter Federführung des Archäologischen Spessartprojekts werden „Fenster“ in die Baugeschichte der Burg Mömbris angelegt. Kleine Sondagen sollen Auskunft darüber geben, wann die Burg an dieser Stelle errichtet wurde, wie sich die Anlage über die Jahrhunderte hinweg veränderte und wie man sich ihre Zerstörung 1405 vorzustellen hat. Die zu erwartenden Funde dürften darüber Auskunft geben, welchen Lebensstil der Burgherr pflegte.

Im Rahmen seines reich bebilderten Vortrags wird der Referent das Grabungsprojekt „Die Burg Mömbris im Kahlgrund“ vorstellen. Anhand von Vergleichsbeispielen wird er eine Idee davon geben, was bei den archäologischen Untersuchungen an weiterführenden Erkenntnissen zu erwarten sein wird und wie man sich das Grabungsprojekt auch rein praktisch vorzustellen hat.