Aus der Landschaft getilgt?
Die Rannenburg 2.0 – eine archäologische Spurensuche

 

Vortrag von Harald Rosmanitz
am Donnerstag, den 21. März 2019 um 19 Uhr
in der Burg Alzenau, Burgstraße 14 in 63775 Alzenau

Eine Veranstaltung der Stadt Alzenau und des Archäologischen Spessartprojekts

Eintritt frei!

 

Die beachtliche Größe der Randenburg lässt sich im Gelände an künstlich aufgeschütteten Plateaus und tiefen Gräben ablesen.Im Spätjahr 2019 beabsichtigt die Stadt Alzenau, die Rannenburg südöstlich von Alzenau archäologisch in Ausschnitten zu untersuchen. Wie in allen vergangenen Grabungsprojekten des Archäologischen Spessartprojektes sollen auch dort ehrenamtliche Helfer die Möglichkeit erhalten, mitzugraben.

Von dem einstigen großen Adelssitz ist heute obertägig im Gelände mehr zu erahnen als zu erkennen. Die Burg dürfte einst mit massiven, steinernen Mauern bewehrt und von tiefen Gräben eingefasst gewesen sein. Im Zuge des Konflikts zwischen dem Grafen von Rieneck und dem Erzbischof von Mainz musste sie im März 1266 von ihren Besitzern im wahrsten Sinne des Wortes von der Landkarte getilgt werden. Mit der Zerstörung der Rannenburg verschwand für den Erzbischof von Mainz ein in fremder Hand befindlicher Kontrollposten an einer der Zuwegungen auf die Spessarthöhen. Die das Mittelgebirge östlich von Frankfurt am Main querenden Fernstraßen dürften einen wesentlichen Standortfaktor für das durch Warenaustausch zu Wohlstand gekommene Aschaffenburg gebildet haben.

Vor dem systematischen Abriss dürfte alles, was nicht niet- und nagelfest war, abtransportiert worden sein. Dennoch sind bei den Grabungen 2019 ausreichend Artefakte zu erwarten, die vieles über den Alltag auf der Burg ablesen lassen.

Die Rannenburg ist eng mit zahlreichen weiteren, in den letzten Jahren vom Archäologischen Spessartprojekt ergrabenen Burgen im westlichen Spessart verknüpft. Das „Alte Schloss“ bei Kleinwallstadt, die Burg Wahlmich bei Waldaschaff oder die Burg auf dem Gräfenberg bei Hösbach-Rottenberg vermitteln anschaulich, wie in unserer Region unter Federführung der Grafen von Rieneck in der Mitte des 13. Jahrhunderts eine landschaftsprägende Burgenlandschaft entstand.

Im Rahmen seines reich bebilderten Vortrags wird der Referent das Grabungsprojekt „Rannenburg 2.0“ vorstellen. Anhand von Vergleichsbeispielen wird er eine Idee davon geben, was bei den archäologischen Untersuchungen an weiterführenden Erkenntnissen zu erwarten sein wird und wie man sich das Grabungsprojekt auch rein praktisch vorzustellen hat.