Auf der Burg Bartenstein konnten in den Jahren 2004-2009 und 2016/17 neben den Speiseabfällen eine beachtliche Menge an bearbeiteten Knochenfragmenten geborgen werden. Dies deutet darauf hin, dass auf der Burg Bartenstein im Wirtschaftsbereich eine durchaus als eigener Handwerkszweig anzusprechende Knochenwerkstatt existierte. Die Produktpalette ist reichhaltig. Dazu zählen beinerne Kämme, Knöpfe, Messergriffe, Paternosterperlen, Pfeifchen und Würfel.

Geweihabfall mit Sägespuren und Halbfabrikate sprechen für die Aufbereitung von Hirschgeweihen auf der Burg Bartenstein. Die Geweihfragmente lassen darauf schließen, dass der Burgherr der Burg Bartenstein Jagdrechte innehatte, die es ihm erlaubten, Wild zu jagen. Die Geweihe des erlegten Wilds dienten wohl in erster Linie der Dekoration (Trophäen), in mehreren Fällen ist auf der Burg Bartenstein jedoch bewusste Zerteilung der mehrendigen Geweihe durch Zersägen belegt.

Zeitlich lassen sich Messergriffe und Zweilagenkämme sowie Langzinkenkämme bereits im Zerstörungshorizont von 1333 (Periode 3) nachweisen. Gleiches gilt für gesägte Halbfabrikate aus Geweih. Das Gros der bearbeiteten Knochen und Geweihteile ist jedoch den Perioden 4 und 5 zuzuweisen. Allerdings nahm zu diesem Zeitpunkt die Anzahl der Halbfabrikate deutlich ab.

Von den 44 erfassten Halbfabrikaten aus Knochen und Geweih sind an dieser Stelle sechs Stücke abgebildet:

Für verschiedene Ansichten der Stück bitten wir Sie, auf die Bilder zu klicken.


© Harald Rosmanitz, Partenstein, 2019